-Ausgabe No. 150 - Januar 2010
seit dem 27. Feb. 1997

Stare im Januar 2010 - fotografiert von Michael Lorenz in seinem Garten in Erfurt
Titelbild von Michael Lorenz



TLZ No. 150
(1/2010)

Inhalt:
Titelbild von Michael Lorenz   
Tuggat liebe Freunde des Tuckerlandes   Einleitung von Asi
Wie mir die Kraehe Karrda berichtete  Vorstellung Level 120 - von Frakar
Winterimpressionen  Blick aus dem Wohnhaus von Max aus der Schweiz
 Tuggat, ihr Lords  Monatsübersicht zur Tafel des Ruhmes und Kolumne - von Manathas
Die Unendlichkeit  Labyrinth der Vernunft – Teil 1 von Alexander Thomas 
Was mich im Januar bewegte  Anzeichen für Klimawandel? von Michael Lorenz 
Ich höre Stimmen  Psychologische Werbetricks - von Magnus
Auf dem Weg zum Buch  Buchvorstellung "Die Schatzfahrt" - Teil 1 von Leo
Bildersuchrätsel  von Richard dem Rätselhaften
Wie ich über den Dächern von London war  von Heike Hoffmann
Moskitos in der Schweinebucht - oder 'Michelle' auf Kuba - Teil 4 von Hartmut Gerlach
Kurzgeschichte zu TA 02  von Richard Bönisch
Nützliche Haushaltstipps  Beitragsserie Teil 1 - von Magnus
Tut mir leid  Eric unterwegs in Japan - von Stetsi
Armut  Wie man mit kleinen Dingen grosse Freude bereiten kann - von Michael Lorenz
 Der Witz des Monats  von Erika
TLZ-Archiv Index aller(!) vorheriger Ausgaben der TLZ
   (TLZ-Archiv-Linkaufruf funktioniert nur, wenn die jeweiligen TLZ-Ausgaben + Index, im entsprechenden Pfad, offline verfügbar sind!)


Bei Klick auf die Links erscheint sofort der jeweilige Beitrag, mit der Maus-Zurücktaste kommt Ihr wieder zurück ins Inhaltsverzeichnis!

 

 


 

Nun ist bereits der letzte Tag des Monats Januar 2010 angebrochen und wir erleben diesmal einen für unsere "verpimpelten" Verhältnisse ziemlich schneereichen Winter.  Mich erreichte kürzlich eine Email nebst Foto von Andreas Lubig aus Eggersdorf (Bundesland Brandenburg, Nähe Strausberg): Januar 2010 - Skulptur im Garten von Andreas Lubig

Hallo zusammen, nur ein kleiner Eindruck vom Wintergefühl in Eggersdorf ;o) Ist eigentlich lediglich so ein "Zier"-Kopf, sieht im Moment aber aus wie ein General kurz vor der Schlacht von Waterloo. Wir kämpfen allerdings höchstens mit den Schneemassen. Wann gab es das zum letzten Mal? Kann sich irgendwer daran entsinnen??

Für alle, die mit der kalten Jahreszeit gar nichts am Hut haben und jeden Tag aufs Neue missmutig aus dem Fenster schauen, hier ein paar liebe aufmunternde Zeilen von Kerstin aus Thüringen: 

Und euch sei gesagt, der Frühling kommt bestimmt. Wenn ich mal tiefer bin beim Schnee schippen, kann ich sehen, dass das Gras noch da ist und nur darauf wartet zu spriessen. Und derweil geniesst noch ein bissel den Schnee. Wann gab es schon so einen schönen hellen Winter, wie in diesem Jahr?

Ich möchte mich diesen Monat ganz besonders bei Michael Lorenz bedanken, der nach langer schwerer Krankheit wieder aktiv als TLZ-Autor, Fotograf und sogar erstmalig im Tuckerland-Forum mitgewirkt hat. Sehr interessante Beiträge von ihm, die zum Nachdenken anregen! Alles Gute und baldige Genesung für Dich, Michael!   

Bianca Haupt schrieb übrigens gleich in den ersten Januartagen folgende nette Email, für die ich herzlich danke:

An das gesamte Tuckerland -Team ,
für das neue Jahr 2010 wünsche ich Euch Gesundheit, Erfolg und viele fröhliche Stunden!
Lg. Bianca Haupt

P.S. Man wird nicht älter, sondern besser, ....macht weiter so :) :D

Eine weitere Neuigkeit ist die Vorstellung des künftigen Buches von Leo aus Trier, welches noch nicht vollendet und demnach noch nicht im Handel erschienen ist.  Leo unter dem Pseudonym "Rolf Wendel" wird in dieser TLZ erstmalig eine Leseprobe aus "Die Schatzfahrt" veröffentlichen. Das Buch gehört zum Genre "Maritime Fantasy". Wirklich sehr erfreut wäre Leo über Reaktionen interessierter Leser, die zunächst Ausschnitte aus ihrem Buch Probelesen und ihr dann dazu per Email Meinung und Kritiken mitteilen, diese bitte zunächst an
asi@tuckerland.de

Nun aber viel Spass beim Schmökern in der TLZ 150, welche ich mit folgenden Aphorismen einleiten möchte:

 


Juni 2008 Mittelalterdorf Adventon - fotografiert von Jan Postel Verlange von dir alles – und von anderen nichts, dann hast du Frieden. 
Konfuzius, (551 - 479 v. Chr.), latinisierter Name für Kongfuzi, K'ung-fu-tzu, »Meister Kong«, eigentlich Kong Qiu, K'ung Ch'iu, chinesischer Philosoph 

Lösungen finden. Verschwende deine Kraft nicht darauf, einen Schuldigen für das Problem zu suchen. Verwende deine Kraft lieber dafür, eine Lösung zu finden. 
© I. Kunath, (*1980), Schriftstellerin, schreibt Gedichte und Aphorismen 

Armut schändet nicht. Aber dass sie es gibt, ist eine Schande. 
© Erhard Blanck, (*1942), deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler 


 

Eure Asi
asi@tuckerland.de


 

Wie mir die Kraehe Karrda berichtete...

WAAAS 150 Ausgaben TLZ??? Runde Zahl! 
Ich steuere mal den Level 120 aus Tuckers Abenteuern im neuen Outfit mit dazu bei! 

 
Der in Stein gehauene Name in der Mitte (siehe Level-Screenshot) kündigt übrigens den letzten grossen Endgegner vor der Befreiung Droganas aus den Händen der Cryptos an und ist meine Homage an Hannes von Hegen, welcher vielleicht vielen Älteren von Euch noch ein Begriff ist! Hätte es Hannes von Hegen nicht gegeben, wer weiss, ob ich dann jemals mit diesen Abenteuern angefangen hätte... ;)

Prinzipiell können die BETA-Versionen (einzelne Level des Gesamtspieles) von JEDEM gespielt bzw. getestet werden, wenn dieser Spieler auch bereit ist, mal ein paar Worte dazu in unserem Tuckerland-Forum zu verlieren und Mitglied auf der "Tafel des Ruhmes" ist. - Denn wir sind keine geheime Organisation, die nur im Verborgenen agiert! xD
Überzeugt Euch davon: TUCKERLAND-FORUM

Die Besprechungen neuer Level und deren Download findet dort unter der Rubrik "Infos & Erfahrungsaustausch zu den TA-BETA-Versionen" statt!

Das gesamte Freeware-Spiel (120 Level und 12 Endgegner) kann man direkt von der Tuckerland Startseite laden: TUCKERLAND
Zur Zeit ist die Version 7.x7 aktuell: DOWNLOAD "TUCKERS ABENTEUER"

Wir haben auch ein Punktesystem (EP - Erfahrunfspunkte) für ein Ranking der besten Spieler auf der Tafel des Ruhmes.
Auch dieses kann sich sehen lassen: TAFEL DES RUHMES 

"...die TdR umfasst augenblicklich 1457 Einträge von Spielern aus 29 Ländern (1445 Helden, 0 Lords und 12 Ritter), davon haben zur Zeit 113 Spieler alle 12 Abenteuer gelöst..."

Ausschreibungen zu den Erfahrungspunkten werden immer im Forum aktuell ausgeschrieben.

Ich danke ALLEN aktiven und ehemaligen Spielern, Lesern, Autoren, Beratern, Zeichnern, Lektoren, Redakteuren, Schriftführern, Fotografen, und, und, und... 

Ich muss jetzt los, aaaber: Wir sehen uns im Abenteuer wieder!! ;)


Tuggat, Frakar
frakar@tuckerland.de
www.tuckerland.de

 

 

Winterimpressionen aus der Schweiz

Blick aus dem Fenster des Wohnhauses unseres Tuckerspielers Max aus der Schweiz in seinen "Garten" - die Winterfotos hat er gerade eben (im Januar 2010) aufgenommen: 


 

Tuggat, ihr Lords (ach so ... gibt es ja noch nicht), 
Ritter, aktive Helden, passive Helden, Beta-Tester, TLZ- bzw. Forum-Aktive und Karteileichen!!

Da kann man nur sagen: Reife Leistung, Frakar, Asi, Heike und sonst alle, die mit der TLZ zu tun haben/hatten. 150 Ausgaben der TLZ, das will etwas heißen!!!! Gratulation!!!!

Nun also wieder zu anderen Geschichten: Lustigerweise habe ich festgestellt, daß Frakar mich im Level 119 mit dem Captain-Beefheart-Song "I'm Gonna Booglarize You Baby" erwähnt. Wohlan, hier der Text zum Mithören, Frakar:

The moon was a drip on a dark hood
'N they were drivin' around 'n around
Vital Willy tol' Weepin' Milly
I'm gonna booglarize you baby
I'm gonna booglarize you baby
If I can find ah place t' park my machine
Out ah town
Milly tol' Willy come on over t'my house
I'll slow your machine right down
'Cause listen Vitals gives me the Willies
Drivin' around 'n around
Drivin' around n' around
If you keep beatin' around the bush
You'll lose your push
If you keep beatin' around the bush
You'll lose your push
The moon was ah drip on ah dark hood
The moon was ah drip on ah dark hood
'N they were drivin' around 'n around
Tush tush
Bogota boogie
Tush tush
Bogota boogie around
There ain't no place t' stop around
Bogota boogie said Weepin' Milly
Now Willy come over t' my place
'N I'll slow you right down
You lose your push tush
When you beat around the bush
If you act reserved
I know somebody payin' for your parkin' place
You gotta take your space
Tush tush
You lose your push
When you beat around
When you beat around
When you beat around the bush
Bogota boogie
Bogota boogie
I'm gonna booglarize you baby
I'm gonna booglarize you baby
I'm gonna booglarize you baby
 
Leider gibt es für das Wort "booglarize" keine Übersetzung. Auch Online-Dienste versagen hier. Es ist mir also noch nicht möglich gewesen, eine sinnvolle deutsche Textübersetzung zu erstellen. Ich bleibe aber dran.
 
Tabelle der EPs:
 
EPs in 150                  
                   
Status   117 118 119 Sonstiges Titelbild /Beiträge 149 Rätsel Richard /Lösung Forum TdR/TLZ Summe
                     
Ritter Bönisch, Richard 3 1             4
Ritter Schreiber, Manfred       1         1
Ritter Schultz, Günther 3               3
Ritter Störmann, Alexander 4 2   1         7
                     
                     
Held Basner, Heidi         1       1
Held Basner, Vincent 1 1             2
Held Daisenberger, Bettina 3 2       1     6
Held Dietzsch, Stephan   2             2
Held Eisemann, Rolf 1 1       1     3
Held Fritz, Erika 2 5 1   1 1     10
Held Geiger, Winfried 5 3       1     9
Held Gerlach, Hartmut         2       2
Held Henke, Arno 2 2             4
Held Hildebrand, Ericka 7 4 1           12
Held Hoffmann, Heike         2       2
Held Maude, Asi         1     1 2
Held Müller, Gesa 2 2             4
Held Rückheim, Jens 2 2       1     5
Held Schulte, Ellen   1             1
Held Seidel, Uli         1       1
Held Thomas, Alexander 1 2   1   1     5
Held Trott, Thomas 5 2         1   8
Held Ulmer, Sylvia 1 1             2
                     
                     
TLZ-Aktiv Gerschel, Sarah         1       1
TLZ-Aktiv Karker, Mathias         1       1
TLZ-Aktiv Stetsi         1       1
                     
                  99

Wie steht es insgesamt bei den Rittern mit neuen EPs? Die alten wurden ja auf Null gesetzt:

Name Stadt Land TA EPs
Schreiber, Manfred (Jg. 50) Ebersbach/Sa. de 12 1
Schultz, Günther Berlin de 12 6
Hoepp, Uta Hanau de 12 3
Haack, Angelika Hohnstein de 12  
Grisel, Wolfgang Beringen ch 11  
Deppermann, Reiner Schönebeck de 12  
Herdick, Stefan Essen de 11  
Schulz, Raimond Emden de 12  
Heffner, Michael Steinheim de 12  
Czerny, Gabriele Bad Berka de 12  
Bönisch, Richard Frielendorf de 12 5
Störmann, Alexander Schmallenberg de 12 7

Wir sehen, daß Alex vorn steht. Sollte er der erste Anwärter auf den Titel des Lords sein?? Noch sind wir nicht in der Zielgeraden.
 
Die ersten Fünfzig:
 
Platz Name x Stadt Land TA EPs Summe
1 Thomas, Alexander   Chemnitz de 12 224 356
2 Trott, Thomas "Magnus"   Berlin de 12 222 354
3 Recktenwald, Elke Maria "Leo"   Trier de 12 211 343
4 Fritz, Erika   Cuxhaven de 12 189 321
5 Geiger, Winfried   Ebersbach/Fils de 12 184 316
6 Kolaczek, Hannelore "Hany"   Boca Chica do 12 179 311
7 Rückheim, Jens (Jg. 70)   Berlin de 12 177 309
8 Henke, Arno (Jg. 40)   Glinde de 12 171 303
9 Eisemann, Rolf   Aulendorf de 12 148 280
10 Ulmer, Sylvia   Berlin de 12 142 274
11 Daisenberger, Bettina   Penzberg de 12 122 254
12 Müller, Gesa   Uetersen de 12 120 252
13 Dietzsch, Stephan   Leukersdorf de 12 115 247
14 Basse, Sabine   Speyer de 12 98 230
15 Flück, Elsbeth   Neuendorf ch 12 78 210
16 Heitzer, Vera   Heinsberg de 12 76 208
17 Haupt, Bianca   Reutlingen de 12 72 204
18 Hildebrandt, Ericka   Ibbenbüren de 12 67 199
19 Röderer, Sabine   Illertissen de 12 64 196
20 Schulte, Ellen   Wesel de 11 54 175
21 Espig, Helmut (Jg. 52)   Chemnitz de 12 25 157
22 Oosting, Marion   Blekendorf de 12 19 151
23 Hoffmann, Heike   Arnstadt de 6 81 147
24 Nötzold, Simone   Kirchberg de 12 15 147
25 Zebra, Cornelia   Wien at 12 9 141
26 Heine, Frederic   Melbourne au 12 9 141
27 Barry, Petra   Ühlingen-Birkendorf de 12 9 141
28 Huber, Peter "Bull" (Jg. 56)   Lichtenwald de 10 30 140
29 Welfens, Clara (Jg. 56)   Heinsberg de 12 8 140
30 Henke, Kevin "Geister-Hunter"   Glinde de 12 8 140
31 Balster, Alexander   Rhede de 12 7 139
32 Ackmann, Fred   Auetal de 12 7 139
33 Bärtschi, Susanne   Großhöchstetten ch 12 6 138
34 Rök-Ramirez, Michael   Shanghai cn 12 6 138
35 Stuschka, Leopold   Waldkirchen de 12 6 138
36 Klinke, Natalya   Peine de 12 5 137
37 Peitzner, Joachim   Wolgast de 12 5 137
38 Adler, Kirsten   Ettlingen de 12 5 137
39 Schuster, Daniela   Neuhof de 12 5 137
40 Dunkel, Wolfgang (Jg. 51)   Göttingen de 12 4 136
41 Schieche, Bettina   Maintal de 12 4 136
42 Isensee, Tatjana "Tanhild"   Detmold de 12 4 136
43 Willimann, Samuel   Triengen ch 12 4 136
44 Eickenbusch, Sebastian   Geisenheim de 12 4 136
45 Studer, Markus   Kaiseraugst ch 12 4 136
46 Rothweiler, Michael (Jg. 67)   Malabar Hill in 12 4 136
47 Richter, Steffen   Limbach-Oberfrohna de 12 4 136
48 Stolz, Thomas   Neunkirchen de 12 4 136
49 Egger, Johannes   Gmunden at 12 4 136
50 Fintel, Siggi von   Glinde de 12 3 135

Cartoon Nr. 55 "Endlich!"
 

 

 


Manathas der Schreiber  
Euer Manathas
manathas@tuckerland.de

 


Die Unendlichkeit – Labyrinth der Vernunft – Teil 1  

Liebe Leserinnen und Leser der TLZ!

Ich habe mich wieder einmal daran gemacht ein Thema aus der Mathematik zu präsentieren. Uns wird es diesmal nahe an die Grenze unseres Verstandes bringen, denn es geht um das Unendliche.
Sehr lange Zeit glaubte man, dass man über das Unendliche keine Aussagen treffen könne und dass es überhaupt nur eine Unendlichkeit gäbe. Weit gefehlt!

Wie wir schon bald sehen werden, handelt es sich bei dem Unendlichen um etwas sehr wohl Begreifliches, allerdings hat es gewisse, der Intuition wirdersprechende Eigenschaften. Im ersten und teilweise im zweiten Teil müssen wir uns ein wenig mit der Theorie beschäftigen, um dann in den weiteren Teilen die dargestellten Paradoxa zu verstehen und vielleicht sogar selber Lösungsideen zu entwickeln.

Viel Spaß also beim Lesen und Nachdenken!

Euer Alex

Zuordnungen: 

Beginnen wir ganz klassisch mit der folgenden Frage: Wenn zwei Bauern A und B wissen wollen, wer von ihnen mehr Schafe besitzt, wie können sie das herausfinden? Die Antwort scheint auf der Hand zu liegen: Bauer A zählt die Anzahl seiner Schafe und B tut dasselbe mit den seinen und dann vergleicht man die beiden Zahlen. Diese Methode benötigt die Fähigkeit des Zählens und ist bei großen Anzahlen recht aufwendig. Eine andere Möglichkeit wäre die Folgende: beide stellen ihre Schafe in einer Reihe auf, immer ein Schaf vom Bauer A einem Schaf vom Bauer B gegenüber. Wer zuerst kein Schaf mehr hinstellen kann, hat weniger Schafe. Oder anders: beide Bauern lassen gleichzeitig ihre Schafe einzeln aus dem Stall. Wenn bei einem der Stall leer ist, dann hat dieser weniger Schafe. Wenn beide Ställe gleichzeitig leer werden, so ist die Anzahl der Schafe gleich.

Was haben wir also gemacht? Wir haben eine Zuordnung zwischen den Schafen gefunden und mit dieser dann erkannt, welcher Bauer weniger Schafe hat.

Wie können wir also mit Hilfe einer Zuordnung feststellen, ob zwei Mengen (zum Beispiel von Schafen) gleich viele Elemente besitzen? Dazu muss diese Zuordnung zwei entscheidende Eigenschaften besitzen. Zum ersten muss sie eindeutig sein, d.h. jedem Schaf von A wird genau ein Schaf von B zugeordnet. Wenn man dies auf eine Anzahl von Personen und eine Menge von Stühlen überträgt, hieße eine eindeutige Zuordnung also, dass jedem Stuhl genau eine Person zugeordnet wird (d.h. dass auf jedem Stuhl genau eine Person sitzt). Es ist also nicht möglich, dass zwei oder noch mehr Personen auf einem Stuhl sitzen. Noch ist es aber möglich, dass eine Person auf zwei oder noch mehr Stühlen sitzt. Um das auszuschließen  muss unsere Zuordnung, in der Mathematik auch Abbildung oder Funktion genannt, auch umkehrbar eindeutig sein. Bei den Schafen hieße das: jedem Schaf von Bauer B wird auch genau ein Schaf von A zugeordnet. Eine solche Abbildung, die eindeutig und umkehrbar eindeutig ist, nennt man auch eineindeutig.

Wenn man also zwei Mengen hat und eine eineindeutige Funktion zwischen ihren Elementen (Schafe, Stühle, Personen) gefunden hat, dann ist die Anzahl der Elemente der beiden Mengen gleich, oder wie wir ab jetzt sagen werden: die beiden Mengen sind gleich mächtig. Dieser Begriff der Mächtigkeit ist sehr wichtig, da wir ja noch zu Mengen kommen wollen, die unendlich viele Elemente enthalten und da ist es schwer von einer Anzahl zu sprechen.

Zusammenfassend kann man also sagen: Zwei Mengen sind gleich mächtig, wenn es eine eineindeutige Abbildung zwischen ihren Elementen gibt.


Anwendung auf unendliche Mengen:

Man kann das Resultat des ersten Abschnitts auch auf Mengen anwenden, die unendlich viele Elemente besitzen. Wir beweisen jetzt mit dem noch recht logisch klingendem Ergebnis des ersten Abschnitts eine recht unlogisch erscheinende Aussage: Die Menge der natürlichen Zahlen, also die Menge N = {0; 1; 2; 3; …}, ist gleich mächtig mit der Menge M = {1; 2; 3; 4; …}. Das erscheint widersprüchlich, da die zweite Menge M doch klar ein Element weniger besitzt. Hier sind wir an dem Punkt angekommen, wo wir uns von dem Begriff der Anzahl trennen müssen. Die Menge M hat zwar ein Element weniger, aber immer noch unendlich viele davon. Um zu zeigen, dass N und M gleich mächtig sind, müssen wir nur eine eineindeutige Zuordnung ihrer Elemente finden. Diese finden wir in der Funktion n à n+1, wobei n die Zahlen 0, 1, 2, 3, … durchläuft. Das bedeutet: dem Element „n“ (also die 0, 1, 2, …) von N wird dem Element „n+1“ (also 1, 2, 3, …) von M zugeordnet.

Zur Veranschaulichung schreibe ich zugeordnete Elemente untereinander:

Element von N:    0   1   2   3   4   5   6   7   8    9    10  

Element von M:   1   2   3   4   5   6   7   8   9   10   11  

Damit haben wir gezeigt, dass N und M gleich mächtig sind. Man könnte es auch so schreiben (wenn man von der Anzahl der Elemente nicht loslassen will):  ∞-1 = ∞. 

Dieses Resultat muss erst einmal verdaut werden. Mehr zum Thema in einem Monat! Wer Lust hat, kann ja versuchen zu beweisen, dass die Menge der geraden Zahlen (0; 2; 4; 6; …) gleich mächtig zur Menge der natürlichen Zahlen ist.Frankreich 2009 Gresillon - fotografiert von Alexander ThomasFrankreich 2009 Gresillon - fotografiert von Alexander Thomas

 Alexander Thomas  
 Alexander Thomas  


 Auszüge aus dem Email-Wechsel mit Alex:

 
Tuggat Alex,
ein interessanter Beitrag! Mir schwirrt zwar noch der Kopf voller Zahlen, aber es hört sich alles logisch an. Spock vom Raumschiff Enterprise wäre ein guter Gesprächspartner für Dich - er liebte logische Erklärungen! ;) - Kann es sein, dass Du Mathematik studierst?! ;) Oder bist Du etwa noch Schüler?

Tuggat Asi,
ja, ich hab es in der Bildergalerie schon mal angedeutet, ich gehe in die 11. Klasse und spiele Tucker schon seit Jahren. Früher war ich nur nicht online aktiv. Ich glaube, dass ich schon in der 4. oder 5. Klasse die ersten paar Level gespielt hab, mein Vater hatte das im Internet entdeckt und gedownloaded. 

Mein Lieblingsfach ist tatsächlich Mathe, auch wenn es in der Schule meist langweilig und weniger logisch rüberkommt. Zum Glück bin ich auf einem naturwissenschaftlich vertieftem Gymnasium, sodass ich einmal die Woche in die Uni gehen kann, um dem Matheunterricht zu entfliehen ;)

Ich hab schon zwei ähnliche Beiträge für die TLZ geschrieben ("Mathematische Rätsel und Paradoxa" und "Spaß mit dem Möbiusband").

Sag mal, eine Frage: Dürfte ich Textpassagen aus diesem Email-Wechsel in die nächste TLZ kopieren? Sozusagen als Einleitung Deines Beitrages? Ich finde Deine letzte Email nämlich sehr interessant, bestimmt auch für andere TLZ-Leser. Klar, Deine früheren Beiträge habe ich auch gelesen, damals aber "nur" als einfacher TLZ-Leser. ;) Die Sache mit dem Möbiusband war schon raffiniert, habe ich auch zu Hause ausprobiert!

Tuggat Astrid, na gut, Asi ;)
na klar kannst du Textpassagen benutzen, wenn sie passen. Ich habe für den "fortgeschrittenen Leser" auch eine sehr schöne Internetseite gefunden, auf die ich im zweiten Teil verweisen wollte, das können wir aber auch schon vor dem ersten Beitrag tun. Sie lautet

http://www2.informatik.hu-berlin.de/~schliebn/dl/Diagonalisierung_Unendlichkeit.pdf

Viele Grüße
Alex

 


Was mich im Januar bewegte!


Es war genau der 4. Januar, als ich aus dem Fenster sah und meinen Augen nicht traute. Tatsächlich hatten sich bei mir im Garten Stare eingefunden. Stare, die eigentlich Booten des Frühlings sind, sitzen bei klirrender Kälte bei mir in der Kastanie. Es kommt zwar hin und wieder vor, dass einzelne dieser Vögel in milden Wintern nicht nach Süden ziehen, aber die Betonung liegt bei milden Wintern. 

Ich habe daraufhin sofort den Leiter der Vogelwarte in Seebach von meiner Beobachtung informiert. Nachdem dieser Ort und Zeit notiert hatte, bestätigte er mir, dass das kein Einzelfall ist, da bei ihm in der Vogelwarte auch schon Stare in größeren Mengen eingetroffen sind. 

Ich bin der Meinung, das es sich hier um eine deutlich sichtbare Auswirkung des Klimawandels handelt. Es ist ja schon länger bekannt, dass sich dieser auf das Verhalten von Zugvögeln auswirkt und wenn man dann das Ganze vor der eigenen Haustür sieht, macht das einen doch etwas nachdenklich. Wozu das Universum Milliarden von Jahren gebraucht hat, zerstört der Mensch, in seiner unermesslichen Gier nach Reichtum und Macht, innerhalb von einem Jahrhundert. Auf dem letzten Klimagipfel wurde doch auch nur gelabert und gelabert und als es dann um die Finanzen ging, war Schluss mit Lustig.

Wann werden die Politiker aller Länder endlich begreifen, dass es nicht mehr 5 vor, sondern schon 5 nach 12 ist und es nicht mehr um Geld und Macht, sondern um die Rettung unseres ganzen Planeten geht?! Wer deutlich hinhört, der hört sie schon ganz von Fern, die Hells Bells.

Michael Lorenz

Euer Tuckerlandfotograf Michael

PS:
Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war.
Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet.

Mark Twain

 

 

Der folgende Beitrag von Magnus, unserem Forum-Chef, betrifft ein Thema, welches schon im Tuckerland-Forum vor längerer Zeit heiss diskutiert wurde. Es geht um aufgezwungene Werbung, der man tagtäglich in aller Form ausgeliefert ist. Dabei werden sämtlichen psychologischen Register gezogen, um die potenziellen Kunden zum Kauf anzuregen. Magnus schreibt zu seinem Beitrag vorab folgendes:

Der nachstehend, von mir selbst verfasste Beitrag, spricht hinsichtlich seiner Thematik und meiner Intension für sich selbst. Ich hoffe, das er nicht zu "wissenschaftlich" geworden und die Leser der TLZ zum Nachdenken anregen wird. Gerne können die Leser darauf auch in einer der nächsten TLZ-Ausgaben antworten; ich würde dann wieder antworten.

Ich höre Stimmen

Die Stimme eines Menschen ist eines seiner chatakteristischsten Merkmale. Schon im Mutterleib hört das Kind die Stimme seiner Mutter und nach der Geburt ist es wohl auch die bekannte Stimme der Mutter, die das Baby die Trennung von der Geborgenheit des Mutterleibes leichter überstehen lässt.

Der Klang einer Stimme kann uns Auskunft über die emotionale Verfassung eines Menschen geben. Sie kann verärgert, fröhlich, traurig oder auch einschmeichelnd klingen. Die Stimme als Signal erfährt deshalb eine ganz besondere Bedeutung. Der Mensch - und das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen - ist also auf natürliche Weise in der Lage seine Stimme zu verändern und damit Signale an seine Umwelt zu senden.

Es ist aber auch technisch möglich, die Stimme eines Menschen so zu verändern, dass wir sie nicht mehr erkennen, oder die Stimme lieblich, einschmeichelnd oder überhaupt angenehm klingt. Einer angenehmen Stimme hören wir gerne zu, egal, was diese Stimme uns sagt oder sagen will. Es ist die Tonlage, die uns scheinbar gefangen hält, uns lauschen lässt oder gar verführt.

Die Werbebranche hat die "Werbestimmen" für sich erfunden. Das sind Stimmen, die immer gleich klingen, obwohl von unterschiedlichen Menschen gesprochen. Ob im Fernsehen oder im Rundfunk, beim Telefonat mit einem Call-Center (0180...), ich werde immer mit der gleichen netten Männer-oder Frauenstimme besäuselt. Einschmeichelnd soll das sein, überzeugen ein Produkt zu kaufen. In Kaufhäusern und sonstigen Supermärkten höre ich von der Decke die Musikberieselung und ahne die subliminaren Botschaften, die in diese Musik eingebettet wurden.

Ein befeundeter Psychologe erklärte mir, dass es sich bei subliminaren Botschaften um unterschwellige Reize und Wahrnehmungen handelt, welche bestimmte Gefühle, Emotionen und Regungen hervorrufen sollen. Vom Bewusstsein werden diese Botschaften nicht wahrgenommen, sie dringen jedoch in den Bereich des Unterbewussten vor und beeinflussen somit Empfindungen und Bewertungen von Sachlagen. Klar, dass vor allem im Bereich der Manipulation von Konsumenten dieses Prinzip in der Werbebranche nicht nur verwendet sondern auch erfolgreich eingesetzt wird.

Was tun, gegen diese "Gehirnwäsche"? Ohropax ins Ohr stecken? Selbst laut vor sich hin singen oder die eigene Beschallung mitbringen? Sich im Call-Center bei einer nett säuselnden Stimme beschweren? Wir können gar nichts tun! Wir wollen nämlich beeinflusst, geführt oder gar verführt werden. Das enthebt uns der Verantwortung für uns selbst - obwohl wir eigentlich wissen, dass den Letzten immer die Hunde beißen. Und wer ist der Letzte? Der Letzte ist der, wo sich der Kreis wieder schließt. Der Letzte bist also du, ich - sind wir alle...

Magnus

Magnus

 

 

Auf dem Weg zum Buch: "Die Schatzfahrt" von Rolf Wendel

Dieses beschauliche Abenteuer in einer fremden Inselwelt existiert bisher nicht als Buch zum Anfassen. Und noch ist lediglich der halbe Weg zum Schatz auf den Toteninseln als Leseprobe freigegeben, denn die Autorin mit dem Pseudonym "Rolf Wendel" ist mit der Überarbeitung noch nicht fertig. Doch die Leute vom Inneren Ring existieren, und ihr Dasein kann ihnen niemand mehr streitig machen. Die Ringleute haben allerdings andere Sorgen als ihre Schöpferin. 

Seit einer ihrer Vorfahren sich mit den fremden Schleichern eingelassen hat, ist im Inneren Ring vieles anders geworden. Über
Ausschnitt aus Leos Karte vom Inneren Ring - zum Buch Rolf Wendel (Leos Pseudonym) - Die Schatzfahrt Kommandoführer Kimrak und seine Gier, die letztendlich eine Umweltkatastrophe ausgelöst hat, berichtet der Prolog. Die Veränderungen sind vielfältig und auch hundert Jahre später noch nicht abgeschlossen. Lebendige Glühfische gibt es nicht mehr, offenbar sterben auch die Leuchter aus und Schafe sind ein für alle Mal schwarzwollig. Die Zwerge haben den Inneren Ring entdeckt und schon bald das Handelsmonopol für sich beansprucht. Dank ihrer Hilfe ist Schifffahrt möglich, wenn auch vollkommen anders als vor der Katastrophe. Statt zu segeln wie einst, sind alle Kapitäne vom Kom-Netzwerk der Türme abhängig. Es wird von einer bürokratischen Ringleute-Kaste kontrolliert, den Vaudekla. Immerhin bewahren sie die Schiffe davor, von den Fängern verschluckt zu werden, doch alles andere ist ihnen längst über den Kopf gewachsen. Der religiöse Orden der Zastoren weiß das ebenso zu nutzen wie Trux der Fuchs mit seiner Verbrecherorganisation oder die freien Kom-Kapitäne.

Die Fänger sind Meeresgebiete, die mit Schiffen äußerst eigenwillig umspringen. Sie verarbeiten sie effizient zu Kleinholz, Überlebende sind selten. Den Fängern haben Kimraks Umtriebe weder geschadet, noch sind sie dadurch angenehmer geworden. Auch am Wissen über Temmes Schatz scheint sich nichts geändert zu haben. Vor fast 200 Jahren ist der berühmte Ooslander vor dem Trinkertod geflüchtet, der Seuche, die den Inneren Ring immer wieder heimsucht. Mit seinem Segler Pottwal hat er im Archipel der Toteninseln Schiffbruch erlitten und dort offenbar einen Schatz gefunden. Von seinen seit langem verschollenen Aufzeichnungen ist nur die Beschreibung desselben überliefert, die Reichtümer selbst wurden allerdings nie gefunden. Sie gelten schon lange als Ammenmärchen. Kom-Kapitän Berrzak sieht das anders - er hat Temmes Tagebuch wiederentdeckt und die Lektüre war aufschlussreich. So aufschlussreich, dass er die Pottwal von seinen Freunden bei den Druntaleuten hat nachbauen lassen, um damit auf Schatzfahrt zu gehen.

Spätestens am Feiertag Kimraks Ende hat Kapitän Berrzak in der Hafenkneipe Zum bunten Hund auf Kazon sein wollen. Um mit Freunden und Mannschaft die Blume zahlreicher handgezapfter Omrakrunden zu ehren und dann aufzubrechen. Statt dessen stürmt er zu Beginn der Erzählung zornentflammt aus dem Hafenamt von Norrfesch. Die Leute dort verwehren ihm den gewohnten Respekt! Alles ist anders gekommen als vorgesehen, die Drunta hatten das neue Schiff nach Kazon bringen sollen, nun muss er es selbst in der tiefsten Provinz abholen. Ominöserweise soll er es von Unbekannt geerbt haben. Ist das eine Falle oder stecken die Druntaleute dahinter? Er kann sie nicht fragen, seine Freunde sind unauffindbar. Derweil langweilt sich Berrzaks Mannschaft auf Kazon - bis auf den Jüngsten, der auf Liebespfaden wandelt. Das hat ungeahnte Folgen, denn das Gerücht von Temmes wiederentdecktem Tagebuch ist inzwischen auch anderen Leuten zu Ohren gekommen. Gefährlichen Leuten, die den Schatz nicht als Kinderei abtun, sondern sich in seinen Besitz bringen wollen. Da hat Berrzak gerade noch gefehlt, dass er auf Klein Waal am Austernfieber erkrankt ...

Für Fans des Genres "maritime Fantasy" liegen als kleiner Vorgeschmack die ersten Seiten des Prologs in Form einer PDF-Datei bei.

Wer daran Gefallen findet, ist der nächsten TuckerLandZeitung zum Weiterlesen herzlich eingeladen - ihr wird ein Kapitel aus der eigentlichen Erzählung beiliegen.

Leo alias "Rolf Wendel"
Leo 

Auszüge aus dem Email-Wechsel zwischen Asi und Leo:

Leo:
Hast Du bereits Beiträge für die TLZ bekommen? Bin schon neugierig. 
Die aktuelle Buchvorstellung (Kühlschrank, Irland) besitze ich mal wieder selbst. 
Vermisst habe ich Hany, hoffe, es geht ihr gut. An die Geschichte mit den gestohlenen Welpen muss ich noch oft denken.

Asi:
Du hast Recht, um Hany ist es sehr ruhig geworden! Wirklich schade. Hoffentlich geht es ihr gut!  =/  Ich denke, es liegt an Internetproblemen in der DomRep. Dort bricht ständig das Stromnetz zusammen. Ausserdem hat Hany bestimmt auch ihr Leben auf das Notwendigste reduziert. ... Aber vielleicht schreibe ich sie mal an, das ist eine gute Idee.
 
Eine Frage: Warum ist eigentlich Dein Pseudonym "Rolf Wendel"?
 
Leo:
Das Pseudonym hatte ich exklusiv für TLZ-Leser erklären wollen - natürlich mit zwinkerndem Auge, denn ich bin ja keine Berühmtheit. Doch es hat dann nicht in den kleinen Text gepasst, das hätte die Thematik zu sehr zerfranst. Ich weiß nicht einmal, ob später ein Verlag von Pseudonym und Titel etwas übriglässt. Ein männliches hatte ich gewählt, weil die "Schatzfahrt" mir nicht wie Frauenliteratur vorkommt. Ich selbst bin ja auch nicht gerade typisch weiblich, doch eine Autorin lässt solches vermuten. "Rolf" wäre mein Vorname gewesen, wäre ich zur Freude meines Großvaters als Junge zur Welt gekommen. Entweder dieser Großvater oder sonst irgendwer in der Familie meines Vaters trug den Zweitnamen "Wendel", der hat mir schon immer gut gefallen. Zusammengebaut ergeben sie ein handliches Pseudonym, kurz und gut zu merken. Während sich meinen Namen kein Mensch merken kann (unzählige Male wurde er schon falsch geschrieben) und er nach dichtender Hausfrau im Rentenalter klingt. Ich mag den Namen, aber als Autorenname ist er m.E. nicht geeignet.
 
Solltest Du Hany erreichen, würde ich mich über eine kurze Info freuen... Ich mag Hany unbekannterweise und freue mich einfach nur, von ihr zu hören.


 
 

Bildersuchrätsel von Richard dem Rätselhaften

Tuggat,

für alle Tucker`s gibt`s hier ein kleines Rätsel. Wer mitmachen will, sendet die jeweilige Lösung bis zum 10. Tag nach Erscheinen an: 

boeni57@web.de

Ich werde die schnellsten und richtigen Einsendungen mit der dazugehörigen ID Nr. an Manathas weiter geben.
Der große Schreiber Manathas wird dann über die EP entscheiden.
Vergesst bitte nicht Eure ID Nr. anzugeben, wegen der Vergabe der EP, am besten bei Betreff:

Finde die 6 Unterschiede zwischen den 2 Bildern, wo sind sie?



Lösung des letzten Rätsels: 

11 Feuerstürme muss man überstehen, bis man Level 25 spielen kann.
3 Stück Level 10
3 Stück 1. Endgegner
5 Stück 2. Endgegner

Ich wünsche euch viel Spass!

Tuggat
Richard

Richard der Raetselhafte

 

 

Wie ich über den Dächern von London war oder einfach einen Traum gelebt habe

Zwei meiner besten Freundinnen und ich träumten immer, wenn wir uns trafen oder mit einander telefonierten, davon, gemeinsam mit unseren ungefähr gleichaltrigen Kindern zusammen mal ein paar Tage nach London zu fahren. Irgendwann wurde aus der Spinnerei ein „Warum eigentlich nicht? Wenn wir es rechtzeitig planen und immer was in die Urlaubskasse beiseite legen, könnten wir es eigentlich realisieren.“ Das war ungefähr im Februar 2009 von da ab schwelgten wir noch mehr in Vorfreude, Aufregung, Planung und Spannung. Im Internet fanden wir ein günstiges Angebot, ab Erfurt mit dem Bus nach London, 3 Übernachtungen in einem Mittelklasse Hotel mit Frühstück und verschiedene Ausflüge mit einem Reiseleiter waren auch dabei.

Am Sonntag, den 11. Oktober 2009, am späten Nachmittag, war es dann endlich soweit. Die Fahrt nach London ging los. Wir trafen uns in Erfurt am Busbahnhof mit unserem Bus und den Mitreisenden, die ab Erfurt mitfuhren. Unser Reisebegleiter Hendryk stieg in Frankfurt am Main zu, und die letzten zusteigenden Mitreisenden lasen wir in Köln ein. Inzwischen war es bald Mitternacht, es regnete in Strömen und die Fahrt ging jetzt in Richtung Calais zur Fähre. Wir nutzen die Nacht, den Regen und die Eintönigkeit der Autobahn, um alle ein bisschen zu schlafen, unseren Optimismus, dass ab dem Ärmelkanal das Wetter besser wird, behielten wir bei. Nach ein paar Stunden Schlaf kam dann die Passkontrolle und die Auffahrt auf die Fähre und so mit der eigentliche Beginn unseres Abenteuers.

Auf der Fähre gönnten wir uns erst einmal ein Frühstück. Umso näher wir auf dem Kanal in Richtung England schipperten, umso heller wurde es draußen. Am Horizont tauchten die Kreidefelsen von England auf und es ging die Sonne an einem wolkenlosen blauen Himmel auf.

In aller bester Stimmung fuhren wir von Dover aus in Richtung London. Unser Reisebegleiter erzählte uns, dass wir erst in 3 Stunden ins Hotel können und schlug uns vor, die Zeit mit einer Stadtrundfahrt und ersten Eindrücken zu verbringen. Also los ging es zum sightseeing, staunen und freuen. Hendryk ist ein richtiger Londonkenner, er fuhr mit uns zum Scotland Yard, zeigte uns wo James Bond (ich weiß nicht welcher Teil) gedreht wurde, weiter zum Houses of Parlament mit dem Big Ben, welcher just in diesem Moment zur vollen Stunde schlug, als wenn er uns begrüßen wollte, über die Themse, vorbei am Buckingham Palace, zum Piccadilly Circus, am Tower vorbei zur Towerbridge, halt an allen erdenklichen Punkten vorbei, die wir uns in den nächsten Tagen noch genauer anschauen wollen. Wir fuhren zur St. Pauls Kathedrale und machten erst einmal einen Stopp. Goldenes Oktoberwetter und Zeit für ein paar Fotos, einen Moment in uns zu gehen und zu denken „hey wir sind in London, die Metropole, die niemals ruhig ist.“

In der Nähe des House of Parlament fielen uns einige Zelte auf einer Wiese auf. Hendryk erzählte uns, dass das Demonstranten sind, die in diesen Zelten wohnen. Auf dieser Wiese mitten in London haben Demonstranten, laut einem alten Gesetz, Wohnrecht, und so findet sich immer einen Grund, gegen den man gerade sein kann. So lange man die Welt immer mal an ihre Vergänglichkeit erinnert, find ich das total in Ordnung.

Als wir wieder im Bus saßen, ging es in Richtung Docklands, den Stadtteil von London, in dem unser Hotel lag. Hendryk lies eine Liste rum gehen mit diversen Ausflügen, bei Interesse konnte man sich da einschreiben. Schnell wurden wir uns mit unseren Kindern einig, was wir an Ausflügen mit machen wollen und so kamen wir mit einem ungefähren Plan im Hotel an. Für diesen Montag Nachmittag und Abend wollten wir London auf eigene Faust erkunden und das London Eye stand bei allen auf der Wunschliste ganz oben. 

Die Kreidefelsen von DoverDer Big BenGreenpeaceWohnrecht für DemonstrantenDie St. Pauls KathedraleDas London EyeDas House of Parlament vom London Eye aus.Charlie ChaplinCharlie an der ThemseDiese Aussicht vergisst man nie mehr!!!

Zum Vergrößern der Bilder klickt Ihr einfach auf die Bilder

Das Hotel war eine 15 Stockwerk hohe Bettenburg und für unsere Zwecke vollkommen ausreichend. Ich hatte mit meinem Sohn ein kleines sauberes Doppelzimmer mit Dusche und Toilette. Wir hatten ein Zimmertelefon und so konnte ich mich auch mit meinen Freundinnen verständigen wann wir wieder losmachen. Also schnell aufs Zimmer, Taschen in die Ecke, duschen, frisch machen und ab ging es zur nächsten Untergroundstation.

Die Untergroundbahn in London ist sehr übersichtlich ausgebaut. Sehr schnell findet man sich zurecht, man bekommt sehr schnell mit, welche Tickets benötigt werden und wo man sie bekommt. Tagsüber fahren die Bahnen im 5 Minutentakt, nachts muss man etwas länger warten aber, alles in allen geht es sehr fließend und reibungslos und man kommt ziemlich schnell von einer Ecke in London zur anderen. Unser Ziel war das Themseufer, wir wollten ja eine Fahrt mit dem London Eye machen. Während der paar Minuten kurzen Bahnfahrt erinnerten wir unsere Kinder nach einmal daran, dass in London Linksverkehr ist und dass man entgegen der Gewohnheit beim Straße überqueren ja nicht zu erst nach links schaut, sondern in ganz England wird nach rechts geschaut, ob frei ist.

Das London Eye (Das Auge von London) wird auch Milleniumrad genannt. Es ist ca. 135 Meter hoch und das größte Riesenrad derzeit in Europa. Es steht am Südufer der Themse nahe der Westminster Bridge. Das Riesenrad sollte eigentlich zur Jahrtausendwende in Betrieb genommen werden. Die Tickets für die „Jungfernfahrt“ wurden bereits 1998 für viel Geld an Prominente aus Politik, Showbusiness und Adel verkauft. Nur ging die Rechnung nicht auf, nach einigen technischen Problemen konnte das Rad erst im März 2000 in Betrieb genommen werden. Es liefen einige Wetten in England über dieses Thema und es hat auch für ziemlichen Spott und Hohn gesorgt. Typical British ;-))

So nun standen wir vor diesem Riesenteil.

Das Rad besitzt 32 vollklimatisierte Glasgondeln. Das Rad macht eine volle Drehung in etwa 40 Minuten, da es sich so langsam dreht, ermöglicht es einen Ein- und Ausstieg während der Fahrt. Es hält nur, wenn Rollstuhlfahrer einsteigen wollen. Eine Fahrt kostet etwa 8 Pfund, je nachdem ob man eine Einzelkarte oder ein Kombiticket nimmt. Mit einem Kombiticket kann man sich dann noch andere Museen der Stadt besichtigen. Übrigens sind alle staatlichen Museen in London eintrittsfrei, man muss nur bei den privaten Einrichtungen bezahlen.

Meine Freundin Manu hat Höhenangst und wurde gleich ganz blass um die Nase, sie sagte nur: „Das macht Ihr mal schön alleine.“ Das ließen wir uns nicht zweimal sagen. Susan, die drei Kinder und ich holten uns ein Ticket und los ging eine atemberaubende Fahrt über London. Umso höher die Gondel fuhr, umso weiter war die Sicht. Da wir das beste Wetter, was zu bekommen war, gekriegt hatten, hatten wir einen super Blick auf alles. Uns lag ganz London zu Füssen. Wir fotografierten, schauten und staunten über das, was sich uns eröffnete. Für alle Londonbesucher ist das London Eye eine Empfehlung von mir, eine bessere Sicht auf die Dinge kann man nur noch im Hubschrauber bekommen. Viel zu schnell war die Runde rum und wir mussten wieder aussteigen. In den höchsten Tönen erzählten wir Manu, was wir alles gesehen haben und trösteten sie mit der Aussicht auf ein paar schöne Fotos.

Unseren ersten Abend in London ließen wir mit einem Spaziergang bei den Straßenkünstlern am Themseufer ausklingen. Besonders fesselnd war da ein Charlie Chaplin Imitator, der es schaffte, alle Spaziergänger mit seinem Slapstick in seinen Bann zu ziehen. Happy und total ausgelaugt kamen wir in unseren Hotel an und zogen uns müde auf unsere Zimmer zurück.

So wenn Euch dieser erste Teil neugierig gemacht hat, dann freut euch auf Sherlock Holmes und Dr. Watson, den Hydepark, ein Horrorspektakel, auf Oxford und Cambridge und vieles mehr in einer der nächsten TuckerLandZeitungen.

Viele Grüße und Ihr wisst doch, lasst Euch nicht unterkriegen.
 

Heike Hoffmann

Heike

 


Moskitos in der Schweinebucht - oder 'Michelle' auf Kuba
ein Erfahrungsbericht in mehreren Teilen, Teil 4


Die nächsten Tage verliefen eher erholsam, mal von gelegentlichen Regenschauern, dem Ausfall unseres kleinen Ausfluges mit dem Flugzeug nach CAYO LARGO und dem einmaligen kurzzeitigen Verlust des Orientierungssinnes in Folge von RUM abgesehen. Um dem drohenden Lagerkoller vorzubeugen und weil schon über die Hälfte vorbei war, entschlossen wir uns noch einen Ausflug zu machen. Wir sahen Krokodile hinter Jurassic Park ähnlichen Zäunen, Indianerhäuser auf Stelzen im Sumpf, erahnten Seekühe, besuchten Baumratten und Fische mit Knochen, einen Bauernhof mit landestypischen Pflanzen und einem Meerschweinchen mit vielen kleinen Hütten.

Nun hätte man denken können; 'hat's richtig gut, das Meerschweinchen, so viele Hütten', aber wie alles im Leben, hat alles seine zwei Seiten, es war nämlich ein Star und hat viele Leute glücklich gemacht, besonders seinen Besitzer, denke ich. Mehrmals am Tag, immer wenn wieder einmal ein paar Touries mit Dollars im Anmarsch waren, musste es ran, das Tierchen, es wurde in die Hütte in der Mitte gesetzt und gedreht. Die Häuschen am Rad der Scheibe hatten Nummern, auf die man sein Geld setzen konnte, jeder Mitspieler durfte das Schweinchen noch mal drehen, dann wurde es losgelassen und versuchte verschreckt in die nächste rettende Hütte zu kommen, wurde aber immer wieder durch einen rechtsdrall 'abgelenkt', und schaffte es dann doch irgendwann; natürlich in eine Hütte, auf die keiner gesetzt hatte; nachdem sich der Chef bedankt hatte, ging es, vorbei an diversen Pflanzen und Tieren zum Lokal... 

Dort sorgte natürlich auch wieder eine Gruppe musikalischer Bauern für Stimmung, schon hübsch, diese karibische Musik; besonders die Percussion-Instumente. Da war z.B. ein Unterkiefer eines Pferdes oder der Panzer eines toten Tieres, na, wenn man nichts anderes hat ... Nach dem verregneten Besuch am Strand, Papa verschwand und kaufte irgendwo Zigarren, fuhren wir zu einer Grotte, die war nicht sehr groß im Umfang, dafür aber 80m tief und es gab Millionen von Mücken. Nach Sichtung von sehr interessanten Fischen und Krebsen entschied ich mich, nicht baden zu gehen, der Regen hatte aufgehört und außer dem Summen der Mücken war überhaupt nichts zu hören, unheimlich. Während der Rückfahrt entschlossen wir uns am nächsten Tag noch mal alleine dorthin zu fahren ... 



Zurück im Hüttendorf trafen wir auf geschäftige Betriebsamkeit, Mitarbeiter klebten sämtliche Scheiben ab, diverse Dinge wurden zusammengeräumt, wilde Gerüchte von unseren 'Zurückgebliebenen' besagten, das ein Sturm auf uns zu käme, aber keiner wusste etwas genaues, der Wind war aufgefrischt und unsere 'Schutzmauer' wurde jetzt ständig überspült. Im kubanischen Fernsehen war eine Sondersendung mit dem Thema Hurrican zu sehen, eine Mann in Uniform machte verschiedene Ausführungen und stellte dies mit einem Zeigestock auf einer Karte dar, leider konnte man das Ende dieses Stockes nicht sehen, sollte dies an den kleinen Fernsehern liegen oder an der Kameraführung ? Man konnte in etwa erkennen, das man wohl noch nicht richtig wusste, welches Gebiet er streifen wird. CNN beleuchtete dieses Thema mit eher seltenen Kurztexten auf dem Spruchband, denen war wohl der 'Krieg gegen Afghanistan' wesentlich wichtiger als Kuba...

Zurück an der Bar gab es schon konkretere Infos; der Hurrican hieß Michelle und er bewegte sich wohl mehr oder weniger direkt auf und zu. Wir diskutierten noch darüber, wer die nächste Runde Ron Collins holen sollte, als man schon von Evakuierung redete. Und während eine neue Nachricht die nächste jagte, wir uns erst mit und später über die neuen Touries aus Sachsen unterhielten, wir interessiert dem Treiben von Hasi und seinem Trupp lauschten und dabei lernten, das 'saufen,saufen,saufen' das Ziel aller Dinge sein musste, erkannten, das Barbara, die immer den gleichen Jogginganzug trug, wohl genau so viel Hirn wie Sachen dabei hatte und das Rollstuhlfahrer und Papa schon die Hälfte der eingekauften Spirituosen und Tabakwaren aufgebraucht haben könnten, hatte sich trotz Zigarren und Marlboro Kubas gesamte 'kleine schwarze Fliegen - Population' rund um unsere Tische versammelt und zwang uns, die inzwischen in rauen Mengen angesammelten Ron Collins so auf die schnelle zu 'retten'. 

Bevor die kleinen Tanzmäuschen mit der allabendlichen Animation begannen, wurde es dann offiziell; am nächsten Tag sollten wir 'gerettet' werden. Ein kostenloser Ausflug nach Varadero, na ja, klang doch gar nicht so schlecht. Wir holten uns erst mal die nächste Runde und gaben uns unserer Lieblingsbeschäftigung 'lästern' hin, und das hatte unsere Gruppe, obwohl wir uns ja erst kennen gelernt hatten, schon fast bis zur Perfektion drauf ... allerdings wurde es uns aber auch stellenweise sehr leicht gemacht, besonders bei diesen populären Quizfragen, wo sich Leute wie Barbara so richtig schön auf den Opferteller drängten, aber man hat ja das lauteste Organ, was spielt es da schon für eine Rolle ob die Antwort richtig ist...

Unser kleiner Ausflug zur Grotte am nächsten Morgen fiel dann leider aus, da man schon auf dem Weg zum Frühstück verschiedene Busse sah, die zur großen Rettungsaktion bereit standen, und man schon begann, sämtliche wertvollen Sachen aus den Hütten quasi unter dem Hintern wegzuholen, also schnell noch mal zum Fernseher (oh ... der war auch schon weg); o.k. dann halt Tasche geschnappt, schnell noch ein paar Bilder gemacht und schon ging sie los, die Warterei. Inzwischen hatten sich zu den kleinen Fliegen noch große Libellen gesellt, wir saßen im Kreis und lauschten dem angespannten Treiben, die Sachsen schauten sich ihr Urlausdomizil wenigstens einmal bei Sonnenlicht an, irgendwer fragte nach Hasi, der Wind wurde stärker und die Plastikstühle wurden im Pool versenkt ... 

Pedro, der Reiseführer, wünschte uns alles Gute und erzählte, bevor er schon mal flüchtete, das seine Nachbarn auf die Tiere aufpassen würden, während seine Familie in Sicherheit den Verlauf abwarten würde, die Gesundheit jener Nachbarn spielte dabei keine große Rolle ... und bevor wir darüber noch richtig zu lästern begannen ging es dann endlich los. Tolle 5-Sterne Busse, von denen wir bis dahin nichts gesehen hatten brachten uns, quer über die ganze Insel, nach Varadero, es war schon komisch, je weiter wir vom Sturm weg kamen, desto mehr regnete es, das Wetter war so, wie man es sich für einen Urlaub von jemanden, den man nicht leiden kann, wünscht. 



Das Sun Beach Hotel in Varadero, ein Hotel mit Mallorca-Charme, platze aus allen Nähten, es war mit einigen anderen zu einer Art Sammelpunkt auserkoren worden und so dauerte es noch eine Weile, bis alle zu ihrem Zimmer gekommen waren. Draußen regnete es unaufhörlich, in der Lobby wurde unter Zuhilfenahme des gesamten Animationspersonals, inklusive unserer Tanzmäuschen, einem Mikrofon und völlig übersteuerten Lautsprecherboxen ein Programm auf die Beine gestellt, brennende Fragen der Gäste, die eigentlich abreisen wollten oder auch mussten, wurden aus Mangel an Informationen erst mal nicht beantwortet, aber die Bar hatte geöffnet. Also Ron Collins und eine paar Vermutungen angestellt, die Sondersendung des kubanischen Fernsehens wurde inzwischen etwas konkreter und man konnte, trotz dem man das Ende des Zeigestockes immer noch nicht sehen konnte, erkennen, dass Michelle wohl direkt bei unserem alten Hotel an Land gehen würde und dass sie ein paar Stunden später auch in Varadero sein würde.

Inzwischen hatte die Disco aufgemacht, man lästerte über diverse Leute und holte neuen Ron Collins. Gegen zwölf versuchten einige Hotelmitarbeiter die Leute heraus zu sortieren, die in den nächsten Tagen zurückfliegen würden und sagten ihnen so nebenbei, das sie in einer Stunde vom Bus abgeholt werden würden; Hektik, wir freuten uns über den gewonnenen Platz, tauschten noch ein paar Adressen aus und blieben zurück, na wir waren ja nicht alleine und vor vier Uhr konnte man sowieso nicht einschlafen, weil die Bässe der Disco, die sich 3 Stockwerke über uns befand, verschiedene Hurrican - Eindrücke schon vorweg nahmen. 

Am nächsten Morgen sah es draußen noch trostloser aus, in der Lobby waren große schwarze Kubaner mit kleinen gelben Friesennerzen und Gummistiefeln damit beschäftigt, wertvolle Dinge, wie Bilder etc. in Sicherheit zu bringen, manche Bereiche waren schon abgesperrt und die Schlangen am einzigen Telefon nach Hause wurden länger, insgesamt wurden die Leute ruhiger, im Fernsehen wurde inzwischen sogar bei CNN eine Sturmwarnung mit Satellitenbildern für die südlichen Inseln der USA gezeigt, also weit nördlich von uns wurden Sandsäcke geschichtet und Fenster vernagelt ...

Nach der nächsten Runde Ron Collins wurde Christian noch mal los geschickt um Zigaretten zu holen, man wusste ja nicht, wie lange es dauert und gegen 15.30 Uhr wurde es draußen so stürmisch, das die Lobby schon teilweise unter Wasser stand, wir wurden dann höflich auf unsere Zimmer gebeten, auch hier waren inzwischen die Scheiben verklebt worden. Eine Weile konnte man noch auf den umliegenden Strassen beobachten, wie die Einwohner ihre Autos im Wohnzimmer in Sicherheit brachten, dann wurde es dunkel, immer mehr Sender verschwanden vom Fernseher und als man selbst die spanische Version von Poltergeist nicht mehr sehen konnte, peitschte der Regen schon so sehr, das das Wasser durch die Fugen hereindrückte. Rundherum war es still geworden, selbst die singenden Spanier von nebenan waren nicht mehr zu hören, zeitweise hatte man das Gefühl ganz alleine im Hotel zu sein, quasi bei der Rettungsaktion vergessen. Das Gebäude schwankte leicht im Wind und ich hatte Hunger ... irgendwann später, die Taschen waren gepackt und die Pässe vorsorglich am Mann, klopfte es; Evakuierung(?), nein kalte Hühnchen, Grapefruit, Brot und Wasser. Hunger ! Wir bauten die Kerze auf und ließen uns zum Picknick nieder, dafür, das es sonst jeden Tag Hühnchen gab, schmeckte es diesmal besonders gut ...

Das Peitschen des Windes nahm zu; im Treppenhaus traf ich unseren bleichen Nachbarn mit einer halben Zigarette im Mund, hier hatte man besonders das Gefühl, auf einer Fähre bei starkem Wellengang zu sein von links durch das Fenster und von oben tropfte es unentwegt und alles schwankte. Zurück im Zimmer wurde es dann, spätestens als auch noch der Strom weg war, irgendwie monoton, eine Weile beschäftigte ich mich noch damit, mein Wasserglas, was immer zum Rand des Nachtschränkchens wanderte, wieder zurück in die Mitte zu schieben, bevor ich wohl sanft entschlummerte, wach wurde ich eine Stunde später von einem Klopfen. Es war das Bett, was gegen die Wand schlug, poch, poch, poch (gähn..) mein Blick wanderte nach oben und ich sah ein Bild über mir. (gähn...) Ein Bild (?)... poch, poch, fauch..., ein Bild (!) es schwingt so schon im Takt mit, poch, poch, und wenn der Nagel... und das Bild... poch, fauch, poch .... abhängen !!!!

Martin war inzwischen damit beschäftigt, aus unseren Handtüchern kleine Dämme zu bauen um die hereingebrochene Flut nicht bis zum Bett kommen zu lassen, poch, fauch, poch, poch ... und als ich wieder wach wurde war strahlender Sonnenschein ... Oberflächlich sah es aus als sein nichts gewesen, oberflächlich eben...

War das schon alles, wo ist das Wasser, was ist wenn der Fahrstuhl stecken bleibt und wie sah es sonst so aus in Varadero?

Antworten auf diese und andere Fragen gibts es im letzten Teil demnächst hier in der TLZ ...

Hartmut Gerlach
(hg)

 


Nützliche Haushaltstipps


Grünspan bei Messing sieht unschön aus, obwohl er als Patina manchmal durchaus auch seinen altertümlichen Reiz haben kann. Wer Grünspan beseitigen will nimmt verdünnten Salmiakgeist und reibt das Messing damit ab. Anschließend wird das Messing mit Kreide oder Zigarrenasche nachpoliert. Nun glänzt das Messing wieder wie neu.

Warzenschweine sind eine Tierart, doch leider werden manchmal auch Menschen als solche bezeichnet, die sichtbare Warzen haben. Es gibt ein bewährtes Hausmittel gegen Warzen, nämlich das Schöllkraut, auch Warzenkraut und Drudenmilch genannt. Gegen Warzen angewendet pflückt man einen Teil der Planze und tropft den austretenden Saft direkt auf die Warze.


Wenn uns Planzen helfen, müssen wir den Pflanzen z. B. gegen Woll- und Schildläuse in den Blattwinkeln auch helfen. Dankbar wird die Planze es hinnehmen, wenn sie mit einer weichen Bürste unter einem sanften Brausestrahl abgerieben wird und die Plagegeister dabei verliert. Hilfreich kann auch ein weiches Tuch sein.

Pudding ist oft eine beliebte Nachspeise, vor allem dann, wenn er noch selbst hergestellt wird. Wenn der Pudding erkaltet bildet er eine Haut. Diese Hautbildung kann durch Bestreuen der noch warmen Oberfläche mit Zucker vermieden werden.

Alle Tipps ohne Gewähr.

Magnus
Tuggat
Magnus

 

Kurzgeschichte zu TA 02 - Endgegner

Diesmal war es wieder etwas anders, als in den Abenteuern zuvor. Noch wusste ich nicht genau, was es war. Aber auf dem Weg zum Abenteuer gegen den 2. Endgegner, kam ich an diesem Hinweis von Frakar vorbei:


................Und wieder erwachte ich im Labyrinth. Hinter mir wieder das Gatter. Und natürlich eine Zahlenkombination. Auch hatte ich wiederum 10 Lebenskristalle in dem Gürtel bei mir.

Nein, diesmal erwachte ich nicht in einem Labyrinth, sondern es war, wie bei dem ersten Endgegner in einer riesige Höhle. Die Höhle war so groß, ich konnte von meinem Standort aus kaum das Ende erkennen. Schräg oben rechts, sah ich leicht verschwommen das 2. Gatter. Und dann sah ich den... 

                                                                           ...Endgegner.

Dies ist also mein 2. Endgegner, die Schlange ORBAS. Es war wieder so ein riesiger, hässlicher Schädel wie der erste Endgegner den ich besiegt hatte. Er verharrte im linken oberen Teil der Höhle. 
Dann sah ich auch schon den Hinweis von Frakar:

Nun ist es also soweit: Du stehst zitternder Knie vor einem End-Crypto der Stufe 2!- Finde zuerst Frakar, um weitere Instruktionen zu erhalten, Frakar befindet sich...- Ach, ich erinnere mich gerade all` unsere Mistverständnisse beim End-Crypto des 1. Abenteuers! – Vorschlag: Gehe einfach genau in die Mitte dieses Raumes!

Als ich mich in Richtung Mitte des Raumes machte, begann sich auch die Schlange Orbas zu bewegen. Tatsächlich tauchte auch in der Mitte des Raumes das Bildnis von Frakar auf. Sofort erschien auch das Bildnis des Blinzus. Ich eilte zu ihm und machte mir den Lederbeutel voll Wurfkristalle. Dabei gab er mir diesen Hinweis:

Ich bin „Blinzus der Seher“ und versuche Dich in Deinem Kampf gegen den End-Crypto zu unterstützen. Lasse mich durch Frakar herbeirufen, wann immer Du neue Wurfkristalle benötigst! Bei meinem Erscheinen und Verschwinden kann ich Glob-Cryptos in Berst- und Lebenskristalle umwandeln....

Als mein erster Kristall die Schlange traf, blitzen seine Augenhöhlen, die eigentlich tiefschwarz waren, Blutrot auf. Was mich natürlich sehr freute, denn je mehr ich dieses Augenblitzen sah, umso schneller konnte ich diese Höhle wahrscheinlich verlassen. Nach dem Treffer spie Orbas sofort eine magische Wolke aus, die sich sogleich in Richtung Mauerwerk in Bewegung setzte. Sie zerplatze bei der Berührung des Mauerwerks, und es kam, wie es kommen musste, ein Glob-Crypto war geboren. Als ich dann den End-Crypto ca. 6-8 mal getroffen hatte, wurde es zusammen mit den geborenen Glob-Cryptos langsam eng in der Höhle. Ich beschloss daher, auch ab und an Jagd auf die Glob-Cryptos zu machen. Als ich den ersten traf, erschien der Hinweis:

Clob-Crypto besiegt. Leider schwächst Du dadurch nicht den End-Crypto.

Fortsetzung folgt....



Richard Bönisch
boeni57@web.de



ARMUT


Der Generalsekretär der UNO, Ban Ki Moon, will 2010 zum Jahr des Kampfes gegen extreme Armut erklären. Es soll angestrebt werden, die Zahl der extrem Armen bis 2015 um 50% zu senken, doch wie sagt man so schön: „Die Botschaft hört ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ Wie bitte soll das funktionieren? Dazu müssten politische, ökonomische und soziale Strukturen ganzer Länder, ja Kontinente (siehe Afrika) geändert werden. Hinzu kommt der wahrscheinlich sehr hohe finanzielle Aufwand, woran die Geister scheitern werden. Hört man doch an jeder Ecke, den in Mode gekommenen Satz „Das rechnet sich nicht“. Da führt man doch lieber Kriege, denn das rechnet sich, zumindest für die Rüstungsindustrie oder man wirft den Banken, die eigentlich schuld an der weltweiten Krise sind, Milliarden hinterher. 

Das sind nur einige wenige Gründe, die mich am Vorhaben der UNO zweifeln lassen, denn es gibt noch viele, viele mehr. Muss es sein, dass in dem reichen Deutschland die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht, es Obdachlose gibt und die Kinderarmut immer mehr zunimmt? Müsste nicht, aber es wird nichts dagegen unternommen, weil es sich eben nicht rechnet. Bleiben wir also auf dem Boden der Realität und dem, was machbar ist. 

In Erfurt gibt es ein Restaurant des Herzens, wo arme Mitbürger täglich kostenlos mit einer warmen Mahlzeit versorgt werden. Genau dorthin wurde ich am 19.12.2009 von der orientalischen Tanzgruppe „Durrishawar“ eingeladen. Sie sagten mir, dass sie den armen Menschen mit ihrem kleinen Programm etwas Wärme bringen wollen und ich das im Bild festhalten soll. Ich war überrascht und gleichzeitig erschrocken, wie gut gefüllt der große Speisesaal war.  Es war ein ständiges Kommen und Gehen und keiner wurde abgewiesen. Als die Mädels mit ihrem kleinen Programm begannen war tatsächlich zu spüren, wie sich Wärme und Dankbarkeit im Saal ausbreiteten. Als dann auch noch die Kinder auf die Bühne geholt wurden, war alles perfekt. 

Fotografiert von Michael LorenzFotografiert von Michael LorenzFotografiert von Michael LorenzFotografiert von Michael LorenzFotografiert von Michael LorenzFotografiert von Michael LorenzFotografiert von Michael Lorenz

Der Höhepunkt kam dann zum Schluss des Programms. Die Mitglieder der Tanzgruppe hatten im Vorfeld der Veranstaltung nachgefragt, was am dringendsten benötigt wird und die Antwort war: „ Käse.“ Als dieser dann überreicht wurde gab es im Saal tosenden Beifall. Ich selbst war ergriffen von dieser Szene, denn ich musste erkennen, dass es in dem ach so reichen Deutschland noch Menschen gibt, die sich über ein paar Scheiben Schnittkäse mehr freuen können, als ein reicher Schnösel beim Erwerb seines neuen Porsche.

Michael Lorenz
Michael Lorenz
Tuckerlandfotograf

 


Tut mir leid, aber ich lebe noch!
4. August 2008 von stetsi 

Hallo nach Deutschland!

Die letzte Zeit war ausserordentlich ereignisreich, darum entschuldige ich mich dafuer, dass ich erst jetzt wieder dazu komme zu schreiben, aber die Geschichte beginnt diesmal mit dem Abend nach dem letzten Eintrag.

Mal wieder wurde ich bei den Kyans (jetzt weiss ich endlich, wie das richtig geschrieben wird) zum Abendbrot eingeladen und nach dem mittlerweile schon obligatorisch festlichen Mahl, foerdert Akira-sans schon leicht alkoholgelueftetes Gehirn die wunderbare Idee zu Tage, die typischste der japanischen Abendbeschaeftigungen zu absolvieren: Karaoke! Wer mich kennt, weiss, dass meine Gesangskunst leicht unterentwickelt (wirklich nur ganz leicht…) ist und ich bei Singstar nur ueber 200 Punkt hinauskomme, wenn jemand hinter mir mitsingt. Ihr koennt euch also meine Freude vorstellen, denn ich will ja die neugewonnenen Freunde nicht gleich wieder verlieren, aber da war nix zu machen, jetzt geht es ab zur Karaoke. 

Nach 5 Minuten Fussmarsch erreichen wir die Karaokebox, Akira-san hat dort schon eine eigene Flaschen Awamori und wir mieten uns einen kleine Raum an, in dem man nicht nur alleine ist, sondern der auch partytauglich eingerichtet ist, mit Tisch, Couch, Fernseher, Diskokugel und ein paar Licheffekten. Die Liedauswahl fuellt ein ottokatalogrosses Buch und zwei Seiten davon sind englische Lieder. Die Auswahl ist erstaunlich gut und zu meinem Uebel finde ich auch ein paar Lieder, die ich kenne… Trotzdem legt Akira-san vor und singt mit einer Insbrunst so vollkommen falsch Simon and Garfunkel, dass mir schlagartig klar wird, dass es hier ganz und gar nicht darauf ankommt, gut zu singen, sondern darauf, einfach eine gute Zeit zu haben. Danach faellt es mir auch leichter loszuschmettern und tatsaechlich, wenn man keine Leiste hat, die einem anzeigt, wie falsch man gerade singt, ist es viel leichter und so dauert es nicht lange, bis die Familie Kyan und ich auf der Couch rumspringen und „Dschingis Khan“ ins Mikro groelen, das einzige Lied, das in Deutsch ist. 

Unglaublicherweise verging die Zeit viel zu spaet und ich war regelrecht traurig, dass es schon vorbei war, wer haette das gedacht… Karaoke ist also doch gar nicht so schlecht, wenn man nicht den Anspruch hat gut zu sein, sondern einfach nur Spass zu haben (ueber andere lachen gehoert natuerlich auch dazu…). Ein wirklich gelungener Abend, der wahrscheinlich schwer zu wiederholen ist. Dann geht es trotzdem nach Hause, denn ich bin hundemuede.
Yakushima
Beim aufwachen wird mir klar, dass heute mein letzter ganzer Tag in Okinawa ist und ich bin dementsprechend traurig. Fumihiko kommt gerade von Arbeit nach Hause und sagt mir noch, dass er mich heute hinfaehrt, wo ich will, er braucht nur schnell eine kleine Muetze Schlaf. Die kriegt er natuerlich und ich nutze die Zeit zum Schwimmen, ein letztes Mal am charmefreien Tropical Beach… 

Danach machen wir uns gemeinsam auf den Weg zu einem Buchladen, um mich mit Lesestoff zu versorgen und ich lasse ein paar Fotos fuer die Kyans und Fumihiko entwickeln. Ich lade Fumihiko noch ein letztes Mal zum Essen ein, bevor wir in Richtung Sueden fahren, um an einer besonderen Stelle zu schnorcheln. Diese entpuppt sich als wirklich aussergewoehnlich, denn nach etwa 200m knietiefem Wasser, oeffnet sich ploetzlich ein Riss im Boden, dessen Boden man aufgrund der Daemmerung nicht sehen kann. Bunte, tropische Fische ziehen ihre Bahn und gerade kommt der groesste Fischschwarm, den ich jemals gesehen habe des Weges. Fumihiko informiert mich, dass man bei Mittagssonne, manchmal riesige Schildkroeten sehen kannn und ab und zu auch mal ein Hai vorbeikommt. Leider bleiben uns heute beide Tiere verborgen, die aussergewoehnlichste Sichtung fuer mich war ein Kugelfisch.

Trotzdem war es einfach ein tolles Erlebnis, den Sonnenuntergang unter dem Wasser zu erleben und die Zeit verging so schnell, dass wir beinahe zu spaet zu meiner Abschiedsparty bei den Kyans gekommen waeren. Da ich mir das Essen wuenschen durfte, gibt es das, was mir wirklich Kopfschmerzen bereitet, dass ich je wieder deutsches Essen moegen werde (mal abgesehen vielleicht von einer speziellen Lasagne…), naemlich Sashimi, das ist im Prinzip Sushi ohne Reis, also einfach roher Fisch. 

Zusammen mit der Sauce und Wasabi einfach goettlich, denn hier ist natuerlich alles frisch und die Namen der Fische habe ich noch nie gehoert. Junko-san waere aber nicht Junko-san, wenn nicht mindestens noch 5 andere Gerichte auf den Tisch kommen wuerden und so essen wir uns ordentlich satt. Akira-san fuellt fleissig Awamori und Bierglaeser und fordert nach und nach alle mehrmals auf, Reden zu halten und da wird mir bewusst, dass mir Okinawa wirklich richtig fehlen wird… Diese Menschen sind so freundlich und trotzdem so natuerlich, dass ist wirklich erschreckend. Ich glaube, dass ich in den zwei Wochen Okinawa eine Menge ueber Gastfreundschaft gelernt habe und hoffe, dass ich das, wenn ich wieder zurueck bin, nicht sofort wieder vergesse… 

Es ist jedenfalls sehr traurig, aber es war trotzdem ein schoener Abschiedsabend, auch wenn vielleicht fuer Aussenstehende nichts aussergewoehnliches passiert ist, war er fuer mich schon etwas Besonderes. Wir verabschieden uns, aber die Kyans informieren mich darueber, dass sie mich morgen nochmal am Flughafen verabschieden und deshalb sind die darauffolgend entstandenen Fotos auch eher lustig als traurig… Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schlafe ich ein…

Am naechsten Morgen heisst es: frueh aufstehen, denn es gilt ein Flugzeug zu kriegen. Ich packe meine Sachen, schenke ein paar Dinge Fumihiko und dann muss ich mich von meiner Heimat in Okinawa, Fumihikos Wohnung, verabschieden. Ich habe es wirklich sehr genossen, dort zu wohnen, nicht zuletzt, weil Fumihiko mich dort wirklich wohnen lassen hat, ich konnte tun und lassen, was ich moechte, deshalb habe ich mich dort auch sehr heimisch gefuehlt. Auf der Fahrt zum Flughafen hoeren wir noch einmal die ganze Musik, die wir in den letzten Wochen so konsumiert haben und die fuer mich jetzt unwiederruflich mit dieser schoenen Zeit verbunden ist. Am Flughafen warten wir noch auf das Eintreffen der Kyans und essen ein schlechtes Flughafenfruehstueck, bevor es wirklich ans Verabschieden geht. Ich hoffe, dass ich es irgendwie schaffe, alle wiederzusehen….

Der Flug nach Kagoshima ist nicht sehr lang, aber fuer mich traurig.

In Kagoshima angekommen, muss ich erstmal den richtigen Bus in die Stadt finden, was mir auch auf Anhieb gelingt und im Bus wird mir klar, dass das richtige Travellerleben jetzt erst richtig losgeht, denn es gibt keine feste Unterkunft mehr, auf die ich mich verlassen kann und ich muss mich irgendwie beeilen, wenn ich Hokkaido erreichen will. Das tue ich auch und nehme, nach einem kleinen Einkauf, sofort die naechste Faehre nach Yakushima, der Insel, die allen bekannt vorkommen muesste, die den Film Prinzessin Mononoke kennen, denn dessen Regisseur, Miyazaki Hayao, ein Gott in Japan, hat sich von dem uralten Zederwald auf Yakushima zu dem Film inspierieren lassen. 

Mein Plan sieht vor, zwei Naechte zu bleiben und den naechsten Tag zu nutzen, um zur Jomon-sugi zu wandern, der Hauptattraktion auf der Insel, der aeltesten Zeder der Welt. Es gibt viele verschiedene Meinungen, aber der Baum ist mindestens 5000 Jahre alt.

Die Faehre ist ein sogenanntes Jetfoil, dass heisst teuer, aber schnell und man muss sich sogar anschnallen. Neben mir sitzt ein junger japanischer Mann, der zum Glueck Englisch spricht und er bringt mich relativ schnell von meiner Idee ab, den alten Baum zu besuchen, denn er erzaehlt mir, dass die Wanderung etwa 5 Stunden hin und 5 Stunden zurueck in Anspruch nimmt und man einen Fuehrer braucht, den ich mir nicht leisten kann. Also bin ich mal wieder planlos, was Unterkunft und Beschaeftigung angeht und lasse mich ueberraschen. 

Gebirgsfluss in Japan Im Boot laeuft ein Fernseher mit Baseball, dem japanischen Volkssport und zwar habe ich das Glueck ein ganz besonderes Turnier mitzuerleben, das die ganze Nation lahmlegt und mir irgendwie um Laengen symphatischer ist, als Fussball, was aber auch nicht schwer ist. Den Namen des Turniers habe ich vergessen, es findet aber seit 90 Jahren jaehrlich in Kobe statt und funktioniert so: 

Japan hat 47 Praefekturen und jede Praefektur waehlt ein Baseballteam aus, dass an dem Turnier teilnimmt. Dabei handelt es sich aber nicht um irgendein professionelles Team, nein, es geht hier um die 3rd grades der High-Schools der Praefektur. Das heisst die beste Schule der Praefektur nimmt an dem Turnier teil, die Spieler sind in der Regel 18 Jahre alt und haben genau einmal im leben die Chance, an dem Turnier teilzunehmen, was den Reiz ausmacht. Da es sich um ein KO-System handelt, wird gekaempft, was die Arme und Beine hergeben und obwohl ich wirklich keinen blassen Schimmer von Baseball habe, ist es fuer mich eine Freude, das zu sehen. Da es sich um ein besonderes Eriegnis handelt, rueckt selbstverstaendlich die ganze Schule mit an, inklusive Familien. 

Die Schueler, die nicht spielen, sind aber trotzdem nicht tatenlos, denn manche haben sich komplett mit Orchesterinstrumenten ausgestattet und begleiten ihre Mannschaft musikalisch, waehrend andere mit Pappmegafonen und einstudierten Choreografien begeistern. Die Mannschaften selber stehen natuerlich unter einer ungeheuren Spannung, resultierend aus dem Spielsystem, dass sie nach einer Niederlage gnadenlos rausfliegen laesst, dem Bekanntheitsgrad des Turniers und dem Fakt, dass sie wirklich nur einmal im ganzen Leben antreteten duerfen. Der Satz: „Hey, macht nichts, naechstes Jahr probieren wir es einfach nochmal!“, hat hier keine Bedeutung und bei jeder Niederlage fliesse die Traenen in Sroemen und Schueler liegen sich in den Armen. Es wird sich danach aber zusammengerissen, geschlossen vor dem Publikum verbeugt, zur Bank gerannt und mit einem kleinen Saeckchen zum Feld zurueckgekehrt, um etwas Sand vom Spielfeld einzusammeln, denn das ist eine Art Ritual, um diese eine Chance, die sie haben, wirklich unvergessen zu machen und allen daheim zu zeigen, dass man bei diesem wahrscheinlich wichtigsten Sportereignis Japans dabei war und einen Fuss in das scheinbar heilige Stadion setzen durfte.

Interessant ist wirklich, dass ganz Japan mitfiebert, wenn die jeweilige Praefektur spielt, das heisst nicht nur Mitschueler und andere Gleichaltrige, sondern wirklich jeder, Frauen, Maenner, Kinder, alle. Es ist ueberhaupt nichts Ungewoehnliches, wenn fuer die etwa 2 Stunden Baseball, alle Arbeit niedergelegt wird, um den eigenen Teams beizuwohnen. Jetzt fragt ihr euch vielleicht, warum mich diese Begeisterung so erfreut, waehrend eine aehnliche Passion beim Fussball bei mir nur Abneigung hervorruft. Das ist ganz einfach: Baseball und Japan sind einfach friedlich. Beim Baseball wird niemandem ins Schienbein gerutscht, weil er gerade dabei ist einen Punkt zu machen und ebenso vermoebeln die Fans nicht die Gegner nach dem Spiel, weil sie besser waren. Die Athmosphaere ist einfach ein unglaublich faire und angenehme. Ich bin selbstverstaendlich fuer Okinawa und mir wurde gesagt, die seien diese Jahr sehr gut…

Waehrend der Mann und ich uns ueber Baseball unterhalten, vergehen die 3 Stunden Fahrzeit wie im Fluge und weil der Mann eine Station vor Yakushima ausgestiegen ist, betrete ich die Insel alleine, ohne Plan, wohin ich will und wo ich die bereits einbrechende Nacht verbringe…

Selbstverstaendlich wird diese Doofheit auch noch belohnt, denn waehrend ich gerade ratlos vor der Karte rumstehe, lerne ich Noriko kennen, eine High-School Lehrerin fuer Wissenschaften, die ihren Urlaub auf Yakushima verbringt. Sie spricht ziemlich gut Englisch und schleppt mich zu dem kleinen Minshuku (so eine Art familiengefuehrte Pension), in dem sie wohnen wird, handelt fuer mich einen ordentlichen Preis (inklusive Fruehstueck) aus und zum Dank lade ich sie zum Abendbrot ein. Sie hat, genau wie ich, auch erst ueberlegt, zum Jomon-sugi zu pilgern, dann aber davon abgesehen, aus aehnlicheh Gruenden. Sie ist selbstverstaendlich besser vorbereitet und schlaegt mir vor, mit ihr zusammen am naechsten Tag ins Yaku-Sugi-Land zu gehen, eine Art Wandergebiet, dass sich in dem tausende von Jahren alten Wald erstreckt. Da sage ich selbstverstaendlich nicht nein und bevor wir uns ins Bett verabschieden koennen, laedt uns die nette Besitzerin des Minshuku noch zu einer Runde Tee ein, begleitet von japanischen Weintrauben, die voellig anders schmecken, als unsere und einer gigantischen, selbstgezuechteten Passionsfrucht. Wohlgesaettigt schlafe ich wie ein Stein in meinem kleinen, gemuetlichen Zimmer ein… 

e.

Stetsi alias Eric

Stetsi


Der Witz des Monats 
 
Am Ende der Sonntagsmesse fragt der Pfarrer die Anwesenden: "Wie viele von Euch haben ihren Feinden schon verziehen?"
80% heben die Hand hoch.
Der Pfarrer wiederholt die Frage.
Diesmal heben alle außer einer kleinen alten Frau die Hand hoch.
"Aber Frau Nelly, haben Sie nicht vor, ihren Feinden zu verzeihen?" fragt der Herr Pfarrer.
"Ich habe keine Feinde!" antwortet die Frau.
"Das ist sehr merkwürdig, darf ich fragen wie alt sind Sie, Frau Nelly?" sagt der Pfarrer.
"98" sagt die Frau.
"Oh, Frau Nelly das ist wunderbar! Würden Sie bitte zum Altar kommen und den Menschen hier erklären wie es Ihnen gelungen ist, 98 Jahre lang zu leben und keinen einzigen Feind zu haben?" bittet der Herr Pfarrer.
Die kleine alte Frau wackelt zum Altar, dreht sich um zu den Menschen und sagt: "Ich habe alle meine Feinde überlebt!" 


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Vampire! 

Sitzen drei Vampire so kurz nach Mitternacht auf der Friedhofsmauer und hängen herum. Meint der erste plötzlich: "Oh Jungs, jetzt bekomme ich so langsam aber Hunger!" Er steht auf und flattert in die Nacht. Nach einer guten Stunde kommt er wieder, setzt sich mit blutverschmiertem Gesicht wieder zu seinen Kumpels und grinst zufrieden und satt.
"Hey, das ging ja fix! Wo warst Du denn?" fragt ihn der eine. "Seht Ihr die Lichter dort im Norden?" "Jooo, und......?" fragen die beiden zurück. "Dort feiert eine Burschenschaft ihren Junggesellenabschied..... die sind so blau, die haben gar nicht gemerkt, dass ich einen von ihnen gebissen habe.....!" 
"Ui!", meint einer der anderen." jetzt bekomme ich aber auch Hunger!" Er steht auf und flattert in die Nacht. Schon nach einer halben Stunde kommt er wieder,ebenfalls mit blutverschmiertem Gesicht und setzt sich zufrieden auf der Mauer ab. "Wow! Das ging aber fix! Wo kommst Du denn so schnell her?" "Seht Ihr die Lichter dort im Süden?" fragt er seine Kumpels "Jooo......., und.....? " "Dort ist eine Riesen-Hochzeit. Die sind alle sooo mit Feiern beschäftigt, die haben gar nicht gemerkt, das ich die Braut drei mal gebissen habe..." 
"UHHH!" meint der dritte," jetzt krieg ich aber auch Hunger...!" Er steht auf und flattert in die Nacht.................. Nach nur fünf Minuten kommt er wieder, setzt sich mit blutverschmiertem Gesicht auf die Mauer und schweigt. "Hey, das ging ja rasend fix!" staunen seine Kollegen, "Wo warst du denn?" "Seht ihr die große Mauer dort im Osten???" "Joooo..., und?" antworten seine beiden Kollegen "Ich hab sie nicht gesehen.................."



Erika Fritz
Erika

IMPRESSUM
"Tuckerlandzeitung" (TLZ) inklusive "Tafel des Ruhmes" (TdR) der eingetragenen Spieler des PC-Spieles "Tuckers Abenteuer" (TA)
Erscheinungsweise: Jeweils am letzten Sonntag des Monats auf der website www.tuckerland.de --->tlz
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Bearbeitung der TdR: Manathas manathas@tuckerland.de  
Entwicklung und Umsetzung des PC-Spiels TA: Frakar
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   ...and the adventures continues...