-Ausgabe No. 149 - Dezember 2009
seit dem 27. Feb. 1997

Abschied vom Jahr 2009 - Herzlich Willkommen 2010!
Titelbild aus dem Tuckerlandarchiv



TLZ No. 149
(12/2009)

Inhalt:
Titelbild    
Tuggat liebe Freunde des Tuckerlandes   Einleitung von Asi 
Tuggat ihr Helden  Monatsübersicht zur Tafel des Ruhmes - von Manathas
Sarah in Afrika - Teil 2  Ein Jahr als Voluntärin in Tansania - von Sarah Gerschel 
Tuggat  Eine schwierige Rätselfrage - von Richard dem Rätselhaften

Interessantes und Gemeines  von Heike Hoffmann
Buchvorstellung Tony Hawks "Mit dem Kühlschrank durch Irland" - von Hartmut Gerlach
Zurueck in Ginowan  Eric unterwegs in Japan - von Stetsi
Unsere kleine Farm  Ein ganz persönlicher Tierkalender fürs Jahr 2010 - von Heidi Basner
Moskitos in der Schweinebucht oder 'Michelle' auf Kuba  ein Erfahrungsbericht in mehreren Teilen, Teil 3 - von Hartmut Gerlach 
TARGET  Rüdiger Nehbergs grossartiges Hilfsprojekt für Afrikas Frauen - von Asi 
 Viesematente - eine mittelalterliche Spielmannsgruppe aus den Thüringer Landen - von Mathias Karker
Bela B  "Die Ärzte"-Schlagzeuger und Mann mit Sexappeal - von Heike Hoffmann
Klangvolle Türme  Bericht über ein seltenes und aussergewöhnliches Musikinstrument - von Uli Seidel   
Der Witz des Monats  von Erika
TLZ-Archiv Index aller(!) vorheriger Ausgaben der TLZ
   (TLZ-Archiv-Linkaufruf funktioniert nur, wenn die jeweiligen TLZ-Ausgaben + Index, im entsprechenden Pfad, offline verfügbar sind!)


Friede und Freiheit, Liebe, Wahrheit und Kinder sind enge Verwandte. 
© Gerd Peter Bischoff, (*1949), Schriftsteller 
Quelle : »Das Buch für Dein Leben«,
Copyright (2008) Engelsdorfer Verlag 

Es gibt kein größeres Glück als ein friedliches Haus. 
Aber auch kaum ein Unglück, das mehr am Herzen frißt, als Unfrieden im eigenen Hause. 
Otto von Leixner, (1847 - 1907), eigentlich Otto von Grünberg, deutscher Novellist, Dichter und Literaturgeschichtler 
Quelle : »Aus meinem Zettelkasten«, um 1896 


Miteinander reden ist ein wenig wie miteinander musizieren. 
© Peter Horton, (*1941), österreichischer Sänger, Musiker, Gitarrist, Komponist und Buchautor 
Quelle : »Die zweite Saite«,
© 2004 Echter Verlag GmbH 


Mit diesen Gedanken möchte ich heute die letzte TLZ des Jahres 2009 einleiten. Wir haben gerade das Weihnachtsfest mit unseren Lieben gefeiert und ich hoffe, es waren für Euch alle schöne und entspannende Tage. Nach der hektischen Vorweihnachtszeit, egal ob im Einkaufsgetümmel, Strassenverkehr, Berufsalltag oder beim Weihnachtsfeier-Auftrittstress, haben wir uns die Ruhe verdient. 

Ich möchte an dieser Stelle zunächst an Magnus, unseren Tuckerland-Forum-Chef, ein grosses Dankeschön sagen. Magnus hat seit einem Jahr viel Zeit und Mühe darin gesteckt, eine Verbindung zwischen dem Forum und der TLZ herzustellen. Er hat im Forum ein TLZ-Quiz geschaffen, bei welchem immer 3 Fragen pro Monat zu beantworten waren, die quer durch sämtliche bisher erschienenen TLZs gingen. Es war eine Herausforderung für die Forum-Mitglieder, in alten TLZs zu stöbern und dadurch die Tuckerlandzeitung näher kennenzulernen. Hier eine kleine Nachbetrachtung von Magnus:

Das TLZ-Quiz ist nun beendet und es wird von mir keine Neuauflage in vergleichbarer Form geben, so sehr auch einige bedauert haben, dass das Quiz beendet ist; von Anfang an war es nur bis Dezember 2009 terminiert. Insgesamt haben sich 17 Personen mit richtigen Lösungen an dem Quiz beteiligt gehabt... Die Quizfragen waren sicherlich nicht immer leicht gewesen, doch seid gewiss, es war für mich genauso nicht immer leicht, aus der Fülle von TLZ-Beiträgen Fragen zu formulieren. Im nächsten Leben werde ich vielleicht Archivar oder Bibliothekar... 

Ich bedanke mich für die zahlreiche Teilnahme am TLZ-Quiz und darf bei dieser Gelegenheit auf Richard's jahrelange, jeden Monat neue Rätsel in der Tuckerland-Zeitung hinweisen, bei denen ihr auch EPs abschmecken könnt. Aber auch Manathas' Cartoons haben schon Rätsel beinhaltet, für deren Lösung es auch EPs gegeben hat. Im Tuckerland wird also fleißig weiter gerätselt... 

Weiterhin freue ich mich, dass sich heute unsere ehemalige Redakteurin der Tuckerlandzeitung, Heike Hoffmann, gleich mit zwei Beiträgen zu Wort meldet. Hallo Heike, schön von Dir zu lesen! ;)

Wenn Ihr den Beitrag von Uli Seidel "Klangvolle Türme" gelesen habt, dann schaut bitte abschliessend unbedingt auf seine Website (siehe Beitrag)! Dort könnt Ihr Uli leibhaftig als Carillonneur (Glockenspieler) erleben in Bild und Ton - das ist wirklich beeindruckend! 

Auch die Mittelaltergruppe "Viesmatente" stellt sich mit ihrer neuen Website vor. Unter der Rubrik Audio/Video kann man in einige der selbstkomponierten Songs reinhören. Ganz besonders empfehlenswert sind dabei die Hörbeispiele zum "Projekt Klang". Die harfenähnlichen Töne werden auf einer Klangliege erzeugt und mit Percussion und anderen Instrumenten vervollkommnet. Ich selbst habe schon einmal auf dieser Klangliege gelegen und mich duch die sphärischen Klänge in Traumwelten entführen lassen. Unter der Liege, welche aus einem Holzkörper besteht, sind Saiten gespannt, ähnlich einer Harfe. Die Saiten werden durch Filzschlegel in Schwingungen versetzt, welche den Körper angenehm durchdringen und phantastische Klänge erzeugen. Verbunden mit einer entspannenden Cranio-Behandlung (eine spezielle Kopf-Rücken-Massage), ist das ein absolut einmaliges Erlebnis! Wer so etwas mal erleben möchte, der wende sich bitte an: derewigedudler@web.de 

Eigentlich müsste ich jetzt auch jeden einzelnen weiteren TLZ-Autoren dieser Ausgabe erwähnen, denn es sind im Dezember 2009 ausnahmslos tolle Beiträge eingetroffen. Möge Eure Kreativität auch im Jahr 2010 genau so anhalten, dann wird der letzte Sonntag des Monats immer zum Höhepunkt für alle Tuckerlandzeitungsleser! ;) 

Also dann: Rutscht gut hinein in das neue Jahr, bleibt schön gesund, glücklich und auch 2010 voller Ideen!      

Eure Asi
asi@tuckerland.de



Tuggat ihr Helden, Ritter und künftigen Lords,

auf diesem Weg hoffe ich, daß ihr ein besinnliches Weihnachtsfest hattet und wünsche euch einen erquicklichen Jahreswechsel und für das kommende Jahr alles Gute.

Szenenwechsel: Es gibt 2 Dinge zu vermelden:

1. Ein neuer erster Platz in der Tafel des Ruhmes. Es ist kein geringerer als unser Held

Alexander Thomas aus Chemnitz!



Herzlichen Glückwunsch, Alexander!

2. Des Weiteren ist zu den bisher 11 Rittern ein neuer hinzugekommen, nämlich

Alexander Störmann aus Schmallenberg!



Auch dir die herzlichsten Glückwünsche! 

Tabelle der EPs:

EPs in 149                
                 
Status   116 Rätsel um Trotto Titelbild /Beiträge 148 Rätsel Richard /Lösung Rätsel Magnus /Lösung Forum TdR/TLZ Summe
                   
RdK Bönisch, Richard 1             1
RdK Hoepp, Uta 1   1 1       3
RdK Schultz, Günther 3             3
                   
Held Daisenberger, Bettina 7     1 1     9
Held Dirty Didi     1         1
Held Eisemann, Rolf 5     1       6
Held Flück, Elsbeth 5             5
Held Fritz, Erika 7   1 1       9
Held Geiger, Winfried 6     1 2     9
Held Gerlach, Hartmut     2         2
Held Haupt, Bianca       1       1
Held Henke, Arno 6     1 1     8
Held Hildebrand, Ericka 9     1 1     11
Held Maude, Asi     2       1 3
Held Rückheim, Jens 6 5   1 1     13
Held Schulte, Ellen 2             2
Held Seidel, Uli     2         2
Held Stetsi     1         1
Held Thomas, Alexander 6   1 1       8
Held Trott, Thomas 6     1   1   8
Held Ulmer, Sylvia 5             5
                   
                110

Die ersten Fünfzig:
 
Platz Name x Stadt Land TA EPs Summe
1 Thomas, Alexander   Chemnitz de 12 219 351
2 Trott, Thomas "Magnus"   Berlin de 12 214 346
3 Recktenwald, Elke Maria "Leo"   Trier de 12 211 343
4 Kolaczek, Hannelore "Hany"   Boca Chica do 12 179 311
5 Fritz, Erika   Cuxhaven de 12 179 311
6 Geiger, Winfried   Ebersbach/Fils de 12 175 307
7 Rückheim, Jens (Jg. 70)   Berlin de 12 172 304
8 Henke, Arno (Jg. 40)   Glinde de 12 167 299
9 Eisemann, Rolf   Aulendorf de 12 145 277
10 Ulmer, Sylvia   Berlin de 12 140 272
11 Müller, Gesa   Uetersen de 12 116 248
12 Daisenberger, Bettina   Penzberg de 12 116 248
13 Dietzsch, Stephan   Leukersdorf de 12 113 245
14 Basse, Sabine   Speyer de 12 98 230
15 Flück, Elsbeth   Neuendorf ch 12 78 210
16 Heitzer, Vera   Heinsberg de 12 76 208
17 Haupt, Bianca   Reutlingen de 12 72 204
18 Röderer, Sabine   Illertissen de 12 64 196
19 Hildebrandt, Ericka   Ibbenbüren de 12 55 187
20 Schulte, Ellen   Wesel de 11 53 174
21 Espig, Helmut (Jg. 52)   Chemnitz de 12 25 157
22 Oosting, Marion   Blekendorf de 12 19 151
23 Nötzold, Simone   Kirchberg de 12 15 147
24 Hoffmann, Heike   Arnstadt de 6 79 145
25 Zebra, Cornelia   Wien at 12 9 141
26 Heine, Frederic   Melbourne au 12 9 141
27 Barry, Petra   Ühlingen-Birkendorf de 12 9 141
28 Huber, Peter "Bull" (Jg. 56)   Lichtenwald de 10 30 140
29 Welfens, Clara (Jg. 56)   Heinsberg de 12 8 140
30 Henke, Kevin "Geister-Hunter"   Glinde de 12 8 140
31 Balster, Alexander   Rhede de 12 7 139
32 Ackmann, Fred   Auetal de 12 7 139
33 Bärtschi, Susanne   Großhöchstetten ch 12 6 138
34 Rök-Ramirez, Michael   Shanghai cn 12 6 138
35 Stuschka, Leopold   Waldkirchen de 12 6 138
36 Klinke, Natalya   Peine de 12 5 137
37 Peitzner, Joachim   Wolgast de 12 5 137
38 Adler, Kirsten   Ettlingen de 12 5 137
39 Schuster, Daniela   Neuhof de 12 5 137
40 Dunkel, Wolfgang (Jg. 51)   Göttingen de 12 4 136
41 Schieche, Bettina   Maintal de 12 4 136
42 Isensee, Tatjana "Tanhild"   Detmold de 12 4 136
43 Willimann, Samuel   Triengen ch 12 4 136
44 Eickenbusch, Sebastian   Geisenheim de 12 4 136
45 Studer, Markus   Kaiseraugst ch 12 4 136
46 Rothweiler, Michael (Jg. 67)   Malabar Hill in 12 4 136
47 Richter, Steffen   Limbach-Oberfrohna de 12 4 136
48 Stolz, Thomas   Neunkirchen de 12 4 136
49 Egger, Johannes   Gmunden at 12 4 136
50 Fintel, Siggi von   Glinde de 12 3 135
 

Folge 54: "Bange Minuten":




  

 
Euer Manathas
manathas@tuckerland.de



Sarah in Afrika - Teil 2

Zunächst einmal möchte ich, Asi, noch kurz etwas zu Sarahs Beiträgen erklären. In der TLZ 147 beschrieb ich im Inhaltsverzeichnis Sarah Beitrag mit den Worten "Eine junge Missionarin zum ersten Mal in Tansania". Später erhielt ich dazu eine liebe Email von Sarah. Sie bat mich, für das Wort "Missionarin" eine andere Formulierung zu finden. Zitat: "
...ich weiß, ich bin damals mit dem leipziger MISSIONSwerk ausgereist, aber meistens verbinden die leute das dann mit irgendwelchen fundamentalistischen irren, die anderen ihren glauben aufzwingen wollen (und sowas hab ich nicht gemacht!). deshalb hab ich bei dieser formulierung immer etwas bauchschmerzen..." 

Sarah ist zwar Christin, jedoch hat sie im Rahmen eines Voluntariats in Afrika gelebt und gearbeitet. Ein
Voluntariat ist ein Auslandsaufenthalt von einigen Wochen bis zu einem Jahr, wobei man die Sprache und Kultur des jeweiligen Landes intensiv kennenlernt. Der Voluntär arbeitet während dieser Zeit an einem gemeinnützigen Projekt vor Ort mit und übernimmt nicht selten auch Verantwortung für eigene (Teil-)Projekte. Voluntariate werden hauptsächlich in den Berufsfeldern Medizin, Gesundheit, Menschenrechte, Sozialarbeit, Bildung und Ökologie angeboten. Eine Hauptvoraussetzung ist, die Sprache des Gastlandes zu beherrschen. In afrikanischen Ländern reichen jedoch meist gute Kenntnisse in Englisch oder Französisch aus. 

Und nun zum zweiten Rundbrief von Sarah aus Tansania:

13.10.07
Liebe Freunde!


Es ist eindeutig wieder Zeit fuer ein Lebenszeichen von mir, hier ist es! Und zwar aus Dar es Salaam, der (kulturellen)Hauptstadt Tansanias. Es geht mir sehr gut und ich fuege gleich an: es ist sehr warm hier... So richtig "Afrika-warm" moechte man meinen! 

Letzte Woche fand hier eine Konferenz der Missionare des Bayrischen Lutherischen Missionswerkes statt, das heisst, fast alle Missionare, die momentan in Tansania oder Kenya oder dem Kongo mit ihren Familien leben und von "Mission Eine Welt" ausgesandt wurden, haben sich getroffen und na, eben getagt. Zu Recht fragt ihr euch jetzt, was ich, die ich doch vom Leipziger Missionswerk komme, dort zu suchen hatte, aber es ist traditionell so, dass die Bayern sich die Voluntaere des LMW fuer die Kinderbetreuung waehrend der Konferenz heranziehen. Das faellt zwar vielleicht nicht ganz in meinen Aufgabenbereich als Mitarbeiterin in Leguruki, aber es war sehr schoen, muss ich sagen. 
Dar es Salaam mit Moschee neben Riesensatellitenschüsselbeim Kindergartenausflugmit befreundeten Lehrern - (v.l.n.r.) Sarah, Nassary, Sabrina, Boaz, Furahini
Wir haben ganz viele sehr interessante Leute kennengelernt und eben erfragt, was jeder so macht und wo. Zunaechst erst einmal sollte man wissen, dass die wenigsten, die fuer das Missionswerk arbeiten, wirklich noch die klasssische Feldmission betreiben, d.h. losziehen und den Leuten das Christentum bringen wollen. Das hat den einfachen Grund, dass sich der christliche Glaube seit der Kolonialzeit schon so tief in Tansania verwurzelt hat, dass es abgesehen von sehr einsamen Massaisteppen kaum noch etwas zu missionieren gaebe. So habe ich es zumindest empfunden. Die Arbeit von Missionswerken ist demnach heute haeufig eher eine Arbeit, die auf Entwicklung abzielt und versucht, Dinge wie Bildung oder medizinische Versorgung in die Hand zu nehmen. So sind die, die ich auf der Konferenz kennengelernt habe, oftmals Leiter von Krankenhaeusern, Schulen etc. oder arbeiten als technische Berater in kirchlichen Einrichtungen. Nebenbei sind die meisten dieser Missionare samt ihrer Familien sehr nette und ausgesprochen lockere Menschen und ich hoffe, zumindest ein paar von ihnen an ihren Einsatzorten besuchen zu koennen.

 Mit den Kindern hatten wir vier zustaendigen Voluntaerinnen sehr viel Spass. Sie waren so zwischen 3 und 5 und alle blond, komischerweise! Wir haben die Geschichte von Ester duchgenommen, viel gespielt, gebastelt, gesungen... was man auf einer Kinderbibelwoche eben so tut. Ganz nebenbei haben wir auch viele Kontakte zu den Freiwilligen des Bayrischen Missionswerkes geschlossen, was ebenfalls sehr interessant ist. An Aufgabenbereichen gibt es von Computerlehrern ueber Kindergaertner bis hin zu Hebammen wirklich alles!

Mit der Hebamme hatte ich ein laengeres Gespraech, sie meinte dass Kinder kriegen in Afrika sich insofern stark vom Kinder kriegen in Deutschland unterscheidet, als dass man hier lediglich zur Geburt eben zur Hebamme kommt, sein Kind auf die Welt bringt und dann wieder geht, waehrend man in Deutschland alles moegliche an Vor- und Nachbereitung("ein Riesen-Trara") um alles macht! Hat mich beeindruckt, was sie da so von ihrer Arbeit erzaehlt hat. 

Was unsere Arbeit betrifft, kann man sagen, es laeuft jetzt so langsam an... Vor Dar es Salaam haben wir zusammen mit den Schuelern in unsere Schule eine Edition der Schuelerzeitung fertig gestellt, was eine sehr zeitaufwendige Arbeit darstellte: wir haben die Artikel (auf Englisch oder Kisuaheli) abgetippt, die englischen auf Rechtschreibung kontrolliert und die Gestaltung des Layouts vorgenommen. Aber nun ist die Zeitung fertig und die Schueler schreiben schon fleissig an neuen Artikeln. Des Weiteren sollen wir nun auch Englischunterricht in den unteren Klassen geben, das heisst wir werden es versuchen. Dafuer haben wir ein kleines Lehrbuch zur Verfuegung gestellt bekommen, sowie ein paar vage Richtlinien und so soll es dann schon naechste Woche losgehen... Mal sehen, wie das wird! 

Insgesamt fuehlen wir uns, also meine Mitbewohnerin und "Mitvoluntaerin" Sabrina und ich, sehr wohl in Leguruki. Wir gehen jeden Morgen 7:30 Uhr zur Morgenandacht, die sehr liturgisch ist und immer von einem Schueler gehalten wird. Das ist sozusagen unsere erste Amtshandlung jeden Morgen. Letzte Woche wurden wir von der schuleigenen Pfadfindergruppe eingeladen, mit auf ein Camp zu kommen. So fanden wir uns einen Tag lang mitten in der Steppe wieder, waren mit Spuren lesen, jagen und auf dem Dreistein kochen. Ich muss sagen, es war zwar anstrengend, hat aber viel Spass gemacht! 
sehr stolze Pfadfinderein Baobab in der Massai-Steppebeim Pfadfindercamp wurden Kanga-Hühner gefangen... &gegessen!
Mit der deutschen Familie Netz, die auch in Leguruki wohnt, verstehen wir uns auch sehr gut, da wird man mal zum Rhababerkuchen, mal zum Ziege essen eingeladen - das geniessen wir sehr! In unserem Maedchenhaushalt, zu dem natuerlich auch das Kochen gehoert, hat es als nennenswerte Hoehepunkte aber auch schon einen Bananenkuchen, gebackene Papaya und tolle Eierkuchen gegeben. Wir 
sind aber staendig dabei, irgendwelche neuen Sachen auf dem Markt zu kaufen und dann mal auszuprobieren. 

Der Muezzin ruft in diesem Moment und ruft mich sozusagen wieder in die aktuelle Realitaet, die fuer mich Dar es Salaam heisst. Nach der Konferenz haben wir sozusagen noch zwei weitere Tage drangehaengt um dann morgen mit der Familie Netz zurueck nach Leguruki zu fahren. So haben wir uns mit einer anderen Voluntaerin zusammen ein billiges Zimmer in der Stadt genommen und sind heute unterwegs gewesen, diese etwas zu erkunden. Leider ist in diesen Tagen der islamische Fastenmonat Ramadan zu Ende gegangen, was fuer die in Dar zahlreichen Moslems bedeutet, ihre Geschaefte zu schliessen und zu feiern. Fuer uns bedeutet das, dass man hier in manchen Teilen des Zentrums fast allein auf der Strasse ist, streckenweise nicht einmal Strassenverkaeufer den Weg saeumen und man sich als Besucher doch etwas verloren vorkommt!! 

So sind wir stundenlang in der Hitze herumgestreunert und waren ganz ehrlich etwas enttaeuscht von dieser groessten Stadt Tansanias. Entschaedigen kann man sich hier selbst ganz wunderbar mit tollem und sehr preiswertem Essen. So waren wir vorhin beim Inder und haben alle drei scharf aber sehr lecker gegessen plus Getraenke plus Lassi und zum Schluss haben wir eine Rechnung von umgerechnet etwa 13 Euro bezahlt! Auch das ist merkwuerdig an dieser Stadt, es gibt ganz viele Araber und eben Inder hier und wenn man sich in den jeweiligen Vierteln bewegt, muss man sich doch manchmal wieder ins Gedaechtnis zurueckrufen, dass man sich in Afrika befindet - wenn man eben keinen einzigen Afrikaner mehr sieht auf der Strasse... 

Ich hoffe, euch geht es so gut wie mir hier?! Ich freue mich ueber jeden Kontakt zu euch und denke oft an meine Lieben zu Hause... Lasst euch alle herzlich gruessen aus Dar es Salaam und bleibt behuetet!

Sarah Gerschel
Eure Sarah 

Tuggat,

für alle Tucker`s gibt`s hier ein kleines Rätsel. Wer mitmachen will, sendet die jeweilige Lösung bis zum 10. Tag nach Erscheinen an: 

boeni57@web.de


Ich werde die schnellsten und richtigen Einsendungen mit der dazugehörigen ID Nr. an Manathas weiter geben.
Der große Schreiber Manathas wird dann über die EP entscheiden. Vergesst bitte nicht Eure ID Nr. anzugeben, wegen der Vergabe der EP, am besten bei Betreff:

Wie viele Feuerstürme muss ich überstehen, bis ich Level 25 spielen kann?

Lösung des letzten Rätsels: 

Adventures fehlt S
Bei Nase schwarzer Fleck
Fingernagel ist weiss
Unter History ist schwarz
Über Game ist schwarz
i Punkt fehlt bei Music



Ich wünsche euch viel Spass

Tuggat
Richard

Bei Fragen wendet euch bitte direkt an mich!


Richard der Raetselhafte
boeni57@web.de


Interessantes und Gemeines

Wer von Euch Tuckerspielern kennt eigentlich das weltweit meistgespielte, sehr beliebte, aber wegen Suchtgefahr stark kritisierte Online-PC-Spiel "World of Warcraft"?! Dieses Computerspiel wird ständig duch die besten Software-Spezialisten der Welt weiterentwickelt und überarbeitet. Die Sprachauswahl kann vorher eingestellt werden. WoW hat eine komplexe Hintergrundstory, die sich aus vielen einzelnen Quests (zu lösenden Aufgaben, für die man Belohnungen erhält), zusammensetzt. World of Warcraft bietet unwahrscheinlich viele Möglichkeiten für jeden Spielergeschmack. Neben Einzelkämpfern kann hier auch im Team gespielt werden, was besonders von jüngeren Spielern favorisiert wird. 

Heike Hoffmann hat dazu folgenden interessanten Artikel gefunden:

Jetzt ist es amtlich:
WoW-Spieler sind Meister der Lehren und lassen die Finger vom Komasaufen. Wer World of Warcraft spielt, schneidet in der Schule oftmals besser ab als die Altersgenossen und greift obendrein seltener zum Alkohol. - Sätze, bei denen RTLs Super Nanny vermutlich ungläubig die Ohren schlackern würden. Doch eine Untersuchung des schwedischen Gesundheitsamts ergab, dass Spieler von World of Warcraft im Durchschnitt mit besseren Schulnoten nach Hause kommen und weitaus seltener zur Flasche greifen als manche ihrer Kameraden. Das berichtete David Garpenstahl, Organisator der weltweit größten LAN-Party Dreamhack, in einem Interview mit der FAZ. Garpenstahl macht demnach auch im Zuge der Dreamhack durchweg positive Erfahrungen mit Spielern und versucht, deren Eltern aktiv einzubeziehen: "[...] am ersten Tag lassen wir die Eltern gratis rein, damit sie sich ein Bild von dem machen können, was ihre Kinder hier tun. Und wir raten dazu, Pausen zu machen, genug zu trinken - und nicht das ganze Jahr über so intensiv zu spielen wie hier."

Und hier noch ein ziemlich gemeiner Witz:

Hauptschule: 
Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für 50,- Euro. Die Erzeugerkosten betragen 40,- Euro. Berechne den Gewinn! 

Realschule: 
Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für 50,- Euro. Die Erzeugerkosten betragen 4/5 des Erlöses. Wie hoch ist der Gewinn? 

Gymnasium: 
Ein Agrarökonom verkauft eine Menge subterraner Feldfrüchte für eine Menge Geld (G). G hat die Mächtigkeit 50. Für die Elemente aus G gilt: G ist 1. Die Menge hat die Herstellungskosten (H). H ist um 10 Elemente weniger mächtig als die Menge G. Zeichnen Sie das Bild der Menge H als die Tilgungsmenge der Menge G und geben sie die Lösung (L) für die Frage an: Wie mächtig ist die Gewinnsumme? 

Waldorfschule: 
Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für 50,- Euro. Die Erzeugerkosten betragen 40,- Euro und der Gewinn 10,- Euro. 
Aufgabe: Unterstreiche das Wort “Kartoffeln” und singe ein Lied! 



Heike Hoffmann


Buchvorstellung: Tony Hawks "Mit dem Kühlschrank durch Irland"

Von Tony Hawks hatte ich bis zum Kauf dieses Buches mit dem sehr aussagekräftigen Titel ‚Mit dem Kühlschrank durch Irland‘ noch nichts gehört und ehrlich gesagt danach auch nie wieder, was nichts
über das Buch aussagt. Gekauft habe ich es vor einem Urlaub, der uns nach Irland führen sollte, und wenn ich dort schon lesen sollte, dann doch bitte über das Land.

Kurzum, der Urlaub war sehr schön, das Buch habe ich dort nicht einmal aufgeschlagen, dafür aber danach und ich fühlte mich durch das Lesen in meinen Eindrücken bestätigt, was allein schon als Grund ausgereicht hätte.

Eine verlorene Wette lässt den Helden des Buches eine unwirkliche Reise rund um die grüne Insel starten und das nicht allein, sondern bewaffnet mit einem Kühlschrank und ohne Auto. Die Geschichte berichtet über normale und kauzige Leute, die ihn und diese Reise unterstützen und zu einem vollen Erfolg werden lassen. Eine Geschichte, wie sie so wahrscheinlich nur in Irland geschehen kann, mit viel schwarzem Humor und als eine, wie ich finde, gelungene Beschreibung von Land und Leuten.

Man muss nicht zwingend schon mal in Irland gewesen sein, aber es wird noch ‚runder’, wenn man die beschriebenen Orte mit Bildern aus der eigenen Erinnerung verbinden kann. Eine witzige Erzählung über Land und Leute für Irlandfans und solche, die es werden wollen.

(hg) 

Zurueck in Ginowan
31. Juli 2008 von stetsi 


Yukiko-san, Fumihikos Schwester, hat ein Jahr lang in Amerika studiert und belegt damit innerhalb weniger Sekunden Platz 1 in der Liste der besten japanischen Englischsprecher, die mir begegnen. Sie ist ausserdem sehr freundlich und hoeflich und da wir bis zum Abendbrot – wir sind natuerlich bei den Kans eingeladen – noch ein bisschen Zeit haben, gehen wir schwimmen. Fumihiko ist wieder bei einer dieser moerderischen 24-Stunden-Schichten, er stoesst aber in seiner Pause zu uns, um bei den Kans zu speisen.

Der Abend bei der verrueckten Familie ist natuerlich wie immer ein Erlebnis und wir lachen viel, waehrend mein Japanisch nach und nach besser wird. Wenn man in einem Land ist, dessen Sprache man nicht kennt, dann kann man machen was man will, man lernt sie einfach. Wirklich eine tolle Erfahrung, auch wenn ich noch sehr weit von Kindergartenniveau entfernt bin. Trotzdem macht es mir grossen Spass und ich versuche auch weiterhin zu lernen, denn eines steht fuer mich fest: Ich muss wieder nach Okinawa zurueckkehren…

Waehrend Junko-san wieder die besten Sachen kredenzt und Akira-san, bei dem Versuch Englisch zu sprechen, die eigenartigsten Woerter erfindet, trifft Shunsei-san ein, ein High-School Schueler, der bei Fumihiko Englischunterricht nehmen will. Er ist die personifizierte Schuechternheit, aber dennoch natuerlich sehr freundlich und zuvorkommend. Irgendwann muss Fumihiko wieder zur Arbeit marschieren, aber Yukiko-san und ich haben trotzdem sehr viel Spass mit den Kans und ich muss sagen, dass ich ein bisschen traurig bin, dass Yukiko-san am naechsten Morgen abreisen muss, denn es ist wirklich sehr interessant mir ihr zu sprechen. Sie ist Aerztin und hat waehrend ihres Studiums auch Deutsch gelernt, aber das meisste verstaendlicherweise (zurecht) wieder vergessen. Der Abend war jedenfalls mal wieder sehr schoen und ich falle sehr spaet, totmuede ins Bett.Natuerlich angelegter Weg durch den japanischen Wald

Am naechsten Morgen kann ich gerade so noch Yukiko-san verabschieden, bevor ich weiterschlafe und nach sehr langer Zeit mal wieder richtig ordentlich ausschlafen kann. Fumihiko ist mitlerweile auch zurueckgekehrt und schlaeft bis 16 Uhr. Die Zeit nutze ich, um ein bisschen einzukaufen. Als ich zurueckkomme ist Fumihiko wach und schlaegt vor, eine Runde surfen zu gehen. Selbstverstaendlich habe ich rein gar nichts dagegen und wir fahren zu einem bekannten Surfspot im Norden Okinawas, wo sich schon sehr viele Surfer eingefunden haben, um die perfekte Welle zu erwischen.

Surfen ist wirklich eine Sachen, die, wenn man sie zum ersten Mal macht, grundsaetzlich voellig in die Hose geht, so auch bei mir, aber zum Glueck hat Fumihiko noch ein Bodyboard dabei. Damit komme ich schon besser klar und die Wellen sind an dieser Stelle wirklich perfekt. Jetzt verstehe ich auch, warum Surfer in der Regel so aussehen, als waeren sie im Fitnessstudio aufgewachsen, denn das Ganze ist wirklich ungemein anstrengend. Als es zu dunkel wird, machen wir uns auf den Rueckweg und haben die Idee, bei Hiro-san vorbeizuschauen, der seine Bar gerade eroeffnet hat und zwar an der Stelle, wo der Djembeworkshop war. Da Hiro-san wirklich eine sehr nette Person ist und natuerlich wie die meissten Gastronomen Startschwierigkeiten hat, freut er sich sehr, dass wir kommen. Wir trinken und lachen viel, treffen noch Kyo-san, der nebenan gerade seinen Laden eroeffnungsbereit macht und trinken noch mehr, bis wir die Instrumente auspacken und ohrenbetaeubenden Laerm produzieren. Danach schmeist Hiro-san noch eine Saalrunde (fuer uns drei…) und das ist das Zeichen fuer Fumihiko auf dem Gehweg einzuschlafen…

Da wir mit dem Auto zur Bar gefahren sind, nehmen wir den speziellen okinawaischen Taxiservice in Anspruch, der zwei Fahrer liefert, einer, der das Taxi faehrt und einer, der Fumihikos Auto nach Hause faehrt. Das ist in Okinawa so ueblich und eine gute Sache wie ich finde. Wir schlafen jedenfalls sehr gut…

In der ganzen Hektik hatte ich ganz vergessen, dass ja am naechsten Morgen der Schulbesuch ansteht, aber leider ruft Junko-san an und sagt, dass das nichts wird, weil der Englischlehrer in Tokio zu einer Weiterbildung ist und der Ersatzlehrer noch eine Art Referendar ist, der lieber keine selsamen Vorkommnisse im Unterricht haette… Das haelt Junko-san aber nicht davon ab, Fumihiko und mich zum Mittagessen in ein chinesisches Restaurant einzuladen, was nicht nur sehr lecker war, sondern auch die Idee hervorgebracht hat, mir trotzdem die Schule zu zeigen. Gesagt, getan und weil Fumihiko wieder in Richtung Job eilen muss, fahren Junko-san und ich zur Schule von Natsuki.

Fuer mich ist es natuerlich unglaublich interessant, mal eine japanische Schule von innen zu sehen. Besonders auffaellig ist natuerlich, dass alle Schueler Schulunformen tragen und mehr oder weniger gleich aussehen. Ob das gut oder schlecht ist, weiss ich nicht, es gibt sicherlich Argumente fuer beide Seiten… Auch sehr ungewoehnlich: Am Eingang werden die Schuhe ausgezogen und jeder Schueler hat sein kleines Schliessfach mit Latschen. Waehrend Junko-san und ich, auf der Suche nach Natsuki, durch die Schule streifen, ist es natuerlich klar, dass gaijin-san zur Hauptattraktion wird. Wenn ihr mal das Beduerfnis verspuert, so richtig ordentlich in Grund und Boden gestarrt zu werden, eine japanische Schule ist euer Ort… Ich habe das trotzdem sehr genossen und nachdem wir Natsuki gefunden haben, auch alle ihre Freunde kennengelernt. Die Schule ist gerade vorbei und es war der letzte Schultag vor den Sommerferien, die Stimmung ist also dementsprechend gut. Trotzdem machen wir uns wieder auf den Weg, ich dachte nach Hause, aber bei den Kans… keine Chance. Ich konnte gerade noch so die naechste Einladung zum Essen auf ein kleines Eis herunterspielen (das chinesische Essen war vielleicht 90 Minute her) und abwenden, dass mir ein Haufen neuer T-Shirts geschenkt werden, als Takahiko zu uns stoesst und Junko-san ihre Kinder und mich ins Kino schickt…

Wir gucken einen amerikanischen Film, den ich zwar schon kannte, aber es war trotzdem interessant zu sehen, dass die Japaner, wie einige andere Nationen auch es richtig machen und Filme in ihrer Originalversion zeigen, mit japanischen Untertiteln, versteht sich. Ich mag die Synchronisierungen in Deutschland nicht so und hoffe, dass sich der Trend, die OV zu zeigen, irgendwann auch zu uns stoesst.

Nach dem Film holt und Akira-san ab und bevor ich irgendwas tun kann, werde ich zum Abendbrot eingeladen. Vorher werde ich aber in Fumihikos Wohnung abgesetzt, wo ich jetzt gerade sitze und euch schreibe.

Vielleicht waren die letzten Tage in der Erzaehlung fuer euch nicht ganz so spannend, aber fuer mich war es in jedem Fall eine sowohl interessante Zeit, voller neuer Erfahrungen. Ich weiss wirklich nicht, warum ich von Okinawa weggehe, aber die Menschen hier werden mir sehr fehlen. Ich verspreche, dass ich so schnell es geht wiederkomme!

e.


Stetsi

Unsere kleine Farm 

Hallo - ich bin Heidi und habe schon ab und zu einmal ein TLZ-Titelblatt beigesteuert.
Heute möchte ich euch einmal zeigen, was ich so in meiner Freizeit tue. Ich bin ganz großer Tierfan und fotografiere auch sehr gern.
Daheim bin ich von ganz vielen Tieren umgeben und nutze jede Gelegenheit, sie auf Bild zu bannen. 
Jetzt kam ich auf die Idee, daraus einen Kalender zu machen. Die Auswahl war sehr schwer und das Jahr hätte ruhig noch ein paar mehr Monate haben können, aber ich denke so geht es schon. 
Hier möchte ich euch meine kleine Welt vorstellen. Viel Spass dabei!

Klicke auf das Bild, wenn Du es groesser sehen willst!

 Bei Interesse sende mir eine eMail und ich schicke Dir die Dateien in Originalqualität als PDF-Datei! Du brauchst dann nur noch alles ausdrucken (13 Seiten in A4-Format, am besten auf Fotopapier), das Ganze zusammenheften und den fertigen Kalender aufhängen oder weiterverschenken. Ist alles natürlich kostenlos!  ;)



Eure Heidi
heidi.basner@tuckerland.de


Moskitos in der Schweinebucht - oder 'Michelle' auf Kuba

ein Erfahrungsbericht in mehreren Teilen, Teil 3

Pinar del Rio war das nächste Ziel, aber zuerst gab's Frühstück, das stand dem Abendessen in nichts nach und dann ging's ab in den Bus. Die Gegend wurde ländlicher, unser Reiseleiter gesprächiger und ich müder. Nach einer kurzen Rast und weiteren anderthalb Stunden Fahrt kamen wir an, in der kleinen Provinzstadt und da hier wohl die heimliche Hauptstadt von Kubas Zigarrenproduktion war, lag nichts näher als erst mal eine dieser 'Fabriken' zu besuchen. 

Es hatte schon etwas von einer Schule, in wohl geordneten Bankreihen saßen die Arbeiter und 'drehten' eine nach der anderen, weitere sortierten nach der Farbe des Deckblattes, verpackten und probierten, irgendwie hatte fast jeder Mitarbeiter und natürlich auch die Frauen eine Zigarre im Mund ... Zwangsläufig musste ich an Schokoladenfabriken denken und ob ich dort nach einer Woche überhaupt noch einen Bissen Schokolade hätte sehen können, möglicherweise kann man das aber gar nicht vergleichen, weil in Schokolade statistisch gesehen ja ganz selten das Haar einer Jungfrau eingearbeitet ist, in kubanischen Zigarren soll das aber so sein und während wir in der Gruppe eine mehrere Tage dauernde Diskussion darüber, von wo an der Jungfrau das Haar denn sein müsste und wer überhaupt die Jungfrau sei, begannen, waren Rollstuhlfahrer und besonders Papa wieder am Einkaufen... 

Auf dem Weg zum obligatorischen Verkaufsraum hatten sich die Fronten zum Thema 'Haarursprungsort' verhärtet, während eine Hälfte meinte, es müssten die vom Oberschenkel sein (und sich wohl auch vorstellte wie der Entstehungsprozess vor sich ginge), hatte der andere Teil den (haarsträubenden) Verdacht, es könnten die Barthaare der zwei älteren Testerinnen sein, die weniger auf Grund ihres Alters als ihres Aussehens über die letzten sechzig Jahre unberührt geblieben sein mögen. Ich entschloss mich unterdessen nur eine Guillotine für Zigarren zu kaufen, na ja und die obligatorische für den lauen Urlaubsabend...

Danach probierten wir noch ein paar örtliche Rumspezialitäten aus und dann gab's Essen. Auf dem Rückweg wurden meine weiterführenden Betrachtungen zum Jungfrauenhaarthema eigentlich nur durch den Ärger über den nicht vorhandenen Zoom an meinem 99 DM Billigapparat unterbrochen, denn beim Besuch an einem riesigen auf eine Felswand gemalten Bild über die Entstehungsgeschichte Kubas und dem, was da vorher mal war, führte uns die Strasse bis direkt an den Fels, selbst nach 200m rückwärts laufen konnte ich nur die Hälfte aufnehmen und dabei hätte das schon ein super Poster gegeben ... 

Danach verlief die Fahrt relativ ruhig, es gab einige Gespräche, wie man was in welchem Dialekt ausspricht, davon konnte ich mir nicht mal bis zum nächsten Morgen etwas merken und so etwa eine Stunde vor unserem Quartier im Sumpf trafen wir noch einen anderen Bus, das forderte den Kampfgeist der beiden kubanischen Busfahrer so richtig heraus, da wir unser kleines Wettrennen zu verlieren drohten wurde dann kurzerhand die Klimaanlage abgestellt und 12 schwitzende Menschen drückten 24 Daumen... Glücklicherweise musste die Reiseführerin des anderen Busses bei der letzten Rast mal aufs Klo und das verschaffte uns den entscheidenden Vorteil; vorbei an den Gedenksteinen der Opfer der Schweinebuchtinvasion 'düsten' wir unseren Hütten und dem Abendessen entgegen... 

... Gibt es im Sozialismus Roulette mit kleinen Tieren und Musik mit Pferdegebissen, wann lernt man im kubanischen Fernsehen, das wesentliche zu zeigen und warum bumst des Bett gegen die Wand ... (?) und wer ist eigentlich Alex ...

Antworten auf diese und andere Fragen gibts es nur demnächst hier in der TLZ ...

(hg)



TARGET - Rüdiger Nehberg

Wie jedes Jahr im Dezember, haben wir kürzlich zu Hause den Jahresbrief von TARGET zugeschickt bekommen. Darin beschreiben Rüdiger und Anette Nehberg, was sie im vergangenen Jahr alles durch ihre Arbeit mit der im Jahr 2000 selbst gegründeten Organisation "TARGET" erreicht haben. 

TARGET ist eine Menschenrechtsorganisation, die dem Schutz der Mädchen und Frauen in Afrika dient. Und zwar dem Schutz vor Verstümmelung durch Beschneidung der weiblichen Genitalien. Dieses barbarische Ritual wurde jahrhundertelang praktiziert und ist heute noch Alltag in Afrika und den muslimischen Ländern. Bereits im Kindesalter werden kleine Mädchen für ihr Leben lang körperlich und damit gleichzeitig seelisch verstümmelt, nur weil die Beschneidung angeblich eine religiöse Pflicht ist.
April 2008 Ruediger Nehberg in Stadtilm
Kaum vorstellbar, aber tatsächlich durch die praktische Umsetzung des Menschenrechtsgedankens und die Tatkraft eines einzelnen Menschen bewirkt: Die Beschneidungsrituale wurden im November 2006 in der "Fatwa von Kairo" (einem verbindlichen islamischen Rechtsgutachten) als Sünde erkannt und unter Strafe gestellt, weil sie dem Koran widersprechen! Eine uralte Tradition wird durch den Einsatz von Rüdiger Nehberg und seinen getreuen Mitstreitern per Gesetz abgeschafft - ein unglaublicher Erfolg! 

Natürlich ist das gesetzliche Beschneidungsverbot erst der Anfang - noch wird überall in Afrika der Brauch heimlich weiterbetrieben. Aber TARGET ist dabei, "DAS GOLDENE BUCH", ein mit dem neuen Gesetzestext und Fotos dokumentiertes Buch, auf höchster politischer Ebene und in der Islamischen Kultur anerkennen zu lassen. Im April 2009 gab es dazu in Äthiopien einen wichtigen Erfolg. Seit September 2009 verteilen TARGET-Mitarbeiter und Freunde von Rüdiger Nehberg DAS GOLDENE BUCH direkt vor Ort in Afrika. Das Buch ist mit extra vielen Fotos und anschaulichen Zeichnungen versehen, so dass auch Analphabeten die Sünde der Beschneidungsrituale eindeutig verstehen können.   

Rüdiger Nehberg hat seine Gabe, für alle Probleme praktische Lösungen zu finden, durch seine bekannten Outdoor-Aktivitäten viele Jahre lang geschult. Die gesammelten Lebenserfahrungen setzte er schliesslich um in TARGET("Das Ziel"), um den uralten, völlig sinnlosen und zerstörerischen Brauch der weiblichen Genitalverstümmelung abzuschaffen. 

Nehberg, der nächstes Jahr 75 Jahre alt wird, hält regelmäßig Diavorträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz, um seine laufenden Projekte zu unterstützen. Die Menschenrechtsorganisation TARGET wird übrigens ausschliesslich durch Spenden finanziert. Sehr zu empfehlen ist ein Besuch auf Nehbergs Website: 
www.target-nehberg.de   

Dort findet man alles zu TARGET und natürlich zum grössten "Sir Vival"-Experten unserer Zeit - absolut lesenswert, herzerfrischend und Hoffnung gebend - für eine bessere und friedlichere Menschheit! 

Eure Asi
asi@tuckerland.de

PS: Leider schon Vergangenheit, aber vielleicht hat ja der eine oder andere von Euch diese Sendung gesehen: 

Sonntag, 20. Dezember 2009   19 Uhr   ProSieben  
"Galileo-Spezial":
Karawane der Hoffnung  

Zwei Autoren begleiten Rüdiger und Annette Nehberg bei ihrer Mission in Äthiopien

Sowie ein Buchtipp:

"Karawane der Hoffnung"  als Taschenbuch erschienen
von Rüdiger Nehberg und Annette Weber 
erweitert um Verlauf und Resultat der TARGET-Konferenz in der Azhar.
ISBN: 9783492252096, 400 Seiten, € 9,95.
 



Viesematente - das ist eine mittelalterliche Spielmannsgruppe aus den Thüringer LandenViesematente v.l.n.r.: Wälderwicht/Bruder Takt/De Lucentum/Almring vom Semmichbache

... WIR, das sind allen voran "Herr Almring vom Semmichbache", im Volkesmund auch "der unendliche Dudler" genannt. 

"De Lucentum", unser Spanier, angereist mit Sack, Pack und Schalmeien aus dem schönen Spanienlande. 
"Bruder Takt", der wohl rhythmischste Klosterbruder seit Paukers- und Menschengedenken. 
"Der Wälderwicht", ein lustiger Gesell aus dem grünen Herzen unserer Lande. 
Und zu guter Letzt, unser Steffen, schlicht und ergreifend "der Steffen aus der Stadt".

Freud und Schabernack, das bieten wir. Nur, dies lasst euch gesagt sein, mit uns seid ihr vor so manchen Viesematenten nicht gefeit!

Besucht uns doch mal, dann erfahrt ihr so allerlei merkwürdige Dinge über uns: 

 www.viesematente.de

 

 

Bela B 

Wenn man so wie ich seit ueber 20 Jahren Punkrock mag, da hat man auch schon mal von Bela B, dem Schlagzeuger der Berliner Punkband „Die Ärzte“ gehoert. Ich gestehe, dass „Die Ärzte“ nie meine Favoriten waren, mir sind und bleiben „Die Toten Hosen“ immer sympathischer und die Texte der Hosen waren auch immer, fuer meinen Geschmack,  etwas anspruchsvoller und realitaetsnaher.

Mein Sohn Evan kam aber vor etwa 2 Jahren auf den Geschmack der "Ärzte" und so besorgt man als wohlsorgende Eltern Karten fuer ein Ärztekonzert und geht mit seinem Kinde da mal hin. Schnell merkte ich bei dem damaligen Livekonzert in Ferropolis, dass der Schlagzeuger Bela B der Oberarzt der Band ist. Mit seinem Sexappeal und seinem Charisma stahl er allen auf der Buehne die Show. Der Mann erscheint einfach nur auf der Buehne und schon kreischen Maedels, schmeißen Unterwaesche auf die Buehne und vergessen sich selbst. Der Mann ist ein richtiger Frauenschwarm. Mit meinem damals 10 jaehrigen Sohn gelangte ich schnell in die erste Reihe - bei den Ordnern haben Kinder so eine Art Welpenschutz und wenn man dann als Mutter den Ordnern sagt, dass das der groeßte Wunsch des Kindes ist, die Band einmal aus der Naehe zu sehen, wird man meistens reingelassen. So habe ich in den letzten Jahren meistens einen super Platz bei verschiedensten Veranstaltungen bekommen und Evan in seinem jungen Leben schon ne Menge tolle Erlebnisse gehabt (nur mein Sohn wird immer groeßer und aelter und lange wird das nicht mehr gut gehen;) Resultat des Konzertes war das Evan ein noch groeßerer Ärztefan wurde und ich mich danach ein bisschen fuer Bela B bzw. sein Leben und Tun interessiert habe. Der Mann hat eine Ausstrahlung, die nicht nur was mit seinem Äußeren zutun hat. Was war es, dass den Mann so zur Erscheinung machte?

Bela B, mit buergerlichem Namen Dirk Felsenheimer, ist 47 Jahre alt und sehr vielseitig. Seinen Kuenstlernamen Bela lehnte er an den Dracula Darsteller Bela Logosi an, welchen er sehr verehrt. B steht fuer Barney Gerölheimer aus der Fernsehserie Feuerstein, welcher seinem Nachnamen sehr aehnelt und er in seiner Jugend so genannt wurde. Dirk Felsenheimer ist in verschiedenen Filmproduktionen als Schauspieler mehr oder weniger erfolgreich gewesen. Sein Faible fuer Horrorfilme brachte ihm Hauptrollen in diversen zweitklassigen Horrorfilmen (z.B. Garden of Love) ein. Aber auch TV Produktionen interessierten sich fuer ihn, so spielte er zweimal den Boesewicht in „Alarm fuer Cobra 11“ und den Kommissar in „Gonger – das Boese vergisst nie“ (dieser Film ist empfehlenswert, wenn man auf gruslige Schocker steht – ich fand den Film klasse). Felsenheimer bespricht Hoerbuecher z.B. zusammen mit Thomas D. (von den fantastischen Vier) Faust vs. Mephisto oder aber die „Böse Nacht Geschichten“, welches auch ein kleiner Gruselgenuss beim hoeren war. Er arbeitete als Co-Produzent und –Autor an verschiedenen Horrorcomics mit und ihm gehoerte auch mal ein Leipziger Comicverlag, der sich leider auf Dauer nicht halten konnte.

Insgesamt brachte Bela B neben den Sachen, die er mit den "Ärzten" zusammen machte, 2 recht respektable Soloalben und etwa 20 Singles heraus , er besprach 12 vorwiegend gruslige Hoerbuecher und machte in etwa 40 Filmen mit.

Verschiedene Soloprojekte in Sachen Musik, zum Beispiel „Der Graf“, zeigen, dass Felsenheimer sich in der dunklen und geheimnisvollen Welt sehr wohlfuehlt.

Aber allen Draculas, Vampiren und Zombies zum trotz zeigen seine Kampagnen, wie „Kauft nicht bei Nazis“, sein Engagement bei der „Tafel“ in Berlin, sein bekennen zu Tattoos  statt zu Pelzen bei PETA, dass dieser Mann auf der richtigen Seite steht.

Was mir sehr sympathisch ist, denselben Aspekt respektiere ich auch bei den Toten Hosen, Bela B haelt sein Privatleben fuer sich, man erfaehrt keine Details aus dem „normalen“ Leben des Bela. Man weiß nicht wen er liebt und wen er nicht mehr liebt, was er gerne isst und was nicht, wo er wohnt und wie er wohnt, wie seine Geschwister oder Eltern aussehen oder auch nicht, weil auch diese Menschen haben es verdient, ein bisschen Normalitaet zu besitzen und irgendwo Luft holen zu koennen.

Die Figur „Bela B“ ist ein Kunstobjekt und es wert, mal genauer hinzuschauen.

Ich habe jetzt nur einen klitzekleinen Einblick in das kuenstlerische Dasein des Bela gegeben und hoffe, dass Ihr das naechste Mal, wenn Ihr diesen Namen lest oder hoert, mal genauer hinseht und hinhoert.

Am 4. Dezember diesen Jahres war Bela B y Los Helmstedt im Erfurter Stadtgarten. Bei einem Eintrittspreis von etwa 20 Euro kann man sich das zum Freitagabend auch mal goennen. Also habe ich Mann und Kind geschnappt und ab ging es zu Bela. Unser Sohn durfte mit in den Bereich, der fuer Rollstuhlfahrer abgesteckt war und so hatte er als kleiner Mann auch einen guten Blick zur Buehne.  Die Vorband "Smokestack Lightnin" aus Nuernberg heizte den Stadtgarten ordentlich ein und als Bela B dann auf die Buehne kam, brodelte der Saal bereits. Auch diesmal erschien Bela B nur und die Maedels warfen Unterwaesche und Briefe auf die Buehne. Bela B nahm es mit einem Laecheln zur Kenntnis und sagte: "Ich koennte bereits Euer Vater sein." Aber wohlgefuehlt hat er sich schon, in so viel Huldigung. Nach diesem Start folgten etwa 2 Stunden von feinsten Punkrock mit 3 Zugaben. Am Ende des Konzertes kam Bela B in einem silbrig glitzernen Anzug mit glitzernen Zylinder hinter einer Schattenwand hervor und verabschiedete sich mit seinem aktuellem Song "Altes Arschloch Liebe".

Jeder Andere, zum Beispiel Campino von den "Toten Hosen", haette einfach nur laecherlich und albern in diesem Anzug ausgesehen, aber zum Graf Dracula Bela B hat es gepasst, als waere ein Glitzeranzug das normalste von der Welt. Bela B ist halt doch eine Erscheinung.

So nun hoffe ich, dass ich Euch mit meinen Ausfuehrungen nicht zu sehr gelangweilt habe. Ich wuensche Euch einen guten Rutsch ins Jahr 2010 und Ihr wisst Bescheid, lasst Euch nicht unterkriegen;)

Viele Gruesse

Heike

Klangvolle Türme

Es gibt in Deutschland zweiundvierzig davon. Sie hängen in Türmen, verhalten sich die meiste Zeit still, doch werden sie erweckt, dann sind sie weithin hörbar. Sie sind keine seltenen unter Schutz stehende Vögel. Sie sind Musikinstrumente. Sie gehören in die Gruppe der Schlagidiophone. Die ältesten Instrumente sind in Hamburg und Lößnitz zu finden, das jüngste wurde zu Ostern 2009 in Kaiserslautern eingeweiht. Die Rede ist von Carillons, Glockenspielen. Genauer gesagt von Konzertglockenspielen. 

Um zur Gruppe der Carillons zu gehören, sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen: Das Instrument muss über mindestens dreiundzwanzig Bronzeglocken verfügen, die chromatisch abgestimmt sind, das heißt, jeder Ton der Tonleiter muss erreichbar sein. Zweite Voraussetzung ist das Vorhandensein einer Handspieleinrichtung, mit deren Hilfe der Carillonneur die Bronzeglocken zum Klingen bringen kann. Dabei werden nicht die Glocken bewegt sondern nur die Klöppel. Dennoch ist das Spiel auf dem Carillon körperlich anspruchsvoll, es ist bewegungsintensiv, da große Entfernungen auf dem Instrument zurückgelegt werden müssen. 

Die Spieleinrichtung ist einer Klaviertastatur ähnlich – die Tasten sind in zwei Reihen angeordnet wobei die obere Reihe den schwarzen Tasten des Klaviers und die untere Reihe den weißen Tasten entsprechen. Die „Tasten“ des Carillons sind als abgerundete Holzstäbe ausgeformt, die nicht mit den Fingern niedergedrückt werden sondern mit den geballten Fäusten. Doch nicht wie ein Boxer. Eher als wolle man einen Maikäfer gefangen halten, sind die Hände zur Faust geballt. Mit gespreizten Händen ist auch ein zweistimmiges Spiel möglich, aus anatomischen Gründen ist wohl eine Quinte (fünf Töne Abstand) dabei das größtmögliche Intervall. Die Tasten der tiefen Töne sind mit Pedalen verbunden, die mit den Füßen gespielt werden können. Im Zusammenspiel Hände und Füße kann so der Carillonneur gleichzeitig sechs verschiedene Töne anschlagen. 

Die Kunst liegt nicht nur darin, die richtigen Töne zu treffen, sondern die Anschlagsdynamik sehr fein zu differenzieren. Grundsätzlich kann alles auf einem Carillon gespielt werden, was auch auf dem Klavier oder einer Orgel gespielt werden kann. Zu bedenken ist jedoch, dass Akkorde oft nur mit zwei Händen gegriffen werden können und eine Melodie gleichzeitig höchstens im Pedal gespielt werden kann. Dass auf einem Carillon nur langsame Stücke gespielt werden können, ist Aberglaube.

Die Geschichte der Carillons beginnt etwa Anfang des 16. Jahrhunderts. Glöckner versuchten mit den Kirchengeläuten kleine Melodien zu spielen. Anfangs fassten sie die Läuteseile in einer Spielvorrichtung zusammen, wodurch die einzelnen Seile schneller gegriffen werden konnten. Später wurden die Läuteseile mit einer Tastatur verbunden. Dieses Prinzip hat sich bis heute bewährt. Mit dem Niederdrücken der Taste, des so genannten Stocken, wird die Bewegung über Drähte und Winkelhebel zum Klöppel übertragen, der durch Federkraft wieder von der Glocke weg geführt wird sodass sich der Glockenklang frei entfalten kann. 

Was schreibt Uli uns über Carillons, wenn es in Erfurt nicht auch ein solches gäbe? Na klar gibt es in Erfurt ein solches. Es feierte vor Kurzem seinen dreißigsten Geburtstag – mit viel Musik. Entworfen haben es Margarethe und Peter Schilling aus Apolda. Gegossen wurden die sechzig Bronzeglocken im VEB Glockengießerei Apolda, einst Glockengießerei Schilling. Gestiftet, also auch bezahlt wurde das etwa 13,5 Tonnen schwere Instrument vom damaligen Kulturministerium der DDR. Wie das manchmal so ist, wenn die Großen sich etwas ausdenken – die Kleinen haben dann mitzumachen. Der Rat der Stadt Erfurt hatte zu dieser „Glockenspiel-Angelegenheit“ nicht mehr als zwei Beschlüsse zu fassen: 1977, dass ein solches Instrument in den Bartholomäusturm eingebaut wird und 1979, dass es eingeweiht wird. 

Die Arbeit hatten die Glockengießer. Die größte Glocke hat einen Durchmesser von 154,3 Zentimeter und trägt stolz ein DDR-Emblem und die Inschrift: „Gewidmet dem dreissigsten Jahrestag der Deutschen Demokratischen Republik“. Diese Glocke mit dem Schlagton c1 wiegt 2393 Kilogramm. Die leichtesten Glocken sind a4 und dis5 mit jeweils 10 Kilogramm. Den höchsten Schlagton hat c6. diese Glocke mit einem Durchmesser von 21,5 cm wiegt 20 Kilogramm.

Die Arbeit hatten die Bauarbeiter, die den Bartholomäusturm als „Wohnung“ für das Carillon vorbereiteten. Die mittelalterlichen Holztreppen wurden aus dem Turm entfernt und eine Stahltreppenanlage eingebaut. Der Glockenstuhl wurde maßgenau für den Turm entworfen und gefertigt, er ruht auf Lagern im Gemäuer des Turmes. Die gesamte Konstruktion des Glockenstuhls samt Spieleinrichtung bringt etwa achttausend Kilogramm auf die Waage, sodass einschließlich Glocken der Turm eine Last von 21 Tonnen zu tragen hat – abgesehen von der Last der Jahrhunderte.

Die angenehme Arbeit hat der Carillonneur, der vor der Spieleinrichtung sitzt und sein Können unter Beweis stellt. Heimlich, still und leise üben ist nicht möglich und falsche Töne klingen am längsten nach. Leises Spielen, ja das ist möglich und auch lautes Spielen. Und das Instrument bekannt machen, es interessierten Besuchern vorstellen sind die angenehmen Seiten des Daseins eines Carillonneurs. Dass es in einem Turm installiert ist, hat einen angenehmen Nebeneffekt: der Carillonneur braucht sich über mangelnde Bewegung nicht zu beklagen. Im Falle des Erfurter Carillons sind es 133 Stufen, die Besuche im Fitnessstudio überflüssig machen.

Der Turm gehörte einst zur Bartholomäuskirche. Es war nicht nur die Hofkirche der Grafen von Gleichen (die mit den Drei Gleichen und Ernst II. mit den zwei Weibern) sondern auch eine der ältesten Pfarrkirchen Erfurts. Sie wurde bereits bei der Einteilung der Stadt in Pfarreien im Jahr 1182 genannt. Im 13. Jahrhundert mussten die Grafen von Gleichen ihr Patronat in Erfurt verkaufen – aber das ist ja keine Schande – das Tafelsilber wird auch heute noch gern zu barer Münze gemacht.

Im Jahr 1291 wütete ein Feuer in der Stadt Erfurt, dem auch die Bartholomäuskirche zum Opfer fiel. Kurze Zeit später wurde die Kirche zu einer der am reichsten ausgestatteten Pfarrkirchen Erfurts wieder aufgebaut. Zwölf Altäre in einer einfachen Pfarrkirche, das ist schon beeindruckend! Am Ende des 14. Jahrhunderts fiel der Turm einem Brand zum Opfer, er wurde ab 1412 wieder aufgebaut. Die heute noch erhaltene Maßwerkbrüstung in 35 Metern Höhe stammt aus dem Jahr 1448. Zwanzig Jahre später ward auch die Turmhaube endlich auf den Turm gesetzt, von Curd Wende – wie es noch heute auf den Gewölberippen zu lesen ist. 1660 vernichtete ein Großfeuer zahlreiche Häuser in der Erfurter Innenstadt und auch die Bartholomäuskirche fiel den Flammen zum Opfer. Nur der Turm blieb stehen und konnte weiterhin von der Barfüßergemeinde als Läuteturm genutzt werden. 

1942 mussten die Glocken der „Reichsstelle für Eisen und Metalle“ abgeliefert werden. Im April 1945 wurde der Turm durch Artilleriebeschuss beschädigt, die Turmhaube brannte vollständig ab. Ab 1946 wurden das beschädigte Mauerwerk und die Maßwerkbrüstung wieder hergestellt. Die Wiederherstellung der Turmhaube scheiterte an den materiellen Gegebenheiten der Zeit und der Turm wurde provisorisch mit einem Flachdach verschlossen. Dieses Provisorium hielt immerhin bis 1992, als anlässlich des 1250-Jahr-Feier Erfurts die gotische Turmhaube wieder hergestellt und auf den Turm aufgesetzt wurde. Die Gelegenheit war günstig: die 60 Glocken des Carillons wurden vor dem Aufsetzen der Turmhaube ausgebaut und überarbeitet. Sechs Glocken wurden neu gegossen und seither gilt das Erfurter Carillon als eines der klangschönsten in Deutschland. 

Wie es klingt, wenn der „Roboter“ spielt, das könnt Ihr täglich 10, 12 und 18 Uhr hören. Wie es klingen kann, wenn ein Mensch es spielt – das hört Ihr bei Führungen zum Instrument und bei Konzerten, die regelmäßig stattfinden. Wir Menschen haben es verdient, einen Moment inne zu halten, dem Klang der Glocken zu lauschen und vielleicht eine bekannte Melodie mit zu summen.

Weitere Informationen findet Ihr auf der offiziellen Webseite der Deutschen Glockenspielervereinigung (deren Mitglied ich bin)  www.glockenspieler.de , auf der Webseite des Stadtmuseums Erfurt (dem „Besitzer“ von Turm und Glockenspiel) www.stadtmuseum-erfurt.de/carillon/uebersicht.html  und natürlich auf meiner Webseite www.ansichtssache-erfurt.de . Dort könnt Ihr mich auch in Aktion sehen! Über Euern Besuch würde ich mich natürlich genauso freuen.

Eine stille Weihnachtszeit und ein glückliches neues Jahr wünsche ich Euch.
Bleibt bescheiden und aufmerksam.


Euer Uli

Der Witz des Monats 

Es war einmal...

............ vor langer Zeit, kurz vor Weihnachten, als der Weihnachtsmann sich auf den Weg zu seiner alljährlichen Reise machen wollte, aber nur auf Probleme stieß.

Vier seiner Elfen feierten krank, und die Aushilfs-Elfen kamen mit der Spielzeug-Produktion nicht nach. Der Weihnachtsmann begann schon den Druck zu spüren, den er haben würde, wenn er aus dem Zeitplan geraten sollte.

Dann erzählte ihm seine Frau, dass ihre Mutter sich zu einem Besuch angekündigt hatte. Die Schwiegermutter hatte dem armen Weihnachtsmann gerade noch gefehlt.

Als er nach draußen ging, um die Rentiere aufzuzäumen, bemerkte er, dass 3 von ihnen hochschwanger waren und sich zwei weitere aus dem Staub gemacht hatten, der Himmel weiß wohin. Welch Katastrophe.

Dann begann er damit, den Schlitten zu beladen, doch eines der Bretter brach und der Spielzeugsack fiel so zu Boden, dass das meiste Spielzeug zerkratzt wurde - Shit!

So frustriert ging der Weihnachtsmann ins Haus, um sich eine Tasse mit heißem Tee und einem Schuss Rum zu machen. Jedoch musste er feststellen, dass die Elfen den ganzen Schnaps gesoffen hatten. 

In seiner Wut glitt ihm auch noch die Tasse aus den Händen und zersprang in tausend kleine Stücke, die sich über den ganzen Küchenboden verteilten.

Jetzt gab`s natürlich Ärger mit seiner Frau. Als er dann auch noch feststellen musste, dass Mäuse seinen Weihnachts-Stollen angeknabbert hatten, wollte er vor Wut fast platzen.

Da klingelte es an der Tür.

Er öffnete und da stand ein kleiner Engel mit einem riesigen Christbaum. Der Engel sagte sehr zurückhaltend: "Frohe Weihnachten Weihnachtsmann! Ist es nicht ein schöner Tag. Ich habe da einen schönen 
Tannenbaum für Dich. Wo soll ich den denn hinstecken?" 

............ Seit dem sitzt der Engel auf der Spitze des Baumes.




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Was, wenn Weihnachten nicht vor über 2000 Jahren, sondern heute stattgefunden hätte ... 

Säugling in Stall gefunden - Polizei und Jugendamt ermitteln 

Schreiner aus Nazareth und unmündige Mutter vorläufig festgenommen 

BETHLEHEM

In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust. Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria H. aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war. 

Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der später als Joseph H., ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde, die Sozialarbeiter abzuhalten. Joseph, unterstützt von anwesenden Hirten, sowie drei unidentifizierten Ausländern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert. 

Festgenommen wurden auch die drei Ausländer, die sich als "weise Männer" eines östlichen Landes bezeichneten. Sowohl das Innenministerium als auch der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen über die Herkunft dieser drei Männer, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten. Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Identifikation bei sich trugen, aber in Besitz von Gold, sowie einigen möglicherweise verbotenen Substanzen waren. Sie widersetzten sich der Festnahme und behaupteten, Gott habe ihn angetragen, sofort nach Hause zu gehen und jeden Kontakt mit offiziellen Stellen zu vermeiden. Die mitgeführten Chemikalien wurden zur weiteren Untersuchung in das Kriminallabor geschickt. 

Der Aufenthaltsort des Säuglings wird bis auf weiteres nicht bekanntgegeben. Eine schnelle Klärung des ganzen Falls scheint sehr zweifelhaft. Auf Rückfragen teilte eine Mitarbeiterin des Sozialamts mit: "Der Vater ist mittleren Alters und die Mutter ist definitiv noch nicht volljährig. Wir prüfen gerade mit den Behörden in Nazareth, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen." 

Maria ist im Kreiskrankenhaus in Bethlehem zu medizinischen und psychiatrischen Untersuchungen. Sie kann mit einer Anklage wegen Fahrlässigkeit rechnen. Ihr geistiger Zustand wird deshalb näher unter die Lupe genommen, weil sie behauptet, sie wäre noch Jungfrau und der Säugling stamme von Gott. 

In einer offiziellen Mitteilung des Leiters der Psychiatrie steht: "Mir steht nicht zu, den Leuten zu sagen, was sie glauben sollen, aber wenn dieser Glaube dazu führt, dass - wie in diesem Fall - ein Neugeborenes gefährdet wird, muss man diese Leute als gefährlich einstufen. Die Tatsache, dass Drogen, die vermutlich von den anwesenden Ausländern verteilt wurden, vor Ort waren, trägt nicht dazu bei, Vertrauen zu erwecken. Ich bin mir jedoch sicher, dass alle Beteiligten mit der nötigen Behandlung in ein paar Jahren wieder normale Mitglieder unserer Gesellschaft werden können." 

Zu guter Letzt erreicht uns noch diese Info. Die anwesenden Hirten behaupteten steif und fest, dass ein großer Mann in einem weißen Nachthemd mit Flügeln (!) auf dem Rücken ihnen befohlen hätte den Stall aufzusuchen und das Neugeborene zu seinem Geburtstag hoch leben zu lassen. Dazu meinte ein Sprecher der Drogenfahndung: "Das ist so ziemlich die dümmste Ausrede eines vollgekiften Junkies, die ich je gehört habe."
 
Erika Fritz
Erika

IMPRESSUM
"Tuckerlandzeitung" (TLZ) inklusive "Tafel des Ruhmes" (TdR) der eingetragenen Spieler des PC-Spieles "Tuckers Abenteuer" (TA)
Erscheinungsweise: Jeweils am letzten Sonntag des Monats auf der website www.tuckerland.de --->tlz
Einsendeschluss für TLZ-Beiträge der jeweils kommenden Ausgabe ist Dienstag vorm letzten Sonntag im Monat.
Alle TLZ-Beiträge bitte  an Redaktion+Organisation der TLZ: Asi asi@tuckerland.de 
Bearbeitung der TdR: Manathas manathas@tuckerland.de  
Entwicklung und Umsetzung des PC-Spiels TA: Frakar
frakar@tuckerland.de
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   ...and the adventures continues...