

-Ausgabe No.
151 - Februar
2010
seit dem 27. Feb. 1997

Titelbild von Livia Wernecke - fotografiert im Januar 2008 in Amerika / Wisconsent
TLZ No. 151
(2/2010)
Inhalt:
Titelbild von
Livia Wernecke
Tuggat
liebe Freunde des Tuckerlandes Einleitung von Asi
Wie mir die Kraehe Karrda
berichtete - News von Frakar
Ein
kinderleichtes Rätsel von Heike Hoffmann
Sarah
in Afrika - Teil 3 Ein Jahr als Voluntärin in Tansania - von Sarah
Gerschel
Die
Unendlichkeit – Labyrinth der Vernunft
Teil 2
Tuggat,
liebe Freunde Monatsübersicht zur Tafel des Ruhmes und Kolumne von
Manathas
Kurzgeschichte zu TA 02 – Endgegner Teil 2
von Richard Bönisch
Bandvorstellung: Die finnische Band "Eläkeläiset" (Die Rentner)
von Geraldjin
SEHEN-REAGIEREN-FOTOGRAFIEREN
- Tipps zur Actionfotografie von
Michael Lorenz
Moskitos in der Schweinebucht
- oder 'Michelle' auf Kuba - Teil 5 von Hartmut Gerlach
Auf
dem Weg zum Buch
"Die Schatzfahrt" Teil 2 von
Leo
Tut
mir leid (Fortsetzung) Eric in Japan - von Stetsi
KID3
Kinder-Intensivstation - ein Bericht von Hartmut Gerlach
Kleine
Rätselecke - von Richard dem
Rätselhaften
Nützliche
Haushaltstipps Teil 2 - von Magnus
Handwerke
in Thüringen - Ein Reiseführer-Projekt von Uli Seidel
Der
Witz des Monats von Erika
TLZ-Archiv
Index aller(!) vorheriger Ausgaben der TLZ
(TLZ-Archiv-Linkaufruf
funktioniert nur, wenn die jeweiligen TLZ-Ausgaben + Index, im entsprechenden
Pfad, offline verfügbar sind!)
Bei Klick auf die Links erscheint sofort
der jeweilige Beitrag, mit der linken Maustaste kommt Ihr wieder zurück ins
Inhaltsverzeichnis!
Morgen beginnt der Frühlingsmonat März - wie schön, die kälteste Jahreszeit haben wir überstanden! Ein paar warme Sonnenstrahlen und Vogelgezwitscher reichen aus, um manchmal regelrechte Anfälle von Glücksgefühlen zu bekommen - gehts Euch auch so, liebe Leser?
Zunächst mal vielen Dank für all die guten Beiträge von Euch, Ihr fleissigen Autoren, es macht echt Spass, mit Euch zusammenzuarbeiten! Durch die grosse Vielfalt wird die Tuckerlandzeitung immer besser und interessanter, bitte weiter so!!!
Was gibt es vom Monat Februar 2010 zu berichten? Zwar haben wir daheim keinen Fernseher, aber einige Ereignisse dringen trotzdem in unsere bewusst abgeschirmte private Welt vor.
In Dresden fanden wieder die jährlichen Trauerfeierlichkeiten der rechten Szene anlässlich der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 statt. Natürlich waren sofort unzählige linke Gegendemonstranten in Dresden erschienen. Durch ein riesiges Polizeiaufgebot, eine Menschenkette der Dresdner Einwohner um die gesamte Innenstadt und lautstarke Sambatrommler konnte ein Kontakt zwischen beiden gewaltbereiten Lagern verhindert werden. Erst später auf der Heimfahrt soll sich die Gewalt doch noch an verschiedenen Bahnhöfen entladen haben... Ich frage mich, ob nicht viele junge Demonstranten nur wegen der "Action" zu solchen Veranstaltungen gehen. Und ob sich auch nur ein Bruchteil der Rechtsgesinnten jemals Dokumentarfilme über den Holocaust angeschaut hat.
Vielleicht, wenn jeder Mensch eine echte Lebensaufgabe hätte, dann würde es zu Gewaltaktionen, Straftaten und Zerstörungen nicht kommen. Das Grundübel ist meiner Ansicht nach der Müssiggang, die fehlende Aufgabe, die Unzufriedenheit und Unfähigkeit, mit seiner Zeit was Sinnvolles anzustellen, schliesslich das Abreagieren in Gewalt. Wie gut wäre es, Jugendliche und Erwachsene würden neben Schule, Ausbildung oder Beruf in ihrer Freizeit zusammen Musik machen, Sport treiben, Rad fahren, lesen, tanzen, am Computer arbeiten, einfach eins der tausend wunderbaren Dinge tun, die hier in unserem Land möglich sind, und sich damit ihren "Lebenskick" holen!
Oh man, nun bin ich aber ganz schön ins Grübeln gekommen!
Ich wünsche Euch viel Spass
beim Lesen der TLZ, die ich mit folgenden Aphorismen einleiten möchte:
Buntes Kinderkichern verkleckert eintönige Gedanken.
© Dr. phil. Michael Richter, (*1952), deutscher Zeithistoriker
Quelle : »Wortschatz«
Tiere und kleine Kinder sind der Spiegel der Natur.
Epikur von Samos, (341 - 271 v. Chr.), griechischer Philosoph
Die Kunst der Elternschaft besteht darin, zu schlafen, wenn das Baby nicht hinsieht.
Unbekannt

Eure Asi
asi@tuckerland.de
Wie mir die Kraehe Karrda
berichtete...
In Arnstadt läuft nun nix mehr!!
Zumindest kinomässig. - In meiner Jugend... -
ach wie das klingt (und ich dachte ich würde nie so reden) - gab es hier zwei
Kinos. Ein etwas kleineres: Den Filmpalast oder auch von uns liebevoll
"Flohkiste" genannt, und ein grösseres: Das Merkur-Kino. Ich war mit
Freunden (aber auch viel allein) früher sehr oft in diesen beiden Kinos. Kannte
ausverkaufte Veranstaltungen oder musste draussen bleiben, weil Herr Kalkbrenner
mir nicht glaubte, dass ich mich mit 16 Jahren mich schon wie 18 fühlte! -
Manche Filme habe ich mehrfach gesehen, denn sooo häufig wechselte das Angebot
auch nicht. Nachdem man den Augenzeugen über sich hatte ergehen lassen, gab's
dann Streifen der Olsenbande oder alles von Louis de Funes. Dann solch
Tiefgangfilme wie "Die Reifeprüfung", "Blutige
Erdbeeren" oder "Grenzpunkt Null". - Man war ich stolz, als
Kalkbrenner mir das Kinoplakat von Kowalskis Amokfahrt nach viel Bettelei
schenkte. - Ab da konnte ich ihn wieder leiden und war sogar kurz davor, mal
meinen Kinofilmvorführerschein zu machen! Ich bin links im Bild. ;)
Irgendwann spielten wir dann auch mal mit unser Blues-Como, der "Michels
Band", live im Merkur-Film-Theater, innerhalb eines 'Estradenprogramms'.
Das gab's so noch nie, mit Live-Mugge im Kino, und es war der Versuch, mehr
Attraktivität für's Kino zu bieten.
Doch irgendwann siegten dann die Videotheken. - Ab dieser Zeit sass ich manchmal
mit höchstens einer handvoll Leuten allein im Kino. Auch wurden Veranstaltungen
abgesagt, weil zu wenig Leute kamen...



Wie ging's weiter? Dann wurde vor ein paar Jahren erst der
Filmpalast dem Erdboden gleich gemacht und gestern war das Merkur-Kino dran. Das
Merkur-Kino gab es nun schon seit 1927! Meine Eltern haben von Filmen wie
"Die glorreichen Sieben" oder Streifen mit Rühmann, Mooser, Lingen,
Pulver u.a. geschwärmt. - Seit vielen Jahren stand es dem Verfall preis und
gestern hat es sich das Feuer geholt.
Tapfer, dass Ihr bis hierher gelesen habt. Zur Belohnung gibt es hier den
Downloadlink zum 7. Endgegner. Ihr müsst einfach das übliche http:// nehmen,
gefolgt vom üblichen www Punkt tuckerland Punkt de. Dann setzt Ihr einen Slash
ein ta und wieder einen Slash; nun kommt der Ordnername 201002280000 gefolgt von
einem Slash und dem Dateinamen. Der Dateiname ist so, wie bei der ersten Version
beim EG 6, nur dass Anstelle der 6 eine 7 steht. - Jaaa, Ihr merkt, das Spiel
hat bereits begonnen und es geht in dem Beitrag nicht nur um Sensationshascherei
oder meine Euch sicherlich weniger interessierenden Kindheitsreflektionen! ;)
Ausschreibungen? Selbstverständlich: - Jeder, der bis zum 7. März ein
paar Worte im Forum zum Level schreibt, auch wenn er den EG noch nicht geschafft
hat, bekommt einen EP.
Die ersten 5 Screenshots vom gelösten Level im Forum bekommen jeweils 2 EP
(anstelle des Text EPs!). Naja und korrigierte Fehler bekommen diesmal sogar 3
EP, denn das ist ja das Hauptaugenmerk!
So, ich hoffe, Ihr lasst nix anbrennen! Das meine ich jetzt auf das
Sonntagsessen - und nicht auf die Küchenhilfe - bezogen. - Denn da erreichte mich noch
folgender Aphorismus (bitte Omas, haltet den Kindern wieder Augen und Ohren
zu!):
Mit dem
Schreiben ist es wie mit dem Sex. Nur mit großer Leidenschaft ist das Ergebnis
befriedigend.
© Thomas Häntsch, (*1958), Fotograf
@Akiren:
Das mit dem Bauchredner war ja wieder sowas von köstlich!!! Mein Lachmuskel war
hinterher völlig ausgeleiert!
Wer lacht lebt länger! Wer Akirenswitzecke im Forum besucht, hat eine Chance
unsterblich zu werden...
Ich muss jetzt los, aaaber: Wir sehen uns im Abenteuer!! ;)

Tuggat, Frakar
frakar@tuckerland.de
www.tuckerland.de
Das folgende Rätsel schickte mir Heike Hoffmann für alle TLZ-Leser. Bitte gebt Euch Mühe und versucht die Lösung herauszufinden, es ist am Ende wirklich ganz einfach! Ich selbst habe ca. 15 Minuten dafür gebraucht, aber Kleinkinder können offenbar viel schneller und klarer denken als wir komplizierten Erwachsenen:
Was ist größer als Gott?
Bösartiger als der Teufel?
Die Armen haben es!
Die Glücklichen brauchen es!
Und wenn Du es isst, stirbst Du!
Diese Frage wurde an Kindergärten und Universitäten gestellt, 85% der Kindergartenkinder wussten
die Antwort sofort, aber nur 17% der Studenten.
25.10.07
Liebe Freunde!
Es ist ein „typischer“ Herbstmorgen in Leguruki, das Thermometer zeigt 18 Grad jetzt um halb neun, nicht dass ihr denkt, wir schwitzen hier den ganzen Tag. Nein, das beginnt erst so ab Mittag, dann wird’s richtig warm…
Heute ist Donnerstag und das heißt, wir fangen erst später mit Arbeiten an und zwar in der Schülerbibliothek. So haben wir den Vormittag vorerst frei und ich habe Zeit, euch ein paar Zeilen zu schreiben. Denn es hat sich wieder einmal einiges getan, seit wir aus Dar es Salaam zurückgekehrt sind. Wir konnten endlich unsere Arbeit abgesehen von der Schülerzeitung beginnen! Da sind nun zum einen die beiden Bibliotheken der zwei Schulteile, die wir jeweils einmal in der Woche für ein paar Stunden öffnen. Eigentlich stehen kaum Bücher dort herum, aber trotzdem kamen, als wir am Montag das erste Mal dort in der Handwerkerschule waren, sehr viele Schüler um zu lesen, zusammen zu lernen oder auch um die neuen Voluntäre zu begrüßen und „Hallo“ zu sagen!
Weiterhin ging es ja in den Vorbesprechungen auch schon immer um Englischunterricht, den wir geben sollen. Eigentlich hätte man uns für so ziemlich jeden Unterricht gern eingespannt, den wir dann auf
Englisch und mit Hilfe des dazugehörigen Lehrbuches halten sollten. Aber auch, wenn die Dinge vielleicht nicht sehr schwer gewesen wären, ich halte mich nicht für geeignet, Mathematik(!) oder afrikanische Geographie zu unterrichten. Außerdem sind ja auch Englischstunden fürs Erste nicht schlecht.
Es entbrannte im Folgenden ein richtiger kleiner Streit: wer „bekommt“ nun die Voluntäre, die Handwerker- oder die Sekundarschule? Da die Kommunikation zwischen diesen beiden Schulteilen hier oft ziemlich schwierig ist, blieb uns nichts anderes übrig, als ständig irgendwem zu erklären, dass wir nicht an zwei Orten gleichzeitig sein können und dass die Stundenpläne doch bitte aufeinander abgestimmt werden sollen. Das ganze Diskutieren erstreckte sich über eine sehr anstrengende halbe Woche und das Resultat von alledem ist: da es in der Sekundarschule formale Probleme gab, weil wir Freiwillige und keine richtigen Lehrer sind, geben wir jetzt pro Woche vier Doppelstunden an der Handwerkerschule. Dort muss zwar auch Englisch unterrichtet werden, da der restliche Unterricht auch auf Englisch stattfinden soll, aber am Ende gibt es keine Prüfung darin, sodass das Ganze etwas entkrampft wird.
So sind wir nun seit letzter Woche Englischlehrer! Wir unterrichten vier Klassen, die zu zwei Gruppen zusammengefasst wurden und haben vier Doppelstunden in der Woche. Die Schüler sind sehr unterschiedlich, manche von ihnen können schon einiges auf Englisch sagen, andere fangen buchstäblich bei Null an. Und da man hier erst eingeschult wird, wenn die Familie genug Geld zusammenhat, um die Schulgebühren zu bezahlen, sind die Altersunterschiede sehr hoch, es gibt in unseren Klassen jedes Alter von 14 bis 25! Deshalb waren wir umso mehr gespannt, wie uns die Schüler als Lehrer akzeptieren und ob sie mitmachen. Das ist aber wirklich überhaupt kein Problem, obwohl wir ganz einfache Spiele mit ihnen machen und zusammen Kinderlieder singen, findet sich keiner zu schade dafür. Man stelle sich vor, wir stünden vor 25-jährigen Berufsschülern in Deutschland…
Es ist schon erstaunlich zu sehen, wie aufmerksam die meisten der Schüler bei der Sache sind und wie gern sie etwas lernen wollen. Das Klassenklima ist eindeutig ganz anders als zu Hause, nicht nur, weil wir teilweise zwischen 30 und 40(!) Jugendliche vor
uns haben, sondern, weil einem in Deutschland viel mehr Material zur Verfügung steht: hier gibt es keine Bücher, schon gar nicht für alle, keine vorgedruckten Arbeitshefte, keine große Zeitformentabelle die mal eben an der Wand hängt, keine Lern-CD’s usw.. Naja, wir sind schon froh, wenn jeder sein Schreibheft und seinen Stift mit hat und machen alles, so gut es eben so geht. Aber ich kann euch sagen, es ist schwierig, jemandem, der eine fremde Sprache spricht(Swahili), eine Sprache beizubringen(Englisch), die man selbst nur begrenzt, der andere aber so gut wie gar nicht beherrscht… Wie dem auch sei, es hat schon was für sich, hier auf dem Gelände mit „Good morning, teacher!“ begrüßt zu werden!
Natürlich ist hier auch nicht alles schön und lustig, einiges lässt einen schon arg grübeln. Wir sind z.B. fast jeden Tag mit dem Thema „corporal punishment“/Prügelstrafe konfrontiert, da uns viele Lehrer ansprechen, ob wir, wie sie auch, um die Disziplin in der Klasse zu wahren, Stöcke benutzen. Die meisten meinen, dass sie selbst diese Form der Erziehung auch nicht mögen, jedoch keine andere Möglichkeit sehen, da ja alle daran gewöhnt sind und diese Methode überall gängig ist. Andere holen weit aus und sagen, sie verstehen, dass es die Prügelstrafe in Deutschland nicht gibt, denn wenn dort jemand in der Schule nicht aufpasst und durch fehlende Abschlüsse später keinen Beruf lernen kann, dann bekommt er ja trotzdem Geld vom
Staat (Arbeitslosengeld, Hartz IV…) und muss am Ende nicht hungern. Ich finde es oft schwierig, in solchen Diskussionen Antworten zu finden und weiter zu kommen, weil ich die Lehrer oft sogar gut verstehen kann und bei den meisten auch glaube, dass sie nicht schlagen, weil es ihnen Spaß macht. Es gibt aber auch andere, die ganz versessen darauf sind, ständig mit diesen Stöcken herumzufuchteln, wo sie auch sind. Die bieten uns dann auch an, die störenden Schüler aus unserem Unterricht zu schlagen, wenn wir das selbst nicht machen wollen… Vielleicht liegt es an unserer Hautfarbe, aber mit der Disziplin gibt es keine Probleme in unseren Klassen. Zum Glück!...



Sonst geht es uns wirklich sehr gut, anfängliche gesundheitliche Schwierigkeiten - Sabrina hatte gleich in den ersten Wochen Amöben - sind überwunden und wir sind gespannt, was die nächsten Wochen bringen werden. Wir wollen auf Wunsch der Schüler hin eine Theatergruppe ins Leben rufen und vielleicht machen wir bald zwei Mal in der Woche ein Kindertreff für die Lehrerkinder hier auf dem Gelände, die streunern nämlich hier nur so herum und wissen nichts mit sich anzufangen. Diese Idee stammt übrigens von den bayrischen Missionaren, mit denen wir uns nach wie vor blendend verstehen und bei denen wir manchmal zum Essen eingeladen sind. Letztens wurde Ziege gegrillt und es gab Schokolade aus Deutschland!
Nun, ich komme zum Ende dieser E-Mail und hoffe, ihr seid wieder genug mit Informationen versorgt? Seid alle ganz herzlich gegrüßt und lasst euch nicht vom miesen Herbstwetter unterkriegen!
Eure Sarah
Sarah Gerschel
Die
Unendlichkeit – Labyrinth der Vernunft – Teil 2
Liebe Leserinnen und Leser der TLZ!
Nun zum zweiten Teil unserer gedanklichen Reise zum Unendlichen. Ich verweise an mancher Stelle mit dem Symbol (*) und angegebener Seitenzahl auf die Internetseite http://www2.informatik.hu-berlin.de/~schliebn/dl/Diagonalisierung_Unendlichkeit.pdf, da bestimmte Beweise den Rahmen dieses Artikels sprengen würden und diese Internetseite für den fortgeschrittenen Leser viele Einblicke geben wird. Ich entschuldige mich schon mal im Voraus, dass der theoretische Teil vielleicht doch ein wenig lang geworden ist. Ich finde dieses Thema aber auch spannend! Wer also irgendwann keine Lust mehr hat weiter zu lesen, der überspringe einfach alles und lese bei „Die Urne“ weiter. Wer Fragen hat (Verständnisprobleme, weiterführende Fragen, …) kann sich auch an mich direkt wenden per Email: alexander_thomas@hotmail.de .
Viel Durchhaltevermögen dieses Mal!
Euer Alex
Erstaunliche
Resultate:
Im letzten Monat haben wir bewiesen, dass die Menge der natürlichen Zahlen N {0; 1; 2; …} genauso mächtig ist wie die Menge {1; 2; 3; …}, d.h. N ist genauso mächtig wie N ohne die 0. Ebenso können wir auch die ersten hundert Elemente weglassen: N ist genauso mächtig wie die Menge M der Zahlen ab 100, also M={100; 101; 102; …}, da man einfach die eineindeutige Zuordnung n à n+100 auf alle Elemente n von N anwenden kann. Man kann sogar erst bei einer beliebig großen, aber endlichen Zahl k beginnen. Dann ist die Menge {k; k+1; k+2; …} immer noch gleich mächtig wie N, da man die Abbildung n à n+k anwenden kann. Wenn man doch wieder die Anzahl der Elemente betrachtet entspricht das der Gleichung ∞+k = ∞ für ein endlich großes k.
Doch kann man von N auch unendlich viele Elemente entfernen, sodass eine Menge M entsteht, die immer noch gleichmächtig zu N ist? Es scheint noch unglaublicher zu sein, aber es geht! Wir können zum Beispiel die Menge der geraden Zahlen betrachten: M={0; 2; 4; 6; …}. Ich behaupte nun, dass diese Menge M gleich mächtig zu N ist. Vielleicht hat einer von Euch ja schon die „Hausaufgabe“ gelöst. Wir müssen nur eine Zuordnung finden, die die Elemente von N mit denen von M gegenüberstellen. Es fällt auf, dass die Zahlen, die in M stehen, immer doppelt so groß sind wie die entsprechenden Elemente von N. Betrachten wir also die Funktion n à 2*n. Offenbar ist sie eineindeutig (zur Erinnerung: jeder Zahl wird genau eine andere zugeordnet und jede Zahl wird auch nur genau einmal zugeordnet). Dabei wird jedem Element von N genau eins von M zugeordnet, d.h. man ordnet der 0 die 0, der 1 die 2, der 2 die 4, der 3 die 6 usw. zu. Also sind M und N gleich mächtig! Ebenso kann man die Menge aller Zahlen, die durch 7 teilbar sind (oder 100, 123456, …) nehmen und sie wird gleich mächtig zu N sein, da man die Abbildung n à 7*n (bzw. 100*n, 123456*n) anwenden kann. Betrachtet man wieder die Anzahl der Elemente, so entspricht dies der Gleichung ∞*k = ∞, wobei k wieder eine endlich große Zahl darstellt.
Man kann sogar folgende
Aussage beweisen: die Menge der rationalen Zahlen Q (also die Menge aller Brüche
wie ½, 2/3, 13/27, …) ist gleich mächtig zu N. Das beweist man mittels dem
ersten Cantor’schen Diagonalverfahren (siehe (*) Seite 8 und 9). Die
Darstellung eines Bruches kann man als p/q schreiben. Wenn man nun ein
Koordinatensystem nimmt und dem Bruch den Gitterpunkt (p; q) zuordnet, kann man
eine Zuordnung zu den natürlichen
Zahlen finden. Betrachtet man nun wieder die Anzahlen, so hat man ja sowohl für
p, als auch für q je ∞ viele Möglichkeiten. Insgesamt gibt es also
∞*∞ = ∞² Brüche. Man kann ebenso beweisen, dass die
Gleichung ∞k = ∞
für ein endlich großes k gilt (dabei bedeutet ∞k, dass man
∞ k-mal mit sich selbst multipliziert).
Nachdem also alle möglichen Mengen alle gleich mächtig zu sein scheinen, stellt sich also die Frage, ob es überhaupt verschiedene Unendlichkeiten gibt. Wir bezeichnen daher die Mächtigkeit von N mit Aleph 0 (Zeichen siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Aleph), man redet auch von einer „abzählbar unendlichen Menge“ (die Anzahl der Elemente ist zwar unendlich, man kann sie aber abzählen; das bedeutet, dass es möglich ist eine Reihenfolge in die Elemente der Menge zu bringen). Georg Cantor, den ich oben schon erwähnte, bewies, dass die Menge der reellen Zahlen R (die Menge aller Brüche plus die Menge aller Zahlen, die nach dem Komma unendlich viele, nicht periodische Ziffern haben, wie zum Beispiel π oder √2) mächtiger als Aleph 0 ist. Er beweist es indirekt, d.h. er geht davon aus, dass R und N gleichmächtig sind und konstruiert daraus mithilfe des zweiten Diagonalverfahrens einen Widerspruch (siehe (*) Seite 10 und 11).
Nun sieht man auch, wie das mit dem abzählen zu verstehen ist: welche Zahl kommt denn nach der 0 im Bereich der reellen Zahlen? Man sieht, dass diese Frage keinen Sinn macht, d.h. man kann keine Reihenfolge in den reellen Zahlen finden.
Die Mächtigkeit von R wird mit Aleph 1 bezeichnet. Man spricht auch von einer „überabzählbar unendlichen Menge“. Man kann auch Mengen konstruieren, die die Mächtigkeit Aleph k mit einem endlichen, natürlichen k besitzen. Man kann nämlich beweisen, dass die Potenzmenge P einer Menge M mit der Mächtigkeit Aleph k (d.h. die Menge aller Teilmengen der Menge M) eine größere Mächtigkeit hat. Siehe dazu (*) Seite 14 und 15.
Es gibt eine bisher
unbeantwortete Frage, die sich darum dreht, ob es eine Menge gibt, die mächtiger
als N, aber weniger mächtig als R ist, d.h. dass sie eine Mächtigkeit Aleph
0,5 oder so hat. Die sogenannte Kontinuumshypothese
besagt, dass dies nicht möglich sei, aber beweisen konnte sie noch keiner. Es
stellt sich auch eine noch allgemeinere Frage: gibt es Mengen, die die Mächtigkeit
Aleph k besitzen, wobei k auch rational oder sogar reell sein kann?
Die Urne:
Nach der ganzen Theorie ein erstes Paradoxon, welches von John Littlewood stammt und nächsten Monat aufgelöst wird:
In eine Urne werden
Kugeln mit den Nummern 1, 2, 3, 4, … gegeben und zwar nach folgendem Prinzip:
eine Stunde vor Mitternacht wird die 1 hineingelegt; eine halbe Stunde vor
Mitternacht werden die nächsten beiden (also 2 und 3) hineingetan und es wird
die 1 wieder herausgenommen; eine drittel Stunde vor 24 Uhr werden die nächsten
drei (also die 4, 5 und 6) in die Urne gelegt und die 2 wieder herausgenommen
usw. Eine n-tel Stunde vor Mitternacht werden also die nächsten n Kugeln in die
Urne gelegt und die Kugel mit der Nummer (n-1) wird herausgenommen. Jedes Mal
werden also mehr Kugeln in die Urne gelegt als herausgenommen werden, die Anzahl
der Kugeln in der Urne wird also immer größer. Wie viele Kugeln befinden sich
exakt 24:00 in der Urne?

Alexander Thomas
Auszüge aus dem
Email-Wechsel zwischen Alex und Asi:
Tuggat Asi,
ich habe nun den zweiten Teil fertig. Er ist von dem theoretischen Teil her etwas groß geworden, aber zu dem Thema kann ich nicht weniger sagen ;)
Ich finde die Thematik recht interessant und hoffe, dass das auch halbwegs so rüberkommt.
Ich muss zugeben, dass diese Reihe von Beiträgen etwas mathematisch in die Tiefe geht. Aber trotzdem kratzen wir alle nur an der Oberfläche.
Asi:
Oh mein Gott, Junge, Junge...schnauf....also ich habe jetzt noch knapp 2 Stunden Zeit, um das Urnen-Experiment durchzuführen. Als Kugeln könnte ich Erbsen nehmen... Allerdings wird es wohl an der Urne scheitern, die kann ich so schnell nicht auftreiben, Alex! - Sag schon, wie viele Kugeln sind 24 Uhr in der Urne??! =)
Alex:
LOL
ich hab dir einfach den dritten Teil mal beigelegt; es könnte aber sein, dass ich das noch einmal verbessere. Nachmachen lohnt sich nicht so bei der Urne ;)
War denn der Teil vor der Urne halbwegs verständlich?
Asi:
Ach sooo!!! (Habe mal schnell in die Urnen-Lösung geschaut.) Na das ist ja ein Ding! Da war ja meine ganze Vorarbeit, die Erbsen einzeln zu nummerieren, irgendwie umsonst... Na egal, morgen gibts dann eben Erbsensuppe! ;)
Deine mathematischen Erklärungen vor dem Urnenexperiment waren schon ziemlich schwierig. Du hast es wirklich gut erklärt, alle Achtung, aber man muss ein Faible für Mathematik haben, um alles nachvollziehen zu können. Ich bin mir ganz sicher, dass es viele TLZ-Leser sofort verstehen werden. Ich selbst hab da leider 'ne lange Leitung... =)
Tuggat, liebe Freunde des Tuckerlandes,

| EPs in 151 | ||||||||||
| Status | Wer ? | 119 | 120 | EG | TA 12 | Titelbild /Beiträge 150 | Rätsel Richard /Lösung | Forum | TdR/TLZ | Summe |
| Ritter | Bönisch, Richard | 3 | 2 | 2 | xxx | xxx | xxx | xxx | xxx | 7 |
| Ritter | Haack, Angelika | 1 | xxx | xxx | xxx | xxx | xxx | 1 | ||
| Ritter | Schreiber, Manfred | 1 | 1 | 2 | xxx | xxx | xxx | xxx | xxx | 4 |
| Ritter | Schultz, Günther | 3 | 1 | 2 | xxx | xxx | xxx | xxx | xxx | 6 |
| Ritter | Störmann, Alexander | 3 | 5 | 2 | xxx | xxx | xxx | xxx | xxx | 10 |
| Held | Daisenberger, Bettina | 3 | 3 | 2 | 1 | 9 | ||||
| Held | Eisemann, Rolf | 3 | 1 | 4 | 8 | |||||
| Held | Flück, Elsbeth | 2 | 2 | |||||||
| Held | Fritz, Erika | 7 | 3 | 5 | 1 | 1 | 17 | |||
| Held | Geiger, Winfried | 3 | 3 | 2 | 1 | 9 | ||||
| Held | Gerlach, Hartmut | 1 | 1 | |||||||
| Held | Haupt, Bianca | 1 | 1 | |||||||
| Held | Henke, Arno | 5 | 2 | 2 | 1 | 10 | ||||
| Held | Hildebrand, Ericka | 8 | 6 | 5 | 19 | |||||
| Held | Hoffmann, Heike | 1 | 1 | |||||||
| Held | Maude, Asi | 1 | 1 | |||||||
| Held | Müller, Gesa | 2 | 3 | 5 | ||||||
| Held | Recktenwald, Leo | 1 | 5 | 1 | 7 | |||||
| Held | Rückheim, Jens | 10 | 4 | 9 | 1 | 24 | ||||
| Held | Schwarz, Hans | 2 | 2 | |||||||
| Held | Thomas, Alexander | 8 | 1 | 2 | 1 | 1 | 13 | |||
| Held | Trott, Thomas | 6 | 9 | 4 | 2 | 1 | 1 | 23 | ||
| Held | Ulmer, Sylvia | 2 | 2 | 2 | 6 | |||||
| Held | Werner, Diethelm | 2 | 5 | 7 | ||||||
| TLZ-Aktiv | Lorenz, Michael | xxx | xxx | xxx | 3 | 3 | ||||
| TLZ-Aktiv | Max (aus der Schweiz) | xxx | xxx | xxx | 1 | 1 | ||||
| TLZ-Aktiv | Stetsi | xxx | xxx | xxx | 1 | 1 | ||||
| 198 |
| Platz | Name | x | Stadt | Land | TA | EPs | Summe |
| 1 | Trott, Thomas "Magnus" | Berlin | de | 12 | 245 | 377 | |
| 2 | Thomas, Alexander | Chemnitz | de | 12 | 237 | 369 | |
| 3 | Recktenwald, Elke Maria "Leo" | Trier | de | 12 | 218 | 350 | |
| 4 | Fritz, Erika | Cuxhaven | de | 12 | 206 | 338 | |
| 5 | Rückheim, Jens (Jg. 70) | Berlin | de | 12 | 201 | 333 | |
| 6 | Geiger, Winfried | Ebersbach/Fils | de | 12 | 193 | 325 | |
| 7 | Henke, Arno (Jg. 40) | Glinde | de | 12 | 181 | 313 | |
| 8 | Kolaczek, Hannelore "Hany" | Boca Chica | do | 12 | 179 | 311 | |
| 9 | Eisemann, Rolf | Aulendorf | de | 12 | 156 | 288 | |
| 10 | Ulmer, Sylvia | Berlin | de | 12 | 148 | 280 | |
| 11 | Daisenberger, Bettina | Penzberg | de | 12 | 131 | 263 | |
| 12 | Müller, Gesa | Uetersen | de | 12 | 125 | 257 | |
| 13 | Dietzsch, Stephan | Leukersdorf | de | 12 | 115 | 247 | |
| 14 | Basse, Sabine | Speyer | de | 12 | 98 | 230 | |
| 15 | Hildebrandt, Ericka | Ibbenbüren | de | 12 | 86 | 218 | |
| 16 | Flück, Elsbeth | Neuendorf | ch | 12 | 80 | 212 | |
| 17 | Heitzer, Vera | Heinsberg | de | 12 | 76 | 208 | |
| 18 | Haupt, Bianca | Reutlingen | de | 12 | 73 | 205 | |
| 19 | Röderer, Sabine | Illertissen | de | 12 | 64 | 196 | |
| 20 | Schulte, Ellen | Wesel | de | 11 | 54 | 175 | |
| 21 | Espig, Helmut (Jg. 52) | Chemnitz | de | 12 | 25 | 157 | |
| 22 | Oosting, Marion | Blekendorf | de | 12 | 19 | 151 | |
| 23 | Hoffmann, Heike | Arnstadt | de | 6 | 82 | 148 | |
| 24 | Nötzold, Simone | Kirchberg | de | 12 | 15 | 147 | |
| 25 | Zebra, Cornelia | Wien | at | 12 | 9 | 141 | |
| 26 | Heine, Frederic | Melbourne | au | 12 | 9 | 141 | |
| 27 | Barry, Petra | Ühlingen-Birkendorf | de | 12 | 9 | 141 | |
| 28 | Huber, Peter "Bull" (Jg. 56) | Lichtenwald | de | 10 | 30 | 140 | |
| 29 | Welfens, Clara (Jg. 56) | Heinsberg | de | 12 | 8 | 140 | |
| 30 | Henke, Kevin "Geister-Hunter" | Glinde | de | 12 | 8 | 140 | |
| 31 | Balster, Alexander | Rhede | de | 12 | 7 | 139 | |
| 32 | Ackmann, Fred | Auetal | de | 12 | 7 | 139 | |
| 33 | Werner, Diethelm | Netstal | ch | 12 | 7 | 139 | |
| 34 | Bärtschi, Susanne | Großhöchstetten | ch | 12 | 6 | 138 | |
| 35 | Rök-Ramirez, Michael | Shanghai | cn | 12 | 6 | 138 | |
| 36 | Stuschka, Leopold | Waldkirchen | de | 12 | 6 | 138 | |
| 37 | Klinke, Natalya | Peine | de | 12 | 5 | 137 | |
| 38 | Peitzner, Joachim | Wolgast | de | 12 | 5 | 137 | |
| 39 | Adler, Kirsten | Ettlingen | de | 12 | 5 | 137 | |
| 40 | Schuster, Daniela | Neuhof | de | 12 | 5 | 137 | |
| 41 | Dunkel, Wolfgang (Jg. 51) | Göttingen | de | 12 | 4 | 136 | |
| 42 | Schieche, Bettina | Maintal | de | 12 | 4 | 136 | |
| 43 | Isensee, Tatjana "Tanhild" | Detmold | de | 12 | 4 | 136 | |
| 44 | Willimann, Samuel | Triengen | ch | 12 | 4 | 136 | |
| 45 | Eickenbusch, Sebastian | Geisenheim | de | 12 | 4 | 136 | |
| 46 | Studer, Markus | Kaiseraugst | ch | 12 | 4 | 136 | |
| 47 | Rothweiler, Michael (Jg. 67) | Malabar Hill | in | 12 | 4 | 136 | |
| 48 | Richter, Steffen | Limbach-Oberfrohna | de | 12 | 4 | 136 | |
| 49 | Stolz, Thomas | Neunkirchen | de | 12 | 4 | 136 | |
| 50 | Egger, Johannes | Gmunden | at | 12 | 4 | 136 |
Es wird wieder mal Zeit, daß
ich den aktuellen Punktestand der Ritter veröffentliche. Hier ist er:
| Platz | Name | Stadt | Land | TA | EPs |
| 1 | Störmann, Alexander | Schmallenberg | de | 12 | 17 |
| 2 | Schultz, Günther | Berlin | de | 12 | 12 |
| 3 | Bönisch, Richard | Frielendorf | de | 12 | 12 |
| 4 | Schreiber, Manfred (Jg. 50) | Ebersbach/Sa. | de | 12 | 5 |
| 5 | Hoepp, Uta | Hanau | de | 12 | 1 |
| 6 | Haack, Angelika | Hohnstein | de | 12 | 1 |
| 7 | Deppermann, Reiner | Schönebeck | de | 12 | |
| 8 | Schulz, Raimond | Emden | de | 12 | |
| 9 | Heffner, Michael | Steinheim | de | 12 | |
| 10 | Czerny, Gabriele | Bad Berka | de | 12 | |
| 11 | Grisel, Wolfgang | Beringen | ch | 11 | |
| 12 | Herdick, Stefan | Essen | de | 11 |
Nun ja, bis der erste Ritter zum Lord gekürt
wird, fließt noch viel Wasser die Spree, die Elbe, die Weser, den Rhein
herunter ....
Folge Nr. 56: "Das Fest"


Wer will es den Helden verübeln,
wenn sie jetzt, da alles überstanden ist, mal ein wenig über die Stränge
schlagen ... ?
Euer
Manathas
Kurzgeschichte zu TA 02 – Endgegner Teil 2
Fortsetzung...
Clob-Crypto besiegt. Leider schwächst Du dadurch nicht den End-Crypto.
Okay, das wusste ich auch schon, dass ich damit nichts gegen den End-Crypto tat. Aber die Glob-Gryptos wurden dadurch weniger, und ich hatte mehr Platz in der Höhle. Ab und an spuckte das Bildnis von Blinzus in Verbindung mit den Glob-Cryptos einige Berstkristalle aus. Was natürlich für den Sieg über den End-Crypto sehr nützlich war. Immerhin machte ich dann mit einem Berstkristallwurf 5 Lebenspunkte des End-Cryptos kille. Nachdem ich dieses Spielchen nun schon eine ganze Weile gemacht hatte, mit Frakar/Blinzus/Wurfkristallen/Berstkristallen/Clob-Cryptos/End-Crypto, erschien auch der erste Feuersturm. Also, musste ich den End-Crypto noch einige mal treffen. Als der 5. Feuersturm dann da war, hatte ich noch 3 Berstkristalle bei mir. Ich schleuderte die Berstkristalle gegen den End-Crypto, was auch sein Ende bedeutete. Der riesige Schädel des End-Crypto färbte sich bläulich und mit einem Ohrenbetäubendem Krachen, verschwand er von der Bildfläche. Und der Hinweis von Frakar erschien:
Sieg!!!- Du hast es also tatsächlich wieder einmal geschafft, den Spuk zu beenden! Braves Mädchen! – Jetzt beeile Dich, denn wir haben alle heute noch was anderes vor: Gehe nochmals zu Frakar, er öffnet das Gatter!
Was ich dann auch gleich tat, wodurch dann auch der nächste Hinweise von Frakar kam:
Wo sind die 10 grünen Kristalle??! Kleiner Scherz!.....
Nun machte ich mich auf den Weg zu dem offen stehenden Gatter.
Über dem Gatter stand wieder eine Zahlenkombination, die ich mir notierte. Auch leuchtete der Durchgang wieder in hellem Licht.
Nun schritt ich durch das hell erleuchtete Gatter........


Diesmal war das Abenteuer wirklich anders, als in den Abenteuern zuvor.
........ zum nächsten TUCKERLANDABENTEUER

Moskitos in der Schweinebucht - oder 'Michelle' auf Kuba
ein Erfahrungsbericht in mehreren Teilen, Teil 5
Michelle, der stärkste Sturm seit 50 Jahren, das ganze Ausmaß konnte man erst auf den Straßen sehen ...
Entwurzelte Bäume, kaputte Strom- und Wasserleitungen, angespülter Sand in den Häusern bis in die dritte Straßenreihe, abgedeckte Dächer, zerbrochene Scheiben ... und über allem scheint die karibische Sonne. Auf den Straßen waren Menschen beim Aufräumen, reparierten notdürftig ihr Hab und Gut und halfen sich dabei gegenseitig. Beim Mittagessen wurde plötzlich der nächste Abreisetermin bekannt gegeben, wieder etwas mehr Platz im immer noch überfüllten Hotel … aber leider sollte nun bald auch kein anderes Mitglied unserer kleinen ‚Lästergruppe‘ mehr da sein. Große Verabschiedung mit einer letzten Runde Mojito und dann, endlich duschen – naja, leider war kein Wasser da ...hm ???
Die ‚Inspektion‘ der hoteleigenen Anlagen ergab ein trauriges Bild und die sichere Gewissheit, dass es für die Zeit unseres restlichen Aufenthaltes nicht nur kein Satellitenfernsehen sondern auch keine Aircondition geben würde; Teile beider Anlagen schwammen träge neben Scherben und Baumresten im niedrigen Wasser des Pools. Andere Gäste waren eifrig damit beschäftigt, sich mit Papierkörben und allem was einigermaßen als Behältnis dienen konnte, größere Wasserreserven anzulegen. Der Sinn dieser Aktion wurde uns erst später bewusst. Wir beschlossen, einen Rundgang über die Halbinsel zu machen und uns die ‚teuren Gegenden‘ anzusehen. Auch hier bot sich ein Bild der Verwüstung, die Anwesen mit eigenem Strand und direkt am Meer lagen noch einsam und verlassen in der grellen Sonne.
Hier und da begann zwar auch dort schon ein Besitzer mit den Aufräumarbeiten, aber im Großen und Ganzen hielten wohl die ‚Lücken‘ in der Infrastruktur die meisten noch von der Rückkehr ab. Und genau diese ‚Lücken‘ holten uns nach der Rückkehr ins Hotel ein. Auf duschen hätten wir auch noch ein Weilchen verzichten können, aber, auch wenn es nur eine notdürftige Versorgung mit Essen und Getränken gab, so musste auch das wieder ‚entsorgt‘ werden. Nun hatten wir mit der Verdauung direkt keine Probleme – wohl aber mit dem Spülen – es war ja kein Wasser da. D. h. eine volle Ladung Wasser hatten wir noch im Spülkasten, da war schon Einteilung und Absprache gefragt….
Schon am nächten Tag wurden die Abgründe menschlichen Daseins sicht- und riechbar. Alle öffentlich zugänglichen Toiletten waren bis unter den Rand … aber lassen wir das. Unsere gute Planung und der Verzicht auf all zu viele verdauungsfördernden Produkte rettete aber unsere Situation.
Ein vermeintlicher Vorteil von Michelle war für uns, die wir in den oberen Etagen wohnen durften, die Zerstörung der Musikanlage der Disco über uns, dass sorgte für einen guten Schlaf und eine gute Stimmung am nächsten Tag. Nach der Rückkehr vom Baden war auch das Wasser wieder da und so fiel der restliche Tag der Körperpflege und verschiedentlichen Treffen an der Hotelbar zum Opfer. Unsere letzten ‚Mitstreiter‘ sollten nun auch den Weg nach Hause antreten und auch unser Urlaub nährte sich dem Ende.
Erstaunlich schnell regenerierte sich das Umland und auch im Hotel lief alles langsam wieder in geordneten Bahnen. Auch die Kinder, die einem vor dem Hotel jeden Wunsch von den Augen ablasen, auch wenn man diesen gar nicht hatte, waren zahlreich wieder zur Stelle. Unser Hotel in der Schweinebucht war dagegen noch lange nicht wieder bewohnbar, aber das hätten wir eh nicht noch einmal gesehen – für uns ging es zum Flughafen, begleitet von einer kubanischen Musikgruppe, deren Percussion-Instrumente aus Pferdegebissen und Ochsenknochen bestanden, gelangten wir, nicht ohne uns zu wundern, wie es geht, dass jeder der Musiker doch noch eine Hand zum Aufhalten frei hatte, zur Gangway…
Schon irgendwie ein ereignisreicher Urlaub, oder?
Bis bald in einem anderen Land!

(hg)
Auf dem Weg zum
Buch: "Die
Schatzfahrt" von Rolf Wendel - Teil 2
Zweite Leseprobe für die Leserinnen und Leser der TuckerLandZeitung
(Erste Leseprobe: „Prolog“, TLZ Nr. 150)
Wie die Hundsbraut
TAG 1, NORRFESCH
Mit einem Ruck zog Kapitän Berrzak die widerstrebende Tür des Norrfescher Hafenamtes hinter sich zu und ging so schnell
über die Uferpromenade, dass seine Stiefel auf dem Pflaster hallten. Es war längst dunkel, doch er verlangsamte seine Schritte
nicht. Er wollte weg, bevor sich sein Unmut doch noch Bahn brach und er diesen Haufen Flachseeschiffer über die nächste Pier
zu den Fischen schickte. Ein Schatten, dunkler als der Himmel, hob vom Dach des Eckhauses ab und folgte ihm in eine von
Leuchtern schwach erhellte Gasse. Das rasche Gehen in der milden Nachtluft mäßigte den Zorn des Kom-Kapitäns, schließlich
sah er sich um und schlug den Weg nach dem Wirtshaus ein, in dem er am Morgen abgestiegen war.
Den ganzen Tag hatte es ihn gekostet, eine einfache Passage von Norrfesch auf der Insel Waal nach Klein Waal zu finden, sein
gerade erst wieder hergestelltes Kom schien nachzuhallen von den 
vielen Nachrichten und fremden Rauschmustern. Mal an diese, mal an jene Wand gelehnt, denn Sitzgelegenheiten gab es keine,
hatte er das Kommen und Gehen beobachtet und immer wieder Kapitäne angesprochen. Er musste das selbst tun, denn einen Boten konnte er nicht bezahlen. Die meisten der Angesprochenen
hatten andere Ziele als die kleine Schwesterinsel von Waal, misstrauisch spürten sie sein Kapitäns-Kom und waren kurz angebunden bis hart an die Grenze der Höflichkeit. Zwei hatten ihn wortlos gemustert und ablehnend den Kopf geschüttelt, einer hatte
ihm zugeraunt „Hör zu, ich suche einen Lotsen. Wie gut bist du im Fänger?“ und beharrlich versucht, ihn für irgendeine Schweinerei
zu begeistern.
Während die Stunden verstrichen, war es ihm zunehmend schwerer geworden, sich zu beherrschen. Zwar war er von niemandem als Berrzak der Seedrache erkannt und daher nicht mit
Fragen belästigt worden, doch auch der gewohnte Respekt blieb ihm so verwehrt. Erst spät war ein alter Kapitän auf ihn zugetreten, er hatte mit dem Ausruf. „Dieseit! Bist du ein Kapitän oder
eine Galionsfigur?“ Berrzaks Zorn zum Aufflammen gebracht, dann aber seine Haut gerettet, indem er zwinkernd einen vernünftigen Fahrpreis nannte und die Stunde vor Sonnenaufgang zur
Abreise bestimmte. Ohne Fragen zu stellen. „Hab’ munkeln hören, dass da ein Kapitän in Not ist, war selber mal schlecht dran.“
Berrzak hatte die Fahrt klargemacht und einen Schuldschein unterzeichnet, nicht einmal sein Mangel an Gepäck hatte Verwunderung erregt. Das wiederum machte ihn selbst misstrauisch, aber
es blieb ihm nichts anderes übrig, als mitzufahren. Er hatte kein Schiff mehr, wie die Hundsbraut um die Hochzeit musste er um
eine Passage betteln, damit er sein angebliches Erbe in Empfang nehmen konnte. Und zwar in einem winzigen Fischerdorf an der
Südostküste von Klein Waal, wo er niemanden kannte, außer natürlich seinen Freunden von den Druntaleuten, DennDín und
BanRédes, die allerdings nicht zu den erlaubten Einwohnern gehörten. Damit nicht genug, sollte dort ausgerechnet ein Schiff namens Pottwal auf ihn warten. War diese ganz offen über die Türme gesendete Nachricht eine Falle oder ein aus der Not geborener
Einfall von DennDín?
In Gedanken versunken lief der Kapitän durch ein enges Sträßlein, merkte zu spät auf und fand sich von einer Hafenhure umschmeichelt. Er machte sich los, doch sie schien zehn Hände zu
haben und plapperte in einem fort.
„Nun zier’ dich nicht so, du bist mir doch genau in die Arme
gelaufen! Wo gibt’s denn sowas, hat Janna das nötig? Fünf Mädchen laufen für mich! Hmm, was haben wir denn da?“
War er noch immer so schlecht beisammen, dass er wie ein unerfahrener, in sein Kom vertiefter Jungkapitän Leute über den
Haufen rannte? Schlecht beisammen oder nicht, er hatte keineswegs um Bedienung mitten in der Gasse gebeten. Verflixte
Prunkhose! Berrzak bugsierte sich mit der zudringlichen Frau in einen Hauseingang und hakte ihre überwiegend aus Riemen bestehende Kleidung am Türgriff fest, die eigene bändigte er im
Weitergehen. Sie zeterte hinter ihm drein, ringsum kicherte schadenfroh die Konkurrenz, Berrzak sinnierte schon wieder über die
Nachricht, die ihn hergebracht hatte. Nichts deutete in der lakonischen Meldung, Kapitän Berrzak solle sich im Hafenamt von
Klein Waal wegen seines Erbes melden, auf seine Freunde von den Druntaleuten hin. Wie auch konnten sie ihn über die Türme
kontaktieren, wo doch die Vaudekla neuerdings Jagd auf ihr Volk machten! Er hatte sich nur deshalb auf die Reise eingelassen, weil
der Name des Schiffes stimmte und der Ort so nahe bei ihrem Stützpunkt lag.
Das Gasthaus tauchte vor ihm auf und beendete seine Grübeleien vorerst. Die tobende Mannschaft war bis auf den Vorplatz zu
hören, die Männer sangen leiser, als sie ihn spürten. Er ließ ihren
Zahlmeister in den kleinen Nebenraum rufen und übergab ihm das Heuergeld, der Mann war erleichtert, entlohnt und aus dem Dienst
entlassen zu werden. Berzak konnte es ihm nicht verdenken. Das
späte Abendessen orderte er auf sein Zimmer, er wollte allein sein. Beim Verlassen des Hafenamtes hatte er gehört, wie mehrere
Ringleute den alten Kapitän auslachten, weil er sich den „dekorierten Weiberfänger“ an Bord holen wollte, ein falsches Wort im
Gastraum, und er würde unnötig Aufsehen erregen.
Seine Bleibe war im Stil einer Kajüte eingerichtet und wurde ausschließlich an Kapitäne vermietet. An einer Wand hing eine
große Karte des Inneren Ringes, eine schöne Winkelholz-Kopie mit den neuen und den altertümlichen Namen. Der Raum war gemütlich, trotzdem trat er zum Warten in den Innenhof des großen
Wirtshauses, vielleicht half ihm die frische Luft, vor dem Essen noch einen klaren Gedanken zu fassen. Mit leisem Krächzen kreiste der Schatten über ihm und sank tiefer. Krah war an diesem Tag
nicht geneigt, Berrzak in ein Gebäude zu folgen, erst jetzt installierte sich die große Krähe auf seiner Schulter. Berrzak streichelte
sie gedankenverloren oberhalb des Schnabels. Dieses unablässige fruchtlose Gegrübel war ihm selbst nicht geheuer, doch er konnte
nicht damit aufhören...
Eine weitere Lesesprobe aus "Die Schatzfahrt" von Rolf Wendel derzeit leider(!) noch nicht möglich. Interessierte Leser werden hiermit höflich um Geduld gebeten, bis das Buch im Handel erscheint.
[Beitrag in Absprache mit dem Autor editiert am 13.03.2010]
Tut mir leid, aber ich lebe noch!
- Fortsetzung
4. August 2008 von stetsi
Am naechsten Morgen treffe ich Noriko beim Fruehstueck, meinem ersten japanischen Furehstueck, komplett mit Reis, Ei, Natto (das ich dankend an Noriko weiterreiche) und umiboshi, einer eingelegten und unglaublich salzigen Pflaume, die dafuer sorgt, dass mir der Mund brennt… Ausserdem gehoert natuerlich die klassische Misosuppe dazu, die mir wirklich sehr gut schmeckt, ich werde mal versuchen etwas Miso (fermentierte Sojabohnen, wenn ich mich nicht irre) zu exportieren. Da wir die einzigen Fruehstuecksgaeste sind, plaudern wir wieder mit
der Besitzerin und man entwirft fuer mich einen Plan, wie ich sogar noch heute Abend wieder nach Kagoshima zurueckkehren kann. Dieser enthaelt den Faktor Ehemann der Besitzerin, der mich zum Hafen bringen soll und die Unsicherheit Trampen, weil auf dieser Insel aeusserst selten Busse fahren. Egal wie es kommt, wir machen uns auf den Weg ins Yaku-Sugi-Land.
Eine dreiviertel Stunde Bustour, eine winzige Gebirgssrasse entlang ins Niemandsland spaeter, erreichen wir den Eingang und betreten den laengsten Pfad, der durch den Wald fuehrt, vorbei an ein paar 2600 Jahre alten Zedern, zugegeben, das ist nicht Jomon-sugi, aber auch nicht schlecht. Am Anfang fuehren alle Routen noch einen Weg entlang und auf Hozstegen und Bruecken durch den dichten uralten Wald… Dieser ist wirklich mal beeindruckend. Aufgrund des feuchten Klimas (von dem wir zum Glueck nichts merken) und der Isolation auf der Insel, konnten sich ein paar, in ihrer Groesse und Art, einzigartige Pflanzen entwicken, klaert mich Noriko auf. Es ist wirklich praktisch, mit jemandem einen Wald zu bereisen, der Biologie studiert hat…
Uraltes, undurchdringliches Gestruepp, moosbewachsene Steine, riesige Wurzeln, die sich um Baeume wickeln, die einem Umfang von bis zu 8m haben und so hoch sind, dass man eine Nackenstarre kriegt, wenn man versuch, die Spitze zu erkennen. Wir zweigen vom Weg ab, um unsere Fuesse in einem Gebirgsfluss abzukuehlen, der sich in die Klippen gefressen hat und dank riesiger Steine, die darin herumliegen, ist es moeglich bis ans andere Ufer zu klettern oder die Aussicht aus der Mitte zu geniessen.
Weil der Platz perfekt ist und wir ausserdem frisches Wasser aus dem Fluss zapfen koennen, wird diese Stelle zum Rastplatz auserkoren. Ich habe ein paar Fertig-udon und meinen Campingkocher dabei, waehrend Noriko ein paar japanische Suessigkeiten beisteuert. Nach dem Mahl, geht es aber weiter und wir nehmen die Abzweigung zur laengsten Route. Nach wenigen Metern hoert hier der Weg auf und macht einem Pfad ueber Wurzeln, Steine, entlang an provisorischen Tauen und unter Baumwurzeln platz. Jetzt nimmt auch die Steigung merklich zu, denn immerhin befinden wir uns ja in einem Gebirge von nicht zu verachtenden 2000m Hoehe. So hoch ist jedenfalls der hoechste Berg, mit dem wir allerdings nichts zu tun haben, denn Yaku-Sugi-Land reicht nur bis 1300m.
Trotzdem sind wir nach kurzer Zeit ordentlich durchgeschwitzt, geniessen aber die urspruengliche Natur und ich lerne von Noriko eine Menge ueber oertliche Pflanzen, aber auch ueber Japan, etwas, dessen ich wohl niemals muede werde. Mein persoenliches Tagesziel ist es, die ansaessige Affenart zu erspaehen, denn ich habe noch nie Affen in freier Natur gesehen. Diese lassen sich allerdings nicht
blicken und ausser vereinzelten Affenschreien im Wald, laesst nichts auf ihre Anwesenheit schliessen. Stattdessen treffen wir aber einen wenig affenartigen alten Mann, der sich auch fuer die lange Strecke entschieden hat. Im Gespraech erfahren wir, dass er mit einem Mietwagen die Insel erkundet und schon haben wir unseren Ruecktransport. Der Weg fuehrt weiter in die Berge und passiert wieder einen Fluss, bis er endlich die Wende bergab macht und wir uns an den Abstieg machen.
Zwischendurch passiert man immer mal wieder ein paar beschriftete und besonders alte Zedern, die meissten so um die 2000 Jahre alt. Manche sind bereits tot, aber aufgrund irgendeines besonderen Inhaltsstoffes verrotten die Baeume nur sehr
langsam und das fuehrt zu manch eigenartigen Baumkombinationen, manche werden von Wurzeln quasi erwuergt und es gibt eine sogenannte Hahako-sugi, die Mutter-Kind-Zeder, die auch genauso aussieht, naemlich ein dicker Baum, der einen noch dickeren Baum (seine Mutter) bedraengt. Kurz vor dem Ende des Pfades trifft man noch auf den Buddha-sugi, einen besonders knorrigen Baum, der an die 40 Meter hoch ist.
Ohne eine einzige Affensichtung, verlassen wir Yaku-Sugi-Land nach etwa 4 Stunden und 30 Minuten wandern und fahren im Auto des Mannes zurueck in Richtung Anbo, dem Ort, in dem meine Sachen im Minshuku auf meine Rueckkehr warten. Wir fahren die meandernde Strasse entlang, geniessen die Aussicht und plaudern, als sich doch tatsaechlich noch mein Tagesziel erfuellt. Wer haette das noch gedacht? Am Strassenrand sitzt einer der heimischen Yakushima-makaken und wir halten an, um das fotografisch festzuhalten. Er glotzt, zur Strafe, dass wir doof glotzen, doof zurueck und verschwindet wieder in den Wald. Ich bin gluecklich, denn damit habe ich nun wirklich nicht mehr gerechnet, aber mein Glueck haelt nicht lange an, denn wenige Minuten spaeter muss ich mich von Noriko verabschieden, die sich noch irgendein Umweltcenter anschauen will und sich unterwegs rauswerfen laesst. Es war wirklich eine angenehme Gesellschaft und ich habe viel gelernt. Langsam muesste ich mich ja ans Verabschieden gewoehnen, aber trotzdem faellt mir das immer schwer…
Im Minshuku warten nicht nur meine Sachen, sondern auch bereits der Mann der Besitzerin und wir fahren sofort los zum Hafen, denn dieses Schiff faehrt von einem anderen Hafen ab, als der, an dem ich angekommen bin. Eine halbe Stunde spaeter steige ich aus dem Auto aus und in die Faehre nach Kagoshima ein. Ich bin hundemuede vom Wandern und schlafe fast die ganze Zeit. Als ich ankomme, mache ich mich so schnell es geht auf den Weg zu einer Travel Agency, denn mein Plan sieht vor, noch heute Abend mit dem Nachtbus nach Osaka oder Kyoto zu reisen. An dieser Stelle verlaesst mich das Glueck der Dummen, denn ich verpasse die Schliesszeit um 10 Minuten. Somit sitze ich im daemmernden Kagoshima fest, ohne eine Unterkunft und mein Glueck winkt mir noch ein letztes Mal aus der Ferne zu und sendet einen japanischen Mann mit grossem Rucksack, der auf mein Fragen hin zum Besten gibt, dass er auch auf der Suche nach einer Unterkunft ist und er hat auch schon eine Idee…
Somit lande ich in einer weiteren Ausgeburt der japanischen Kultur, denn da es ueblich ist, dass man nach der Arbeit noch mit Kollegen ordentlich einen bechert und die Bahnen und Busse aber spaetestens 24 Uhr ihren Betrieb einstellen, hat sich ein Etablissement in diese Nische gequetscht, in dem ich mich jetzt befinde: ein Internetcafe! Bitte stellt euch das nicht so vor, wie ein Internetcafe bei uns, hier sieht das naemlich anders aus. Selbstverstaendlich hat es 24 Stunden geoeffnet und man bezahlt einen Festpreis fuer 12 Stunden Aufenthalt. Danach bezieht man seine kleine Kabine, diese hier ausgestattet mit Matte am Boden, Computer, Internet, Fernseher, Safe, Playstation und Kissen. Wenn man nichts mit dem Internet anfangen kann, kann man sich an den Freigetraenken guetlich tun, eine DVD gucken, einen Comic aus der gigantischen Bibliothek nehmen, Dart oder Billiard spielen, sogar Duschen gibt es hier. Wer voellig verrueckt ist kann auch schlafen, ich bin mir aber noch nicht ganz sicher, ob ich mich hier drinnen ausstrecken kann…
Mein Aufenthalt im Internetcafe ist auch der Grund dafuer, dass ich wieder mal alles ordentlich niederschreiben kann und ich muss euch nochmal daran erinnern, dass ich ab jetzt keinen blassen Schimmer habe, was die naechsten Tage so passiert, ich kann deshalb nicht sagen, wann es wieder etwas zu lesen gibt. Bis dahin allerdings wuensche ich euch alles Gute und drueckt mir die Daumen, dass ich morgen einen Nachtbus erwische…
Muede Gruesse aus der kleinen Kammer

Stetsi
Der folgende Beitrag unseres TLZ-Autoren Hartmut Gerlach ist
von besonderer Bedeutung. Es ist ein Tagebucheintrag aus dem Jahr 2010. Dass dieser Beitrag hier in
der Tuckerlandzeitung veröffentlicht wird, hat Hintergründe. Hartmut möchte
damit an die Leser eine Botschaft übermitteln. Leider ist es keine erfundene
Geschichte, sondern eine wahre, die das Leben schreibt.
Die Überschrift KID3 ist der Name der Kinder-Intensivstation im dem
Krankenhaus, wo ein kleines Baby, erst 5 Monate alt, eine schwere und
gefährliche Behandlung überstehen muss:
Als der Anruf kam, saß ich schon im Auto und war auf dem Weg ins Krankenhaus. Ich hatte es auf Arbeit nicht mehr ausgehalten, wollte bei ihm sein. Seit vier Tagen ging es ihm (obwohl im Krankenhaus) zusehends schlechter, das Fieber war mit nichts unter 39 Grad zu bekommen und selbst zum Schreien schien er zu schwach. Da war nur noch ein Wimmern und keine noch so kleine Reaktion auf uns.
Der Raum auf der Intensivstation war in schummriges Licht gehüllt, eine Ärztin im weißen Kittel nickte mir freundlich aber bestimmt zu.
Ich ging zu ihm und nahm seine Hand, sie war kalt und umfasste ganz fest meinen Finger. Irgendwo schrie ein kleines Mädchen - laut und wie am Spieß, draußen auf dem Gang herrschte geschäftige Unruhe, aber er merkte es nicht. Die Ärztin erläuterte ungerührt, dass das eine sehr ernste Krankheit sei und welche Folgen diese für ihn haben könne. Mir war, als ließe er mich gleich los und seinen Arm sinken und ich konnte nur denken – ‚Halt mich fest!‘.
Er ließ nicht los und so blieben wir zusammen, mein Finger in seiner Hand…
Die ersten Antibiotika wurden in seine Vene gepumpt, ein Bildschirm zeigte stupide seine Werte an, verschiedene Formulare waren zu unterschreiben… Die Zeit schien still zu stehen und verging doch wie im Fluge. Eine Schwester bedeutete uns, dass wir nun gehen müssten, im Raum war es jetzt fast dunkel und aus einem Kassettenrekorder dudelten Kinderlieder – er drehte seinen Kopf ein wenig zu mir und schlug kurz die Augen auf – die roten Lider sagten ‚Geh nicht‘ und seine kleinen Finger umschlossen meinen noch ein bisschen fester …
Ich bleibe; und will immer für Dich da sein, mein Sohn ...

(hg)
Kleine
Rätselecke
Tuggat,
für alle Tucker`s gibt`s hier ein kleines Rätsel. Wer mitmachen will, sendet die
jeweilige Lösung bis zum 10. Tag nach Erscheinen an:
boeni57@web.de
Ich werde die schnellsten und richtigen Einsendungen mit der dazugehörigen ID Nr. an Manathas weiter geben.
Der große Schreiber Manathas wird dann über die EP entscheiden.
Vergesst bitte nicht Eure ID Nr. anzugeben, wegen der Vergabe der EP, am besten bei Betreff:
Lösung des letzten Rätsels:
Kein Einsiedler, (Komma fehlt)
hier gefangen gehalten? (? fehlt)
Schwarzer Fleck im Fenster
Scharzes Tuch unten links größer
Rechter Arm über Armreif "grau"
Links über Fenster "grau"
Hier kommt ein Gitterpuzzle

Gitterpuzzle
Die nachfolgenden Wörter sind so in die Kästchen einzutragen, dass ein vollständig ausgefülltes Gitter entsteht. Die Buchstaben in den Kästchen 1 - 5 ergeben das Lösungswort.
4 Euer, Flic, Form, Luke, Lust, Rute, Teak
5 Amigo, Anmut, Falle, Kluft, Maler, Spion, Taiga
6 Entern, Konter, Seenot, Status
7 Edelmut, Eichamt, Entwurf, Gattung, Kulisse, Omnibus, Rueffel, Toaster, Trester
8 Einakter
10 Futtertrog
Ich wünsche euch viel Spass
Bei Fragen wendet euch bitte direkt an mich!

Tuggat
Richard
Kerzen können stimmungsvoll die Umgebung erhellen oder auch als Ersatz-Lichtquelle herhalten, wenn der Strom abgedreht
wurde. Doch tropfende Kerzen erfreuen niemanden. Wenn der Docht vor dem Anzünden mit feinem Salz bestreut wird, tropfen
die Kerzen nicht. Der gleiche Effekt wird erzielt, wenn man neue Kerzen eine Weile in Salzwasser legt.
Warum teure Kerzenanzünder kaufen, wenn es auch viel billiger geht, Kerzen in hohen Behältern, wie zum Beispiel
Windlichtern, anzuzünden. Bei der nächsten Spaghetti-Mahlzeit einfach ein paar rohe Spaghetti bei Seite packen. Denn
rohe Spaghetti eignen sich vorzüglich als Anzünder für Kerzen.
"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick..." Wie Goethe weiße Ränder von
Schneematsch oder Regen an seinen Schuhen entfernt hat oder entfernen ließ ist unbekannt. An Glattlederschuhen wird man
diese unschönen Erscheinungen jedenfalls durch kräftiges Abreiben mit einer Zwiebelhälfte wieder los. Bei dunklen
Wildlederschuhen lassen sich die Ränder mit Kaffee ausbürsten.
In ein Dampfbügeleisen gehört destilliertes Wasser. Dieses gibt es beispielsweise in Drogerien zu kaufen. Aber warum
kaufen? Wasser, welches kondensiert, hat die gleichen Eigenschaften wie destilliertes Wasser. Dass zum Beispiel bei
einem Kondenstrockner in der Auffangschale befindliche Wasser nicht wegschütten. Dieses Wasser in einer Flasche
abfüllen - und zu gegebener Zeit in das Dampfbügeleisen füllen.
Alle Tipps ohne Gewähr.

Magnus
Auszüge aus dem Email-Wechsel
zwischen Magnus und Asi:
Grüß dich Asi,
hier die neuen Tipps für die TLZ.
Ich wünsche der TLZ auch nach der 150. Ausgabe weiterhin alles Gute und
Beständigkeit. Auf die nächsten 12 Jahre. Prost!
Tuggat
Danke Magnus! ;)
Moment mal: In 12 Jahren, da bin ich ja schon... Jahre alt(!!!) - oh mein Gott! *ächz*
Na gut, ich werds versuchen! ;))
Und danke nochmal für den TLZ-Einsendeschluss-Text im Forum, das find ich Klasse von Dir!
Tuggat Asi
Handwerke
in Thüringen - ein Reiseführer-Projekt von Uli Seidel
Hallo
Tuckerländler Zeitungsleser! Für die Nummer 151 gibt es von Eurem Uli einen
Ausblick auf ein Buchprojekt, welches ich gerade bearbeite. Sozusagen als
Appetitanreger. Wann genau dieses Buch erscheinen und wie es heißen wird, steht
noch in den Sternen des Bücherhimmels – geplant ist Herbst 2010.
Exklusiv für die TLZ einen (leicht bearbeiteten) Auszug aus dem Manuskript.
Viel Spaß beim Lesen.
Handwerk. Es ist so alt wie die Menschheit, so modern wie unsere Zeit.
Seit den Anfängen der menschlichen Kultur gibt es Individuen, die besondere Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickelt haben, Gegenstände aus verschiedensten Materialien herzustellen. Ob nun Gebrauchsgegenstände wie Krüge und Klingen oder schmückendes Beiwerk wie Skulpturen und Broschen – es bedurfte und bedarf bis heute einer besonderen Ausbildung und Begabung, sich der Herstellung solcher Dinge zu widmen. Doch fassen wir den Begriff Gegenstand weiter, nennen wir auch eine Behausung Gegenstand, dann wird klar, hier ist mehr gemeint als die kleinen Dinge unseres Lebens.
Besonders was Handwerk heutzutage ausmacht, möchte dieses Buch skizzieren, möchte Sie, lieber Leser, auf einer Reise durch Thüringen begleiten. Einer Reise an die Wurzeln des Handwerks, zu den Vertretern von Zünften und Gilden. Das Buch gestattet einen Blick auf die Entstehung manch bekannter und berühmter Erzeugnisse aus der handwerklichen Produktion.
Wie sieht es aus, wenn das berühmte, wachsame Glasauge – eine Augenprothese – entsteht? Was kommt alles in einen Feldkieker, wie fühlte sich der Kunde in den 1950er-Jahren beim Frisör? Wie arbeiten Klavier- oder Orgelbauer und was unterscheidet einen Chirurgiemechaniker von einem Scherenschleifer?
Erfurt, Gera und Suhl sind die Ausgangspunkte für Ausflüge zu den interessantesten Werkstätten von Handwerkern, die in den drei Thüringer Handwerkskammern organisiert sind. Besuchen Sie ausgewählte Meisterwerkstätten, wo Sie das Handwerk aus nächster Nähe erleben können. Interessantes aus der Geschichte des Handwerks runden diesen Reiseführer durch Thüringen ab.
Neueste Forschungen lassen vermuten, dass der Mensch viel früher als bisher angenommen von Afrika aus neue Lebensräume eroberte. Homo rudolfensis, eine Ende des 20. Jahrhunderts in Malawi (Ostafrika) gefundene Art der Gattung Homo, lebte vor etwa 2,5 Mill. Jahren und benutzte wohl bereits primitive Werkzeuge. Ob Homo rudolfensis seine Werkzeuge bearbeitete, ist nicht nachgewiesen. Bis der Mensch in Thüringen ankam, vergingen noch rund zwei Millionen Jahre. Die ältesten Spuren einer Besiedelung Thüringens vor etwa vierhunderttausend Jahren wurden in der Nähe von Bilzingsleben gefunden. Etwa zweihunderttausend Jahre später lebten im Travertingebiet von Weimar-Ehringsdorf Menschen der Gattung Homo sapiens. Gefundene Feuerstellen, Werkzeuge, Tierknochen und Pflanzenteile lassen Rückschlüsse auf die Lebensweise unserer Vorfahren zu. Dass die erwähnten Werkzeuge gezielt bearbeitet wurden, ist sicher. Wir alle kennen den Faustkeil, doch kennen wir den ersten Handwerker? Denjenigen, der den Faustkeil bearbeitete?
Der Übergang zu Ackerbau und Viehzucht während der Jungsteinzeit (zwischen 6 000 und
5 500 v.u.Z.) brachte neue Techniken im Handwerk hervor. Töpfern, Spinnen, Weben, Steinbohren und Steinschleifen wurden nicht von allen Mitgliedern der Sippe gleichermaßen beherrscht, eine Spezialisierung kann durchaus angenommen werden. Während der Bronzezeit (2 200 bis 700 v.u.Z.) brachte das neue Material, welches einer ganzen Zeitepoche den Namen gab, auch neue Techniken der Bearbeitung, die eine weitere Spezialisierung erforderten. Seit dem 7./6. Jahrhundert v.u.Z. gab es eine Eisenverarbeitung im Thüringer Raum. Wiederum erforderte das neue Material neue Technologien. Ebenfalls in diese Zeit fällt das Auftauchen erster Töpferscheiben und Drehmühlen. Ende des 1. Jahrhunderts v.u.Z. siedelten Germanen im Thüringer Raum, die Hermunduren. Neben bäuerlicher Wirtschaft weisen Funde auf eine Verarbeitung von Edelmetallen, die Verhüttung von Eisen und dessen Weiterverarbeitung durch Spezialisten hin. Die Teilrekonstruktion einer Töpferei aus dieser Zeit im Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar zeigt nicht nur den Stand der Technik im 1. Jahrhundert v.u.Z. sondern auch die intensiven Beziehungen zwischen Germanen und Römern im Thüringischen Raum.
Das Museum für Ur- und Frühgeschichte Weimar im Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie ist in der Humboldtstraße 11 in Weimar.
Öffnungszeiten: dienstags 9.00 – 18.00 Uhr, mittwochs -- freitags: 9.00 – 17.00 Uhr, samstags, sonn- und feiertags: 10.00 – 17.00. Montag ist Schontag – übrigens Europaweit!
Eintritt kostet es auch: Erwachsene: 3,50 €, Studenten/Rentner: 2,50 €, Schüler: 1,00 €. Die Familienkarte gibt es für 6,00 €.
Schülergruppen im Rahmen des Unterrichts erhalten freien Eintritt. Ihr könnt auch Sonderführungen vereinbaren, die kosten dann 15,00 €.
Die soziale Differenzierung war im 1. Jahrhundert v.u.Z. bereits weit fortgeschritten. Im 5. Jahrhundert gipfelte die gesellschaftliche Entwicklung im Königreich Thüringen. Es gab zahlreiche Kontakte der Thüringer zu Ostgoten und Hunnen, wie besonders der reiche Schmuck im Grab der „Frau von Oßmannstedt“ aber auch zahlreiche Waffenfunde in anderen Thüringer Gräbern erkennen lassen. Wer hatte diese Schmuckstücke, diese Waffen gefertigt?
Unter der Herrschaft König Herminafrieds ging das Königreich Thüringen unter; des Königs Streitkräfte unterlagen dem vereinten Heer der Sachsen und Franken in der Schlacht bei Burgscheidung an der Unstrut (Sachsen-Anhalt, nahe Nebra). Radegunde, eine Nichte des Thüringer Königs beschrieb den Untergang des Reiches in einem Klagelied. Eine Kopie des hölzernen Lesepults der Radegunde können Sie im Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens bewundern. Welcher Tischler hatte das Original gefertigt?
Mit der Zunahme des Handels in Thüringen entwickelte sich auch das Handwerk weiter, sowohl als Dienstleister für die Händler als auch zur Versorgung der Bewohner der immer volkreicher werdenden Ortschaften. Gewerke wie etwa Wagner (die auch die Räder der Fuhrwerke fertigten), Böttcher und Riemer hatten unmittelbar mit dem Transport des Handelsgutes zu tun während andere Handwerker eher die Handelsgüter selbst bearbeiteten wie etwa Müller, Fleischer oder Bäcker. Während des Spätmittelalters organisierte sich das Handwerk zunehmend in Zünften und gab sich eigene grundlegende Regeln. Mit diesem Regelwerk wurden nicht nur Qualitätsstandards festgelegt sondern auch das Verhalten der Zunftmitglieder untereinander aber auch gegenüber den Kunden. Ein einheitliches Erscheinungsbild der Handwerker der jeweiligen Zunft sollte der Kundschaft Sicherheit geben, dass die Dienstleistung von einem Fachmann ausgeführt wurde. Doch nicht nur als äußeres Erkennungsmerkmal sind die typischen „Uniformen“ der Zünfte zu sehen. Sie stehen auch für Aspekte des Arbeitsschutzes. So laufen die Hosenbeine der Zimmermannskluft nicht von ungefähr in der über das Schuhwerk reichenden Glockenform aus. Vielmehr wird dadurch vermieden, dass Sägespäne oder Nägel in das Schuhwerk gelangen. Nicht umsonst ist die Arbeitskleidung der Schmiede aus einem schwer entflammbaren Gewebe geschneidert. Die Aufzählung könnte fortgeführt werden.
Die Zünfte hatten erheblichen Einfluss auf die bürgerliche Entwicklung in den Städten, so erhielten ab dem letzten Viertel des 13. Jahrhunderts Vertreter des Handwerks Sitz und Stimme in den örtlichen Verwaltungen bzw. den städtischen Räten. In Erfurt konnten Vertreter der neun „großen“ Zünfte im Jahr 1283 mit passiven Wahlrecht Einzug in den städtischen Rat halten, 1510 folgten weitere Zünfte. Viele Jahrhunderte hindurch regelten die Innungs- oder Zunftartikel das Geschäftliche. Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts modernisierten zahlreiche Neuregelungen diese mittelalterlichen Zunftartikel. Höhepunkt dieser Entwicklungen war ohne Zweifel die Einführung der Gewerbefreiheit im Zuge der Stein-Hardenbergschen Reformen 1810. Zuerst auf dem preußischen Staatsgebiet verwirklicht, wurden die Reformen 1869 auf die Staaten des Norddeutschen Bundes und mit Gründung des Deutschen Kaiserreiches auf dessen gesamtes Gebiet ausgeweitet. Von vielen etablierten Handwerkern wurde diese allgemeine Gewerbefreiheit als Bedrohung empfunden, die zu massiven, jedoch erfolglosen Protesten führte.
Die Ursprünge der modernen Handwerkskammern gehen auf das Reichsgesetz zur Neuordnung des Gewerbes zurück, welches im Juli 1897 vom Deutschen Reichstag beschlossen wurde. Kaiser Wilhelm II. legte dann im August desselben Jahres per Verordnung die Gründung von Handwerkskammern fest, welche die Interessen des Handwerkes vertreten sollten. In Erfurt geschah dies mit einer feierlichen Versammlung am 26. April 1900, Gera folgte am 18. Oktober 1900. Für Südthüringen wurde am 13. Dezember 1900 in Meiningen eine Handwerkskammer gegründet, aus der 90 Jahre später die Handwerkskammer Südthüringen mit Sitz in Suhl hervorging.
Gibt es denn einen Unterschied zwischen Zunft und Innung und was ist eine Handwerkskammer? Die Zunft war eine geschlossene Korporation von Handwerkern, die an demselben Ort dasselbe Handwerk nach gewissen statutarischen Vorschriften (Zunftartikel) betrieben, die besonders auch eine strenge Abgrenzung der einzelnen Handwerksgebiete mit einem Verbietungsrecht an alle außerhalb der Zunft Stehenden enthielten, der sogenannte Zunftzwang. Die Zünfte waren im Mittelalter von großer Bedeutung für die Erstarkung des städtischen Bürgertums und hatten großen Einfluss auf die städtische Verwaltung, verfielen aber seit dem 18. Jahrhundert und wurden durch die Gewerbefreiheit gänzlich beseitigt. An ihre Stelle trat die Innung als freie Vereinigung Gewerbetreibender zur Förderung gemeinsamer gewerblicher Interessen.
Die Handwerkskammer nimmt staatliche Hoheitsaufgaben per Gesetz wahr und wird in der Rechtsform einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes geführt. Zur Handwerkskammer gehören die selbstständigen Handwerker und die Inhaber handwerksähnlicher Betriebe des Handwerkskammerbezirkes sowie die Gesellen, anderer Arbeitnehmer mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und die Lehrlinge dieser Gewerbetreibenden. Die wesentlichsten Aufgaben in der Handwerkskammer sind die Förderung der Interessen der einzelnen Handwerke, auch und besonders gegenüber Politik und Verwaltung sowie die Führung der Handwerksrolle und des Verzeichnisses der handwerksähnlichen Gewerbe (das ist das Verzeichnis aller eingetragenen Handwerksbetriebe im Kammerbezirk). Regelung der Berufsausbildung im Handwerk und das Erlassen aller dazu notwendigen Vorschriften einschließlich der Führung der Lehrlingsrolle (Verzeichnis aller abgeschlossenen Lehrverträge im Handwerk des Kammerbezirkes), die Durchführung und Kontrolle der Meister- und Fortbildungsprüfungen sowie der Gesellen- und Umschulungsprüfungen und das Erlassen von Meisterprüfungs-, Fortbildungs- und Gesellenprüfungsordnungen gehören ebenfalls zu den Aufgaben der Kammer.
Das zurzeit geltende „Gesetz zur Ordnung des Handwerks“ kennt drei Gruppen von Handwerken: Neben einundvierzig zulassungspflichtigen Handwerken, die nur mit einer entsprechenden Meisterprüfung ausgeübt werden dürfen, gibt es dreiundfünfzig zulassungsfreie Handwerke und siebenundfünfzig handwerksähnliche Gewerbe die nach bestandener Gesellenprüfung, jedoch ohne Meisterausbildung ausgeübt werden dürfen.
Zulassungspflichtig sind unter anderem die Handwerke Maurer und Betonbauer, Ofen- und Luftheizungsbauer, Zimmerer, Dachdecker, Straßenbauer, Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer, Brunnenbauer sowie Steinmetzen und Steinbildhauer, Stuckateure und die „Glücksbringer“ Schornsteinfeger.
Als zulassungsfrei gelten unter anderem Fliesenleger, Uhrmacher, Metall- und Glockengießer, Gold- und Silberschmiede, Parkettleger, Drechsler und Holzspielzeugmacher. Auch Modisten (Hutmacher), Damen- und Herrenschneider sowie Brauer und Mälzer sind zulassungsfreie Gewerbe. Handwerksähnliche Gewerbe sind beispielsweise Theater- und Ausstattungsmaler, Theaterkostümnäher, Muldenhauer, Bürsten- und Pinselmacher aber auch Klavierstimmer, Holzschuhmacher, Requisiteure und Bestatter.
Alle selbstständig tätigen Handwerker haben sich in die Handwerksrolle eintragen zu lassen, die von den Handwerkskammern geführt werden.
In Thüringen sind in über einunddreißigtausend Handwerksbetrieben rund einhunderteinundvierzigtausend Menschen tätig. Nahezu zwölftausendfünfhundert Lehrlinge wurden im Jahr 2009 in Handwerksbetrieben ausgebildet. Der Gesamtumsatz aller Handwerksbetriebe in Thüringen belief sich im Jahr 2008 auf rund 13 Mrd. Euro.
Soweit der kleine Einblick in die Einleitung meines aktuellen Buchprojektes.
Wer meint, etwas dazu sagen zu müssen, der kann das gerne tun. Schreibt mir einfach eine
E-Mail (info@ansichtssache-erfurt.de).
Bleibt neugierig!

Euer Uli
info@ansichtssache-erfurt.de
Ein Polizist stoppt eine Frau, die in einer 50km/h-Zone mit 100km/h erwischt wird.
Es kommt zu folgender Unterhaltung:
Polizist: "Kann ich bitte Ihren Führerschein sehen?"
Frau: "Ich habe keinen mehr. Der wurde mir vor ein paar Wochen entzogen, 
da ich betrunken Auto gefahren bin."
Polizist: "Aha, kann ich dann bitte den Fahrzeugschein sehen?"
Frau: "Das ist nicht mein Auto, ich habe es gestohlen."
Polizist: "Der Wagen ist geklaut?"
Frau: "Ja, aber lassen Sie mich kurz überlegen,
ich glaube die Papiere habe ich im Handschuhfach gesehen,
als ich meine Pistole reingelegt habe."
Polizist: "Sie haben eine Pistole im Handschuhfach?"
Frau: "Ja. Ich habe sie dort schnell reingeworfen, nachdem ich den Fahrer des
Wagens erschossen habe und die Leiche dann hinten in den Kofferraum gelegt habe."
Polizist: "Eine Leiche im Kofferraum?"
Frau: "Ja!"
Nachdem der Polizist das gehört hat, ruft er über Funk sofort den diensthöheren Kollegen an,
damit er von ihm Unterstützung bekommt.
Als der Kollege eintraf, ging er langsam auf die Fahrerin zu und fragte noch mal:
Polizist: "Kann ich bitte Ihren Führerschein sehen?"
Frau: "Selbstverständlich, hier bitte." (Fahrerin zeigt ihren Führerschein)
Polizist: "Wessen Auto ist das?"
Frau: "Meins, hier sind die Papiere."
Polizist: "Können Sie bitte noch das Handschuhfach öffnen,
ich möchte kurz prüfen ob Sie eine Pistole dort deponiert haben."
Frau: "Natürlich gern, aber ich habe keine Pistole darin."
(Natürlich war da keine Pistole)
Polizist: "Kann ich dann noch einen Blick in Ihren Kofferraum werfen.
Mein Mitarbeiter sagte mir, dass Sie darin eine Leiche haben."
(Im Kofferraum keine Leiche)
Polizist: "Das verstehe ich jetzt überhaupt nicht. Der Polizist, der sie angehalten hat,
sagte mir, dass Sie keinen Führerschein, das Auto gestohlen,
eine Pistole im Handschuhfach und eine Leiche im Kofferraum haben."
Frau: "Na klar! Und ich wette, er hat auch noch behauptet, dass ich zu schnell
gefahren bin!!!"

Erika
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"Tuckerlandzeitung" (TLZ) inklusive "Tafel des Ruhmes" (TdR) der eingetragenen Spieler des PC-Spieles "Tuckers Abenteuer" (TA) Erscheinungsweise: Jeweils am letzten Sonntag des Monats auf der website www.tuckerland.de --->tlz Einsendeschluss für TLZ-Beiträge der jeweils kommenden Ausgabe ist Dienstag vorm letzten Sonntag im Monat. Alle TLZ-Beiträge bitte an Redaktion+Organisation der TLZ: Asi asi@tuckerland.de Bearbeitung der TdR: Manathas manathas@tuckerland.de Entwicklung und Umsetzung des PC-Spiels TA: Frakar frakar@tuckerland.de Hinweis: Für eingesandte Manuskripte/Fotos wird keine Haftung übernommen. Der Inhalt der Beiträge wird von dem jeweiligen Unterzeichner verantwortet. EMails werden zum Teil gekürzt übernommen. |
...and the adventures continues...